weather-image
27°

Stolze Bilanz des Vereins Waging bewegt

3.2
3.2
Bildtext einblenden
Dank für die fleißigen Vorsitzenden des Vereins Waging bewegt: Vorsitzende Lydia Wembacher und Stellvertreterin Karin Wiedemann (Mitte, von links) haben im Nachgang der Jahreshauptversammlung von den beiden Vereinsmitgliedern Annemarie Neher vom Reformhaus Neher und Alf Götzinger von der »Wohnbar« Blumensträuße als Anerkennung für ihr Engagement erhalten.

Waging am See. »Waging ist etwas ganz Besonderes und das soll auch so bleiben«: Das ist die Devise und die Vision des Gewerbevereins Waging bewegt, so die Zweite Vorsitzende Karin Wiedemann bei der Jahreshauptversammlung im Gasthaus Unterwirt. Diesem Ziel dienen die zahlreichen Aktivitäten, die der Verein regelmäßig organisiert – und zwar ehrenamtlich, wie sie betonte: »Wir engagieren uns in einem Maße, wie es anderswo Citymanager und Stadtmarketing tun, die dafür gut bezahlt werden. Umso stolzer sind wir auf unsere Erfolge.«


Die wesentlichen jährlichen Veranstaltungen sind die Marktsonntage, die Rabattnächte und die Weihnachtsaktionen. Neben diesen großen Veranstaltungen fallen unzählige kleine Tätigkeiten an: von der Verbesserung der Beschilderung im Ort bis zu den vielen Gesprächen, wenn es etwa um leer stehende Geschäfte geht. So betonte Karin Wiedemann, dass es ganz wesentlich der Vorsitzenden von Waging bewegt, Lydia Wembacher, zu verdanken sei, dass Waging jetzt wieder ein Blumengeschäft hat. Das Reisebüro Wembacher betätige sich nicht selten als Waginger Immobilienbüro – und das durchaus erfolgreich. So hoffe man auch, dass es eines Tages auch mit einem Drogeriemarkt klappen werde, der in Waging derzeit fehlt.

Anzeige

Eine außergewöhnliche Aktion war im vergangenen Jahr das Benefizfest zugunsten von Freilassinger Hochwasseropfern, äußerst kurzfristig in vier Tagen organisiert, was viel Nerven gekostet habe, so Karin Wiedemann, aber auch viel Spaß gemacht habe. Und es hat sich rentiert: Die Besucher hatten ihren Spaß – und für Freilassing sind einschließlich einiger zusätzlicher Spenden 18 000 Euro zusammengekommen. Was nicht möglich gewesen wäre, wenn nicht so viele dem Aufruf von Waging bewegt gefolgt wären.

Noch viele Anliegen

Der Verein hat aber durchaus auch noch zusätzliche Anliegen, die in den bisherigen sechs Jahren, seit es ihn gibt, nicht erfüllt beziehungsweise realisiert werden konnten. Ein Herzenswunsch von Karin Wiedemann ist eine bessere Wegweisung in Richtung See. Ihre Idee: Ein blauer Strich auf der Straße, der die Besucher unmissverständlich zum See und auch vom See in den Ort führt. Auch insgesamt wäre die Ortsbeschilderung noch zu verbessern, eine Panoramakarte im Ortszentrum wäre wünschenswert, ebenso eine Saison-Badekarte für alle Strandbäder, für Einheimische wie auch für Gäste. Und man hätte sich vom Verein auch gewünscht, dass die von ihm organisierte Zusammenarbeit mit der Marketingfirma CIMA von der Gemeinde aufgegriffen worden wäre, wie auch einmal angeklungen war. Hier hätte sich die Gemeinde wertvolle Anregungen für Gewerbeansiedlung und auch für Gewerbekonzepte vor Ort holen können – was aber bedauerlicherweise nicht geschehen sei.

Als ein »Lieblingsthema« bezeichnete Karin Wiedemann mit leichtem Sarkasmus die Parkplatzsituation am Ort. In dem Zusammenhang war man im Verein sehr verwundert, dass der Bauausschuss die Anmietung eines Parkplatzes auf dem Gruber-Grundstück in Bahnhofsnähe abgelehnt habe. Als großen Erfolg bezeichnete es Karin Wiedemann, dass, durch den heftigen Widerstand von Waging bewegt, der Gemeinderat die Ansiedlung eines Fachmarktzentrums abgelehnt habe: »Wenn das gekommen wäre, hätte dies fatale Folgen für den Ortskern gehabt.« Zum Schluss appellierte die Zweite Vorsitzende an die Mitglieder, den Vorstand doch noch mehr zu unterstützen, vor allem auch bei der Organisation der Märkte an den Sonntagmorgen ab 6 Uhr: »Das hat sechs Jahre lang Spaß gemacht. Aber es wäre total schön, wenn das auch mal jemand anders machen würde – zum Beispiel beim Passionsmarkt am 6. April.«

Der Kassenbericht von Josef Babl wies einen deutlichen Anstieg des Kassenstandes aus – bedingt im Wesentlichen durch den 6500-Euro-Zuschuss der Gemeinde und die Mitgliedsbeiträge in Höhe von rund 5200 Euro. So wurde dem Vorstand dann auch einstimmig die Entlastung erteilt.

Bürgermeister Herbert Häusl lobte den Verein, der auf große Erfolge zurückblicken könne. »Wenn wir euch nicht hätten, hätten wir in Waging nicht den Stand, den wir heute haben«, sagte er. Der Verein sei aus dem Gemeindeleben nicht mehr wegzudenken. Viele Veranstaltungen, die vom Verein organisiert werden, seien aus dem Gemeindeleben gar nicht wegzudenken. Und der Bürgermeister hob auch heraus, dass die gesamte Arbeit ehrenamtlich geleistet werde; von Seiten der Verwaltung aus könnte das niemals so gestaltet werden. Von daher dankte er dem Vorstand und hob die gute Zusammenarbeit zwischen Gemeinde und Verein hervor.

Allerdings fühlte sich Häusl durch die Anliegen, die Karin Wiedemann vorgetragen hatte, etwas angegriffen. Kein Mensch, so meinte er, hätte etwas gegen die Vorschläge von Waging bewegt, aber im Alltag verliere man halt das eine oder andere Mal aus dem Auge. Unterschiedliche Meinungen gab es auch zu den regelmäßigen Treffen zwischen Gemeinde und Waging bewegt, die zwischenzeitlich ziemlich eingeschlafen seien. Dazu meinte der Bürgermeister, dies sei deswegen geschehen, weil die meisten Tagesordnungspunkte immer die gleichen gewesen seien. Darauf konterte Karin Wiedemann, dass die Punkte deswegen immer die gleichen gewesen seien, weil sie eben von der Gemeinde nicht angepackt worden seien.

Vorsitzende Lydia Wembacher hatte eingangs vor allem dem Bauhof und dem Ordnungsamt gedankt, die bei der Marktorganisation immer gut mithelfen. Man wisse durchaus, dass die Gemeinde viel Arbeit hat, aber – so fügte sie noch an – eine bessere Wegführung zum See wäre trotzdem dringend notwendig: »So viele Leute erkundigen sich bei uns, wo es denn hier zum See geht.«

Die Versammlung fand einen kurzweiligen Abschluss in einem BR-Film, zu dem Lydia Wembacher mit beigetragen hat. Hier wurde die Entwicklung des Tourismus in Bayern geschildert, wobei es schöne alte Bilder aus Waging zu bewundern gab: Wie die gesetzte Landbevölkerung die Nase rümpfte über die leicht bekleideten Urlauberinnen, wie das Scharnow-Bähnle zum See gut angenommen wurde, kurzum wie sich das Waginger Fremdenverkehrswunder entwickelt hat,  als »Bella Italia in Oberbayern für Camper und Wellnessfreaks«. Und darin die ebenso trockene wie zutreffende Feststellung eines kernigen Einheimischen aus den 60er Jahren: »A Preiß mog hoid an Berg.« he