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Stolze Ausbildungsbilanz beim BRK

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»Hilfe, Hilfe, so helft mir doch!« Die Schreie kommen aus der Küche und als die Rot-Kreuz-Sanitäter die Türe öffnen, stehen sie einem Mann mit wirren Haaren, durchlöchertem T-Shirt und großen Brandblasen an Händen und Armen gegenüber. Auf den ersten Blick scheint es sich hier um einen Notfall mit schweren Brandverletzungen zu handeln, doch die Situation ist nur gespielt. Die Gruppe von Rot-Kreuzlern befindet sich mitten in einer Sanitätsausbildung, in der neben der Theorie auch viel Praxis geübt wird.


Der Traunsteiner Kreisverband des Bayerischen Roten Kreuzes (BRK) bietet neben den Sanitätskursen eine sehr breite Palette an Ausbildungen an, in denen die Erste Hilfe im Mittelpunkt steht. Während die Gruppe von Sanitätern den Mann mit seinen Brandwunden versorgt, werden sie genau von Prüfern beobachtet, die im Hintergrund stehen. Nachdem der »Verletzte« versorgt ist und die Brandblasen gekühlt sind, gibt es lobende Worte. »Ihr habt an alles gedacht, was in so einem Fall nötig ist«, urteilt Rosi Rudholzner, die BRK-Leiterin der Sanitätskurse.

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Die meisten Kursteilnehmer sind Mitglieder von Rot-Kreuz-Bereitschaften, Wasserwachten oder Feuerwehren. Sie wollen künftig mit ihrem ehrenamtlichen Einsatz etwa die vielen verschiedenen Sanitätsdienste unterstützen. Dazu zählen Stefan und Clarissa, beide Mitglieder der Wasserwacht Tengling-Törring. Nachdem sie die Prüfung bestanden hatten, waren sie begeistert: »Vor allem die Praxisbeispiele waren toll. Die Mimen haben wie echte Verletzte ausgesehen und auch so gespielt – für uns eine Superübung.«

Im Mittelpunkt der Rot-Kreuz-Ausbildung steht die Erste Hilfe: In etwa 400 Kursen mit über 2000 Anmeldungen lernten im vergangenen Jahr die Teilnehmer die Herz-Lungen-Wiederbelebung, die stabile Seitenlage, den Umgang mit Wunden und deren Versorgung, bedrohliche Blutungen, Schock, Knochenbrüche, Verbrennungen, Vergiftungen, Unterkühlung und Erfrierung sowie den richtigen Notruf über die 112. Zudem zeigten die Ausbilder in allen Kursen den Umgang mit einem Frühdefibrillator.

Daneben hat der Traunsteiner Rot-Kreuz-Kreisverband mit seinen fast 40 Ausbildern viele Spezialkurse angeboten, wie etwa für Lehrer, Arztpraxen, Apotheken, Firmen, Vereine und Forstbetriebe. Um das Hobby sicherer zu machen, gibt es auch Kurse für Motorradfahrer und Sportgruppen, wie Wanderer, Bergsteiger und Bergrad-Fahrer. Betriebe, die einen Frühdefibrillator besitzen, konnten ihre Angestellten intensiv für den Gebrauch des Geräts schulen lassen.

Über 300 Eltern, Großeltern und Betreuer besuchten die »Erste Hilfe am Kind«. Nach dem Motto »Früh übt sich...« gab es auch für Kinder Kurse, die den Kleinen Erste Hilfe spielerisch nahebringen. Rotkreuz-Ausbilder haben in diesem Jahr Kindergärten und Schulen besucht und hier mit den Kindern Notruf, Verbände und stabile Seitenlage geübt.

Weitere Infos zum Ausbildungsprogramm gibt es unterTelefon 0861/9897328.