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Stolz auf die anerkannte Einrichtung

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Minister Helmut Brunner, Landrat Georg Grabner und Bürgermeister Thomas Gasser (von rechts) durchschnitten gemeinsam das Band, das vor den Eingang des neuen Gebäudes der ASP gespannt worden war. (Foto: Albrecht)

Teisendorf. Gleich zwei Dinge konnte das bayerische »Amt für forstliche Saat- und Pflanzenzucht« (ASP) in Teisendorf feiern. Zum Einen das 50-jährige Bestehen und zum Anderen die Eröffnung ihres neuen Laborgebäudes. Dazu war auch Bayerns Landwirtschaftsminister Helmut Brunner gekommen. Nach der Weihe und der offiziellen Eröffnung des neuen Gebäudes gab es im Poststall einen Festakt.


Erstklassige Geräte und Einrichtungen

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Minister Brunner zog in seiner kurzen Rede zur Eröffnung des neuen Gebäudes einen Vergleich mit dem Motorsport. Hier wie dort nutzten die besten Leute nichts, wenn sie nicht erstklassige Geräte und Einrichtungen hätten. Diese Einrichtung in Teisendorf sei auf dem aktuellsten Stand und gebe den hier arbeitenden Experten auf dem Feld der forstlichen Genetik Möglichkeiten, auch künftig auf Spitzenniveau zu arbeiten. Teisendorfs Pfarrer Johannes von Bonhorst und der evangelisch-lutherische Pfarrer aus Freilassing, Werner Buckel, nahmen die Segnung des Gebäudes vor, bevor Minister Brunner, Landrat Georg Grabner und Bürgermeister Thomas Gasser das den Eingang versperrende Band durchschnitten und somit das Gebäude offiziell eröffneten.

Es ist Zeit, eine Bilanz zu ziehen

Bei der 50-Jahr-Feier der ASP im Poststall sorgten, wie schon bei der Eröffnung des Laborgebäudes die Musikanten des »7-Blech« für die musikalische Unterhaltung. ASP-Leiterin Monika Konnert sagte, beim ASP sei es nicht ganz so wie bei einem Menschen, dem zum 50. Geburtstag gesagt werde, das halbe Leben liege jetzt hinter ihm. Es sei aber jedenfalls auch für das ASP Zeit, Bilanz zu ziehen. Es sei eine erfüllte Zeit gewesen und dass die Institution kontinuierlich an der Förderung eines angepassten, gesunden Waldes arbeiten konnte, sei schon ein Grund zum Feiern.

Minister Brunner sagte, wegen des langen Wachstums von Bäumen würden, anders als in der Landwirtschaft, mit dem forstlichen Saatgut Entscheidungen getroffen, die teilweise für Jahrhunderte Auswirkungen hätten. Durch die Auswahl des Saatgutes für Bäume stelle man also entscheidend die Weichen für einen gesunden, stabilen und leistungsfähigen Wald mit qualitativ hochwertigem Holz. Schon deshalb sei es vor 50 Jahren eine richtige Entscheidung gewesen, für forstliche Saat- und Pflanzenzucht eine Pionierarbeit zu leisten, die dafür sorgte, dass nur in guten Beständen geerntet werde und für den jeweiligen Standort geeignetes Saatgut vorhanden sei.

Hochwertige Forschung im genetischen Bereich

Mit einer Mischung aus praxisbezogener Verwaltungs- und Forschungsarbeit habe die Landesanstalt und seit 2002 das ASP dazu beigetragen, dass sich Bayern mit leistungsfähigen und qualitativ hochwertigen Wäldern als Holzland Nummer eins in Deutschland etablieren konnte, so Brunner. Das heiße aber nicht »Mission erfüllt«. Viele der hier in Teisendorf erledigten Aufgaben müssen neuen Herausforderungen angepasst werden. Gerade in Zeiten des Klimawandels und der Energiewende erhofft sich der Minister entscheidende Hilfestellung, um die großen Aufgaben zu bewältigen. »Stürme, Trockenheit und Schädlingsbefall nehmen deutlich zu und wir brauchen geeignete, zukunftsfähige Konzepte«, sagte der Brunner. »Wir brauchen diese, um unsere Wälder in stabile, widerstandsfähige Mischwälder zu verwandeln«. Das bedinge auch qualitativ hochwertige Forschung im genetischen Bereich, die hier in Teisendorf gemacht werden könne. »Wir sind stolz auf diese national und international anerkannte und gut vernetzte Einrichtung«, betonte Brunner. Er baue auch weiterhin auf die Erkenntnisse des ASP.

Der emeritierte Prof. Dr. Csaba Matyas aus Ungarn sagte hinsichtlich des Klimawandels, gewiss sei nur die Ungewissheit. Trotzdem zeigten sich die Effekte dieses Wandels in sehr drastischer Form. Um das zu veranschaulichen zeigte der Professor Bilder aus New Mexico. Die Waldbrände hätten enorm zugenommen, obwohl die Durchschnittstemperatur nur um 0,4 Prozent gestiegen und die Niederschläge nur wenig zurückgegangen seien. Trotzdem gebe es große Auswirkungen. Durch den Klimawandel fänden in der Natur beispiellos schnelle Prozesse statt, von denen alle zonalen Arten betroffen seien. Durch den Klimawandel nehme der Holzertrag ab und die Mortalitätsrate der Bäume steige. Es zeige sich aber zunehmend, dass naturnahe Wälder besser gerüstet seien, um den Effekten des Klimawandels zu trotzen. Deshalb müsse das auch vom Menschen akzeptiert und gesteuert werden. Eine gute genetische Selektion sei sehr wichtig dabei. Wichtig seien auch gute Verbindungen und Vernetzungen mit verwandten Wissensgebieten, Praxisnähe und langfristiges Denken und Handeln. Teisendorf sei dabei jetzt schon beispielhaft und international geachtet, so der Professor. al