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Christine Benda hatte Glück, sie konnte in einem Rail-Jet von Übersee nach München fahren. Andere standen ratlos an den Bahnsteigen, wie hier in Prien, wo die Türen des Zuges geschlossen blieben. (Foto: Benda)

Störung zwischen Rottau und Prien: Zugverkehr für über eine Stunde lahmgelegt

Viele Zugreisende dürften am Sonntagvormittag Probleme auf der Strecke zwischen Salzburg und München gehabt haben. Zwischen Rottau und Prien bestand der »Verdacht auf eine Störung am Fahrweg«, sprich den Schienen, teilte eine Bahnsprecherin auf Nachfrage des Traunsteiner Tagblatts mit. Demnach war die Strecke zwischen 9.45 und 11.04 Uhr in beide Richtungen gesperrt. Ein Mitarbeiter habe die Strecke überprüft, der Verdacht einer Störung habe sich aber nicht bestätigt, woraufhin die Strecke wieder freigegeben wurde, so die Bahnsprecherin weiter. Wie viele Züge von der Streckensperrung betroffen waren, konnte sie nicht sagen.

Aus erster Hand schilderte Christine Benda ihre Erlebnisse auf den Weg nach München. Eigentlich wollte die gebürtige Überseeerin die Bahn um 9.56 Uhr von Übersee nach München nehmen. »Zuerst hieß es, der Zug hat 15 Minuten Verspätung. Für die Gegenrichtung nach Salzburg kam die Durchsage 'Zug fällt aus'«, erzählte Benda. Sie selbst hatte Glück und konnte gegen 10.30 Uhr ihre Fahrt nach München in einem Rail-Jet antreten. Auch ein Ehepaar aus Essen war froh, dass es weiter ging. »Sie hatten schon befürchtet, dass sie am Chiemsee gestrandet sind«, berichtete Benda am Telefon. Andere Reisende hatten da weniger Glück. Der Zug blieb zwar in Prien und in Rosenheim stehen, die Türen öffneten sich aber nicht, so die 70-Jährige, die tags zuvor noch bei den Festspielen in Salzburg als Statistin bei der Premiere der Zauberflöte auf der Bühne gestanden hatte.

Der Zug sei sehr langsam nach München-Ost gefahren, wo dann alle Passagiere aussteigen mussten. Ein weiteres Glück für Christine Benda – sie hatte keinerlei Zeitdruck. »Wir zuckelten gemütlich weiter und ich verspeiste im Speisewagen eine Gulaschsuppe und genoss die langsame Fahrt des Zuges mit dem Betrachten der Landschaft und der Dörfer auf der Strecke nach München-Ost. Es war eine genüssliche Zugfahrt für mich – leider nicht für die anderen Gäste, die ergebnislos an den Bahnsteigen warten mussten.«

pk

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