weather-image
32°

Stimmung unter Nationen »ist gut«

1.8
1.8

Traunreut – Einen Überblick über die aktuelle Situation in der neuen Gesamtunterkunft (GU) in Traunreut gab beim jüngsten Helferstammtisch der Ehrenamtlichen Markus Sonnenhuber von der Asylsozialberatung des Diakonischen Werkes. Neu installiert werden soll ein »runder Tisch«, an dem regelmäßig Themen der Flüchtlingshilfe besprochen werden können.


Die GU am ehemaligen Volksfestplatz ist inzwischen voll belegt, wie Markus Sonnenhuber berichtete. »Die Stimmung ist meines Erachtens gut«, betonte er. Es gebe eine sehr heterogene Zusammensetzung der Menschen in den beiden Häusern, die sich aus rund zehn verschiedenen Nationalitäten zusammensetzen. Altersmäßig ist alles vertreten, »vom Neugeborenen bis zu älteren Personen«. Sonnenhuber dankte den Ehrenamtlichen für ihr Engagement: »Ich sehe täglich, was Sie alle leisten, das ist beachtlich.«

Anzeige

Möglicherweise noch in diesem Monat soll erstmals ein runder Tisch einberufen werden. Dazu eingeladen werden sollen Vertreter der Stadtverwaltung und des Stadtrates, der Verwalter der Gesamtunterkunft und der Asylsozialberater sowie die Koordinatorin der Ehrenamtlichen. Der runde Tisch soll den Kontakt und direkten Austausch untereinander fördern sowie eventuell auftretende Probleme auf kurzem Wege lösen helfen.

Die Kinder in der GU und in den dezentralen Wohnungen in der Stadt sind laut Annett Parthum soweit möglich in Schulen oder Kindergärten untergebracht. Zwei Kinder im Vorschulalter warten derzeit auf einen Platz. Auch für diese beiden wird es eventuell in naher Zukunft Plätze geben, wenn im städtischen Kindergarten eine weitere Erzieherin eingestellt wird. Es sei äußerst wichtig, die Kinder in den Kindertagesstätten unterzubringen, damit sie möglichst rasch die deutsche Sprache erlernen und auf die Schule vorbereitet werden, so Parthum. Auch Nachhilfeunterricht für die Schulkinder vermittelt sie bei Bedarf.

Nachdem beim vorherigen Helferstammtisch der Platzmangel für den Deutschunterricht größerer Gruppen in der GU thematisiert wurde, berichtete Birgit Enzinger dieses Mal, dass ein geeigneter Raum im Jugendzentrum zwei Vormittage in der Woche zur Verfügung stehen würde. Dort gibt es Laptop und Beamer, die benutzt werden dürften. Allerdings fehlten derzeit Ehrenamtliche, die den Unterricht übernehmen könnten.

Aufgrund der großen Nachfrage wurde der Sprachunterricht im Mehrgenerationenhaus laut Dieter Balk neu strukturiert. Es bestehe ein durchgängiges Lehrprogramm vom ABC-Kurs bis Level 5. Der Unterricht findet von Montag bis Freitag am Vormittag und an einigen Tagen auch nachmittags statt.

Ein Problem sei jedoch immer noch die teils mangelnde Disziplin mancher Asylbewerber, die nicht regelmäßig zum Unterricht kommen. Miragha Gholami, bereits gut integrierter Flüchtling aus Afghanistan, schlug vor, mehr Strenge zu zeigen. Wenn Teilnehmer mehrmals dem Kurs fernbleiben, solle man sie ausschließen und damit den Platz für Wartende freimachen. »Man darf ruhig etwas mehr Druck ausüben, damit sie lernen, dass der Unterricht ernst zu nehmen ist«, lautet seine Meinung. Der nächste Helferstammtisch der Ehrenamtlichen ist am 12. Dezember um 19 Uhr in der TuS-Gaststätte. mix

Im Video: Erst 40 Grad, dann kühlt es ab - doch die Saharahitze kommt zurück