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Stichwahl entscheidet über Landratsposten

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Gute Stimmung herrschte bei Siegfried Walch (links) und Sepp Konhäuser, als im Wahlstudio im Landratsamt nach und nach die Ergebnisse aus den 35 Gemeinden eintrudelten. Beide erhielten die meisten Stimmen und müssen sich in zwei Wochen in einer Stichwahl messen. (Fotos: Poschinger)
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Nicht zufrieden waren Sepp Hohlweger (Grüne, von links) und Andreas Danzer (FW/UW) mit ihren Ergebnissen. Beide lagen knapp über 13 Prozent. Glücklich über das Knacken der Drei-Prozent-Marke war hingegen Helmut Kauer von der ÖDP.

Traunstein. Es bleibt spannend in der Wahl um den neuen Traunsteiner Landrat. Keiner der sechs Bewerber konnte gestern mehr als 50 Prozent der Stimmen für sich verbuchen. Mit einem deutlichen Vorsprung an erster Stelle landete CSU-Bewerber Siegfried Walch mit 41,21 Prozent. Nur halb so viele Stimmen konnte SPD-Kandidat Sepp Konhäuser mit 22,31 Prozent sammeln. Nun muss eine Stichwahl in zwei Wochen über den Nachfolger von Hermann Steinmaßl entscheiden.


Sichtlich nervös verbrachte der 29-jährige Walch den Abend im Wahlstudio im Traunsteiner Landratsamt. Auf die Frage, wie es ihm gehe, antwortete er nur kurz und knapp: »hundsmiserabel«. Geschlafen hatte er die Nacht zuvor nicht. Mehr als ein Jahr hatte sich der Inzeller auf den Wahltag vorbereitet und zuletzt sogar seine Anteile an zwei Autohäusern verkauft, um sich ganz auf die Politik zu konzentrieren.

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An einen glatten Durchmarsch wollte Walch aber im Vorfeld wegen der Vielzahl an Bewerbern nicht glauben. Und so kam es dann auch. Jedoch zeigte sich bereits nach der Bekanntgabe der ersten Ergebnisse aus den insgesamt 35 Gemeinden die schwarze Übermacht im Landkreis. Bis auf Ruhpolding und Grabenstätt – hier gewannen Konhäuser und Danzer – konnte Walch überall die Mehrheit holen. »Ich bin sehr zufrieden«, resümierte der 29-Jährige danach im Gespräch mit dem Traunsteiner Tagblatt.

Mit seinem Ergebnis nicht wirklich zufrieden war der Ruhpoldinger Sepp Konhäuser. »Ich hätte gern mehr Stimmen geholt, aber das Mindestziel ist erreicht«, erklärte der bisherige Landrat-Stellvertreter. Mit Optimismus blickt der 59-Jährige aber bereits auf die Stichwahl in zwei Wochen und hofft, dass die Landkreisbürger nicht nur nach Partei wählen, sondern auch nach Persönlichkeit.

Die 20-Prozent-Marke knacken wollte eigentlich der Grabenstätter Andreas Danzer von den Freien Wählern. Dies ging sich jedoch nicht aus. Mit 13,18 Prozent stand er am Ende auf dem dritten Platz. »Zufrieden kann ich damit nicht sein«, so der 41-Jährige. Danzer lieferte sich zeitweise ein Kopf-an-Kopf-Rennen mit Grünen-Kandidat Sepp Hohlweger und schnupperte sogar nach dem Auszählen der ersten 15 Gemeinden am Platz in der Stichwahl.

Der Ruhpoldinger Kandidat Hohlweger landete mit 13,03 Prozent knapp hinter Danzer auf dem vierten Platz. Mit diesem Ergebnis übertraf Hohlweger zwar sein Ergebnis von 2008 um fast fünf Prozentpunkte, jedoch war der 51-Jährige am Ende trotzdem enttäuscht: »Ich hätte gern den dritten Platz gemacht und Danzer geschlagen.«

Abgeschlagen auf den letzten Plätzen landeten Heinrich Wallner von der Bayernpartei (7,16 Prozent) und Helmut Kauer von der ÖDP (3,12 Prozent). Während der Chieminger Wallner am Abend gar nicht im Wahlstudio im Landratsamt erschien, freute sich der anwesende Traunreuter Kauer über sein Ergebnis. Der ÖDP-Kandidat hoffte bis zum Schluss, die Drei-Prozent-Marke zu überschreiten und schaffte dies letztendlich auch. Damit konnte er sein Ergebnis von 2008 (1,93) auch deutlich übertreffen.

Die Wahlbeteiligung bei der Landratswahl lag im Landkreis Traunstein gestern bei 56,81 Prozent und damit deutlich unter dem Wert der Kommunalwahl 2008 mit 62,38 Prozent. Die detaillierten Ergebnisse zur Landratswahl aus den einzelnen Gemeinden finden Sie, lieber Leser, auf unserer Seite 10. Andrea Poschinger