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Steuerknüppel statt Plombenbohrer

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Erläuterte seinen Cockpit-Entwurf auf einer Tagung im italienischen Pisa und fand viel Zuspruch: der Ruhpoldinger Pilot und Hobby-Konstrukteur Michael Schuhbeck.

Ruhpolding. Der Ruhpoldinger Zahnmediziner Dr. Michael Schuhbeck tauscht den Plombenbohrer immer öfter mit dem Steuerknüppel: Seit der 62-Jährige nur noch stundenweise in der Praxis ist, hat er Zeit für seine große Leidenschaft, die Sportfliegerei. Der Zufall wollte es, dass der Zahnmediziner jetzt hobbymäßig auch als Konstrukteur für Flugzeuge tätig ist.


Viele Neuerungen, die ein Optimum an Sicherheit und Komfort versprechen, hat der »fliegende Zahnarzt« schon angeregt und umsetzen können. Das geht von umklappbaren, verstellbaren Sitzen über eine sicherheitsrelevante Platzierung der Warnlampen und Bedienungshebel bis hin zum versenkt integrierten Auslösehebel des Fallschirm-Rettungssystems in der Mittelkonsole.

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Momentan tüftelt der Ruhpoldinger gleich an zwei neuen Projekten. So konzipiert er ein neues Instrumentenmodul, das die Bereiche Ergonomie, Bedienung und Komfort in Einklang bringen soll. Den Entwurf dazu konnte er bereits während einer Tagung mit dem bekannten italienischen Designer Professor Pinucci in Pisa vorstellen. Darüber hinaus versucht er, ein verbessertes Bugfahrwerk zu entwickeln.

Schuhbeck arbeitet mit einer slowenischen Flugzeugwerft zusammen. Ein »schnuckeliger Vogel« des Herstellers war dem Hobby-Piloten auf der Fachmesse »AERO« in Friedrichshafen am Bodensee aufgefallen. Nach ersten Gesprächen mit dem leitenden Diplomingenieur Iztok Salamon merkten beide eine »gewisse Seelenverwandtschaft« – zum Beispiel, was den Hang zur Perfektion betrifft. Mittlerweile gehört der Ruhpoldinger hobbymäßig zum Team der kleinen slowenischen Werft zwischen Maribor und Ljublijana. »Die stecken einen förmlich an mit ihrer Technikbegeisterung«, schwärmt Schuhbeck.

Bereits vor acht Jahren hatte sich der Bäckersohn aus Ruhpolding mit dem Erwerb des Flugscheins einen lang gehegten Wunsch aus Kindertagen erfüllt. Schon als Schüler war er geradezu vernarrt in verschiedene Modellbausätze gewesen, die er reihenweise zusammengebaut hatte. Absoluter Höhepunkt waren für ihn jedes Mal die legendären Fliegertage am ehemaligen Ruhpoldinger Flugplatz Neustadl, die seinen Wunschtraum vom Fliegen von Mal zu Mal noch verstärkten. ls