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Stellplätze und Tiefgaragen zählen nur halb

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Möglichst wenige parkende Autos am Straßenrand – das möchte man im neuen Teisendorfer Baugebiet »Vogelau III«. (Foto: Mergenthal)

Teisendorf. Der Straßenraum soll im Teisendorfer Neubaugebiet »Vogelau III« von parkenden Fahrzeugen freigehalten werden. Um dies zu erreichen, beschloss der Bau- und Umweltausschuss nun die 2. Änderung des Bebauungsplans »Vogelau III« und die beigefügte Begründung als Satzung.


Neu wird festgelegt, dass die Flächen von Stellplätzen und deren Zufahrten bei der Berechnung der maximal zulässigen überbauten Fläche nur zur Hälfte mitgerechnet werden müssen, wenn sie aus wasserdurchlässigem Material hergestellt werden. Die Flächen von Tiefgaragen außerhalb von Hauptgebäuden sind ebenfalls nur zur Hälfte anzurechnen, wenn ihre Überdeckung mindestens 0,5 Meter beträgt. Diese Fläche soll so weit wie möglich gärtnerisch gestaltet werden.

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Weiter befasste sich der Ausschuss mit dem Ergebnis der öffentlichen Auslegung und der Beteiligung der Träger öffentlicher Belange beim Bebauungsplan »Unterstetten« im Areal des im neuen Flächennutzungsplan dargestellten »Sondergebiets Tierzucht und Tiergesundheit«. Das Ausschussmitglied Markus Putzhammer nahm als betroffener Unternehmer an Beratung und Abstimmung nicht teil. Bedenken hatte vor allem das Landratsamt Berchtesgadener Land, mit dem die Gemeinde noch ein Gespräch führen will.

Mehrere Kritikpunkte brachte die dortige Immissionsschutz-Abteilung vor: Während im Flächennutzungsplan die Erschließung des Gewerbegebietes an die schalltechnische Untersuchung angepasst worden sei, erfolge die Erschließung im Bebauungsplan nach wie vor über einen Eigentümerweg. Weiter wird moniert, die Baugrenzen für ein Hauptgebäude um etwa sieben bis acht Meter näher an die Kreisstraße heranzurücken als das bisher nächstgelegene Wohngebäude, ohne dass die Verkehrslärmberechnung angepasst wurde. Es sei davon auszugehen, dass sich die Verkehrslärmsituation dort um rund zwei Dezibel verschlechtert und die schalltechnischen Orientierungswerte eines Mischgebietes an der Nordost- und Nordwestfassade des Gebäudes nachts nicht mehr eingehalten werden.

Mögliche Probleme sieht der Immissionsschutz auch zwischen den verschiedenen Nutzungen im Plangebiet, von der Tierklinik und dem neuen Vereinsheim für den Rassegeflügelzuchtverein über Wohnen bis hin zum Gewerbe. Die Idee eines Gutachters, die Tierklinik samt Geflügelverein und vier weiteren Flächen als Mischgebiet statt als allgemeines Wohngebiet auszuweisen, lehnt das Landratsamt ab. Die Probleme sollen mit dem Landratsamt besprochen werden. Daher stellte der Ausschuss die Entscheidung über diesen Punkt zurück.

Die Naturschutzbehörde im Landratsamt stimmte dem Bebauungsplan unter folgenden Auflagen zu: Die mindestens sechs Meter breite und etwa 160 Meter lange Ortsrandeingrünung im Westen sei als zweizeilige, frei wachsende Feldhecke aus heimischen Wildsträuchern mit Vogelbeere und Wildapfel anzulegen. Die Pflanzung müsse in den ersten sechs Jahren nach ihrer Begrünung mit einem wilddichten Zaun umgeben werden. Ausfälle seien in den ersten drei Jahren zu ersetzen.

Zur landschaftlichen Einbindung der Gebäude im Süden des Baugebietes (Vereinsheim und Wohnhaus östlich gegenüber) sollen Einzelbäume, auch Obstbäume, und Wildstrauchhecken gepflanzt werden. Zusätzlich seien hier Festsetzungen zu Stellplätzen, Einfahrten, Wegen und eventuellen Garagen zu treffen. Der Umweltbericht und die Satzung sollen entsprechend ergänzt werden. Der Abteilung Bauen und Planungsrecht im Landratsamt ist die Erschließung von zwei Parzellen an einer privaten Grünfläche nicht klar. Wie das gemeindliche Bauamt ausführte, sind beide Bauflächen als Erweiterungsflächen des bestehenden Gewerbebetriebes vorgesehen. Eine von diesem Betrieb unabhängige Nutzung dieser Flächen sei nicht vorgesehen und würde auch dem Anbindegebot widersprechen. vm