weather-image
23°

Steiner Spiele: Defizit von 20 000 Euro

0.0
0.0

Traunreut – In der aktuellen Jahreshauptversammlung des Theaterchen »O« im Gasthof Martini in Stein standen eigentlich um die Berichte aus dem Jahr 2013. Dennoch ging Vorsitzender Robert Schröder auch kurz auf die heuer stattgefundenen Steiner Spiele ein.


Sein Fazit: Obwohl noch nicht alle Rechnungen verbucht sind, ist schon jetzt klar, dass das Theaterchen mit einem Defizit aus den Steiner Spielen von circa 20 000 Euro rechnen muss. Bürgermeister Klaus Ritter dankte dem Verein für sein großes Engagement und forderte auf: »Macht bitte unbedingt so weiter.«

Anzeige

Es gibt verschiedene Gründe, warum die diesjährigen Steiner Spiele mit dem Stück »Saujagd« nicht so gut besucht waren, wie es sich die Verantwortlichen gewünscht hätten. Unter anderem könnten die zeitgleich stattfindende Fußball-Weltmeisterschaft und das wechselhafte Wetter dafür verantwortlich gemacht werden. Insgesamt wurden bei den Aufführungen rund 1900 Zuschauer gezählt, was für eine Kostendeckung einfach nicht ausreichte.

»Zum Glück gab es von der Stadt Traunreut neben dem Grundzuschuss auch noch eine zusätzliche Finanzspritze für den Defizitausgleich«, wofür sich der Vorsitzende ausdrücklich bedankte. »Ansonsten könnten wir unseren Verein heute auflösen«, meinte Robert Schröder in der Versammlung. Genaue Zahlen zu den Steiner Spielen werden im Kassenbericht bei der Jahreshauptversammlung 2015 vorgelegt.

In seinem Vorstandsbericht zählte Robert Schröder anschließend noch die Projekte im Jahr 2013 auf. In zwei Spielzeiten im Studiotheater des k1 wurden die »Schlafzimmergäste« im Frühjahr und »Besuchszeit« im Herbst vergangenen Jahres gezeigt. Während das lustige Stück im Frühjahr sehr gut ankam, konnte das sehr anspruchsvolle, unter die Haut gehende Stück von Felix Mitterer dagegen nicht so viele Zuschauer anlocken.

Daneben gab es 2013 noch einen sehr gelungenen Beitrag zu den Kulturtagen unter dem Titel »Kinder der Welt« und eine Wiederaufnahme des Zweipersonenstückes »Besuch bei Mr. Green«.

Finanziell war schon das letzte Jahr für das Theaterchen »O« kein Erfolg, wie aus den Zahlen von Kassenwartin Uschi Hefele hervorging. Insgesamt hatte der Verein Einnahmen in Höhe von 35 238 Euro und Ausgaben von 42 909 Euro. Darin enthalten sind auch schon erste Kosten für die Steiner Spiele. Das Minus konnte aus den Rücklagen ausgeglichen werden, die drastisch zusammengeschrumpft sind.

Bürgermeister Klaus Ritter sprach den Verantwortlichen des Theaterchen »O« Dank und Anerkennung aus und lobte besonders die Durchführung der Steiner Spiele: »Die Steiner Spiele sind für uns und für die ganze Region wichtig, sie heben das Image der Stadt. Bitte macht unbedingt so weiter, die Stadt steht hinter euch.« Er lobte den großartigen Einsatz der vielen Darsteller und Helfer, die bei diesen Spielen aufgrund der finanziellen Situation erstmals völlig auf eine Aufwandsentschädigung verzichteten.

Für Klaus Ritter ist Traunreut neben Industrie- und Europa-Stadt vor allem auch eines: eine Kulturstadt. Der Bürgermeister will ein Kulturkonzept erstellen, in dem alle Kulturschaffenden der Stadt einbezogen werden und in einem Verbund zusammenarbeiten.

Im nächsten Jahr plant das Theaterchen »O« wieder eine Spielzeit im k1 im Herbst. Stück und Regisseur müssen erst noch ausgesucht werden. Außerdem ist eine »Mini-Produktion« im Frühjahr im Saal des Gasthofs Martini in Stein geplant und ein Workshop. mix