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Steigende Gästezahlen – Aufenthaltsdauer bei 2,4 Tagen

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Marquartstein – Im Jahr 2015 stieg die Ankunftszahl der Gäste gegenüber dem Vorjahr um 6,12 Prozent auf 15 568, die Zahl der Übernachtungen um 0,37 Prozent auf 108 812. Das berichtete die Leiterin der Touristinfo Susanne Pfliegl bei der Vermieterversammlung im Gasthof Weßner Hof. Im Zeitraum von Anfang Januar 2016 bis Ende August 2016 stieg die Zahl der Gästeankünfte um 1,3 Prozent gegenüber dem gleichen Zeitraum im Vorjahr, die Übernachtungen sanken leicht um 0,25 Prozent. Diese Zahlen würden voraussichtlich noch besser werden, weil oft die Meldescheine nachgereicht würden, so Pfliegl. Die Aufenthaltsdauer der Gäste liege inzwischen bei durchschnittlich 2,4 Tagen.


Die meisten Gäste kommen aus Bayern und Nordrhein-Westfalen, gefolgt von Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz. In Marquartstein gibt es 60 Betriebe, die Zimmer oder Ferienwohnungen vermieten, und 600 Betten. Erfreulich sei, dass in den letzten beiden Jahren acht Ferienwohnungen zusätzlich angeboten werden konnten, so die Leiterin der Touristinfo. In der Hauptsaison könnte allerdings oft die Nachfrage nicht befriedigt werden, sodass die Gäste auf die Nachbarorte verwiesen werden müssen.

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Mindestens 6,5 Millionen Euro Umsatz

Zur wirtschaftlichen Bedeutung des Tourismus' rechnete Frau Pfliegl vor, dass ein Gast durchschnittlich 60 Euro pro Tag ausgibt, sodass der Tourismus in Marquartstein in 2015 einen Umsatz von mindestens 6,5 Millionen Euro gebracht habe, die Tagesgäste noch nicht mitgezählt. Jens Hornung, Marketing-Leiter des Chiemgau Tourismusverbands, hielt die Summe von 60 Euro pro Tag und Gast für zu niedrig. Man dürfe gut und gern drei Viertel mehr ansetzen.

Eindringlich wies Susanne Pfliegl darauf hin, wie wichtig eine hohe Qualität der Betriebe ist und empfahl dazu die Seminarangebote der Tourismusverbände und der Privaten Gastgeber. Viele Gäste würden gezielt nach den klassifizierten Unterbringungen suchen. Wichtig sei es auch, die Frei- und Belegt-Meldungen an die Touristinfo und auf den Internetportalen immer aktuell zu halten.

Die Gemeinde Marquartstein beteiligt sich an vielen Werbe-maßnahmen wie Messebesuchen, Anzeigen, Internetkampagnen und vielem mehr. Der Bergwalderlebnisweg um den Staffen habe eine sehr positive Resonanz bei den Besuchern, was sich auch an den Fahrgastzahlen der Hochplattenbahn zeige, so die Leiterin der Touristinfo.

In Planung ist eine Premium-Wanderregion, zertifiziert vom Deutschen Wanderinstitut, parallel zu der schon bestehenden Premium-Radregion. Die Gästebefragung des Chiemgau-Tourismusverbands dauert noch bis Ende April 2017, infor-mierte Susanne Pfliegl. Vom Ökomodell Achental werden der Wanderpass, die Stempelstellen und Wandernadeln der-zeit neu gestaltet. Ebenso wird die Achental-Wanderkarte neu gestaltet. Neu ist auch, dass es nur noch einen Ganzjahresfahr-plan für die Achentallinie gibt und nicht mehr einen eigenen Sommer- und Winterfahrplan.

Tipps, wie die Vermieter mehr Buchungen über das Internet bekommen können, gab Mario Klijajic, Projektleiter des IRS 18, des Informations- und Reservierungssystems in der Region 18. Er empfahl möglichst vielseitig im Internet präsent zu sein. Der Vermieter solle nicht an guten Bildern sparen und ausführliche, emotionale Beschreibungen geben. Die eigene Homepage genüge nicht, sondern man solle die Möglichkeit von Buchungsportalen nutzen, sich aber gut über die jeweils unterschiedlichen Be-dingungen informieren. Eine Sprechstunde des IRS wird am 26. Januar in der Touristinfo stattfinden. Dabei können sich Vermieter individuell zu ihrem Internetauftritt beraten lassen. Anmeldungen sind schon jetzt in der Touristinfo möglich.

Arbeitskreis hat verschiedene Projekte angedacht

Aus dem Beirat für Wirtschaft und Tourismus berichtete der zweite Sprecher Georg Hurler. Der Arbeitskreis befasst sich seit April 2015 damit, wie der Tourismus im Ort gesteigert und das Bettenangebot erhöht werden könnte. Angedacht wurden verschiedene Projekte, wie ein Klettersteig, der eventuell am Friedenrath verwirklicht werden kann, eine Military-Strecke für Reiter an der Tiroler Achen, ein Bikerpark oder eine Flyline an der Hochplatte. Entschieden wurde, dass die beiden zuletzt genannten Projekte private Investoren verwirklichen sollten.

In der Aussprache schlug Vermieterin Caroline Egger vor, dass die klassifizierten Gastgeber an erster Stelle vor den nicht klassifizierten Betrieben bei der Auflistung der Gastgeber genannt werden sollten. Eine andere Vermieterin hielt dagegen das Zufallsprinzip für fairer. Frau Egger regte außerdem an, Gästeehrungen künftig bei den Standkonzerten vorzunehmen. Susanne Pfliegl stimmte dem zu, wenn die Gäste mit einer öffentlichen Ehrung einverstanden seien. Bürgermeister Andreas Scheck sagte, dass Bayern der größte Magnet für den Tourismus in der Bundesrepublik sei. Die Gemeinde wolle alles dafür tun, Gastgeber zu motivieren und zu zeigen, dass das Geschäftsmodell Vermietung und Gäste erfolgreich sein könne. Eine Möglichkeit, um Beruf, Familie und Vermietung besser vereinbaren zu können, könne sein, nicht mehr alles selbst zu erledigen, sondern Dienstleister für die Reinigung der Ferienwohnungen oder die Organisation der Buchungen in Anspruch zu nehmen. gi

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