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Steigende Einwohnerzahlen, aber weniger Schüler

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Marquartstein – Einen umfassenden Bericht über die aktuellen Planungen und Entwicklungen in der Gemeinde gab Bürgermeister Andreas Scheck bei der gut besuchten Bürgerversammlung im Saal des Gasthofs Prinzregent.


Dazu lag eine kleine Broschüre auf, in der die wichtigsten Zahlen und Fakten zusammengefasst waren. Die Zahl der Einwohner mit Hauptwohnsitz ist auf 3167 gegenüber 3122 im Vorjahr gestiegen. Die Anzahl der Neugeborenen lag bei 22 (18 im Vorjahr), die der Sterbefälle bei 61 (68). Die Anzahl der Nebenwohnsitze beträgt 438 und ist damit rund sieben Prozent unter dem Niveau der vergangenen beiden Jahre. Insgesamt sei also der Zuzug für die positive Entwicklung der Einwohnerzahlen verantwortlich, so Scheck.

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Interessante Zahlen lieferte er auch zur Entwicklung der Schülerzahlen im Ort. 2016 besuchen insgesamt 1542 Schüler die vier Schulen in Marquartstein, 650 das Gymnasium des Staatlichen Landschulheims, 593 die Achental-Realschule, 227 das Pädagogische Zentrum Niedernfels und 72 die Grundschule am Burgberg. 2010 waren es noch insgesamt 1793 Schüler. Anhand einer Grafik über die Entwicklung der vergangenen sieben Jahre zeigt sich insgesamt ein Rückgang der Schüler von rund 16 Prozent.

Veraltete Bebauungspläne werden überarbeitet

Zur Bautätigkeit im Ort berichtete der Bürgermeister, dass in diesem Jahr 16 Bauanträge behandelt, neun Neubauten und vier An- und Umbauten genehmigt wurden. Außerdem wurden sieben Bebauungsplanänderungen bearbeitet. Ein Teil der Bebauungspläne stammt noch aus den 1960er Jahren und sind nur in Papierform vorhanden, sodass sie nun digitalisiert und inhaltlich auf den neuesten Stand gebracht werden müssen. Als erstes werde nun der Bebauungsplan Freiweidach bearbeitet, erklärte Scheck. Dabei sollen aus einem großen künftig vier kleinere Bebauungspläne aufgestellt werden. Bauausschuss und Gemeinderat beraten darüber Anfang nächsten Jahres, wobei die Bürger im Rahmen des Verfahrens die Möglichkeit bekommen, ihre Wünsche einzubringen. Mit dem Bebauungsplan Bruckfeld werde voraussichtlich im zweiten Halbjahr 2017 begonnen, so das Gemeindeoberhaupt.

Über ein größeres Sanierungsprojekt, das sich noch bis Anfang nächsten Jahres hinzieht, berichtete der Bürgermeister weiter. Im Herbst begann die Gemeinde mit der Sanierung des Trinkwasser-Hochbehälters unterhalb der Burg. Er wurde 1969 mit zwei Speicherkammern erbaut, die durch einen Technikraum mit Zu- und Ablaufleitungen, Pumpen etc. verbunden sind. Untersuchungen in den vergangenen Jahren ergaben, dass die Innenbeschichtung der Behälterkammern teilweise abgeplatzt war, sodass sich in den entstehenden Hohlräumen Keime hätten bilden können, was aber nie geschah, so der Bürgermeister.

Um langfristig die Sicherheit zu gewährleisten, mussten die beiden Speicherkammern saniert und die Rohrtechnik erneuert werden. Ursprünglich war es vorgesehen, den kompletten Putz an Wänden und Böden abzutragen und einen speziellen Putz aus Mineralbeton aufzubringen. Es stellte sich aber heraus, dass der Putz nicht entfernt werden kann, ohne den Konstruktionsbeton zu beschädigen. Deshalb wurde eine weit aufwändigere Sanierung mit einer statisch tragenden Schale notwendig, die dann mit dem Spezialputz versehen wird. Insgesamt wird die Maßnahme rund 470 000 Euro kosten.

Nach dem ausführlichen Bericht des Bürgermeisters gab es nur wenige Wortmeldungen. Der Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr, Thomas Mayer, wies darauf hin, dass ab dem 1. Januar 2018 die Installation von Rauchmeldern im privaten Bereich gesetzlich vorgeschrieben ist. Es sei ihm sehr wichtig, dass dies auch durchgeführt werde, denn jährlich gebe es rund 400 Brand- und Rauchtote in Deutschland. Wie vorher schon der Bürgermeister wies Mayer darauf hin, dass die Feuerwehr gut Nachwuchs bei den Aktiven brauchen könne.

Fragen zum Küchengebäude auf der Auerbräuwiese

Franz Kink erkundigte sich nach dem Stand und den Kosten des geplanten Küchengebäudes auf der Auerbräuwiese. Er wollte wissen, ob so ein Gebäude bei vier bis sechs Veranstaltungen im Jahr überhaupt sinnvoll sei. Der Bürgermeister antwortete, dass sich ein fest installierter Küchentrakt mit Ausschank zum Beispiel in Schleching oder der Partnergemeinde St. Andrä in Südtirol als sehr sinnvoll erwiesen habe. Es handle sich auf jeden Fall um weit mehr als sechs Nutzungen. Dann könne auch bei mehr Gelegenheiten, zum Beispiel bei Standkonzerten, eine Bewirtung erfolgen. Die Herstellungskosten belaufen sich auf rund 80 000 Euro, so der Bürgermeister. Die Kosten für die Inneneinrichtung müssten die Vereine übernehmen. Der Gemeinderat habe noch keine endgültige Entscheidung getroffen. Derzeit bemühe sich die Gemeinde um Zuschüsse aus dem europäischen Förderprogramm Leader mit guter Aussicht auf Erfolg.

Ein Bürger aus dem Hofangerweg sagte, dass die Gemeinde immer wieder appelliere, Hecken und Bäume zurückzuschneiden, was aber nicht immer befolgt werde. Dabei könne es sogar zu lebensbedrohlichen Situationen im Straßenverkehr kommen. Er forderte die Gemeinde auf, die Anordnung zu kontrollieren. Bürgermeister Scheck gab ihm recht, dass es tatsächlich ein Problem sei. Manche Bürger würden deshalb immer wieder angeschrieben. In letzter Konsequenz müsse die Gemeinde eine »Ersatzvornahme« machen, das heißt die Bäume auf Kosten des Grundstückeigners vom Bauhof oder einer Firma zurückschneiden lassen. Das sei juristisch ein sehr aufwändiges Verfahren. Scheck versprach, sich um die von dem Bürger geschilderte spezielle Situation zu kümmern. gi