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Steigende Übernachtungszahlen und weniger Schulden

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Reit im Winkl. Sinkende Schulden, ein immer geringerer Wasserverbrauch, das beste Ergebnis bei den Übernachtungszahlen seit 17 Jahren und nur acht Geburten: Das sind vier Aussagen aus dem umfangreichen Rechenschaftsbericht von Bürgermeister Josef Heigenhauser bei der Bürgerversammlung.


Mit fast 250 Besuchern kamen dazu im Vergleich zu den Vorjahren etwas mehr Einheimische in den Festsaal. Nur drei Bürger nutzten die Gelegenheit, sich zu Wort zu melden. Alle drei Anfragen betrafen den Dorflift, dessen Betrieb nach Rückschlägen und letztlich gescheiterten Verhandlungen mit einem möglichen Interessenten nicht mehr fortgeführt werden kann.

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Ein Schwerpunkt des Rechenschaftsberichts war die finanzielle Situation der Gemeinde. Anhand verschiedener Grafiken wurde dargestellt, dass die Verschuldung von 7,059 (Stand: 31.12.2011) auf 6,213 Millionen Euro verringert werden konnte. Allein im vergangenen Jahr konnten die Verbindlichkeiten um 846 000 Euro reduziert werden. »Dies entspricht einer Tilgung von zwölf Prozent«, wie Heigenhauser erläuterte.

Die Pro-Kopf-Verschuldung sank binnen Jahresfrist von 3038 Euro auf 2686. Die Rücklagen stiegen von 532 000 Euro auf 1,885 Millionen im Jahr 2012. Der Bürgermeister machte in diesem Zusammenhang auch klar, dass »wir hier unsere finanzielle Handlungsfähigkeit zurückgewinnen und die Verbindlichkeiten nicht auf die nächsten Generationen weiterreichen wollen.« Mit dieser Aussage trat er Kritikern entgegen, die dem Gemeinderat mit dieser Finanzpolitik immer wieder vorhalten, die Gemeinde wolle »sich totsparen«.

Ein wesentlicher Grund für die positiven Haushaltszahlen liegt in der günstigen Entwicklung des Tourismus. Die Zahl der Übernachtungen stieg um 7 Prozent, die der Gäste um 7,7 Prozent auf 94 000, das »beste Ergebnis seit 17 Jahren«, wie der Bürgermeister stolz vermeldete. Bewegt gewesen sei das vergangene Jahr in touristischer Hinsicht in Investitionen in die Infrastruktur, in der Zusammenarbeit mit den ortsübergreifenden Tourismusverbänden, aber auch in der Realisierung neuer Projekte wie dem Klettersteig am Hausbachfall, der in diesem Frühjahr offiziell seiner Bestimmung übergeben werden soll.

Ein Umstand, der an sich erfreulich ist, macht der Gemeindeverwaltung Kopfzerbrechen: Offenbar sparen die Bürger immer mehr beim Verbrauch des Trinkwassers. Der Verbrauch sank binnen Jahresfrist von 184 000 Kubikmeter auf 175 000. Seit 2003/2004 ist der Verbrauch um fast 30 Prozent zurückgegangen. Dies mache es fast unmöglich, die Wassergebühren stabil zu halten, da ein Großteil der Kosten durch feste Gebühren verursacht wird, die unabhängig vom Verbrauch sind. Das sei »eine Entwicklung, die uns Sorge macht.« Die Privatisierung der Wasserversorgung sei für Reit im Winkl kein Thema.

Ein ernstes Thema seien dagegen die seit Jahren sinkenden Geburtenzahlen am Ort. So kamen in Reit im Winkl im vergangenen Jahr bei 34 Todesfällen nur acht Kinder zur Welt. Rückläufig seien zudem die Zahlen der Erst- und Zweitwohnsitze. Dieser bedenklichen Entwicklung versucht der Gemeinderat mit der Ausweisung von Bauland für Einheimische entgegenzutreten. Man hofft hier mittelfristig auf positive Auswirkungen.

Mit einem Ausblick auf wesentliche Projekte für das laufende Jahr wie die in Kürze beginnende und wochenlang andauernde Sanierung der Dorfstraße sowie touristische Vorhaben beendete der Bürgermeister seinen Rechenschaftsbericht. ost

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