weather-image
29°

Steht die »Aktionsnacht« vor dem Aus?

0.0
0.0

Siegsdorf. Über ein besonders ereignis- und erfolgreiches Veranstaltungsjahr berichtete der Vorsitzende des Siegsdorfer Gewerbeverbundes, Helmut Hanisch, in der Jahresversammlung im Gasthof Neue Post. Die von vielen Seiten schon seit längerem geforderte Dorfkernerneuerung und Belebung der Siegsdorfer Ortsmitte sowie die Organisation der »Siegsdorfer Aktionsnacht« gaben dabei reichlich Anlass zu regen Diskussionen.


Mit einem verkaufsoffenen Sonntag im Rahmen des Ostermarktes, einer erfolgreichen Aktionsnacht, einer bestens besuchten Gewerbeschau und der beliebten Adventshüttn-Aktion zum Ende des Jahres konnte Helmut Hanisch über vier bedeutende Veranstaltungen des Gewerbeverbundes berichten.

Anzeige

Zudem beteiligte man sich an den Kurparkfesten. Hanisch erklärte, dass Gewerbeschau und verkaufsoffene Sonntage gewerblich geprägte Initiativen wären, von denen Mitgliedsfirmen direkt profitieren könnten. Die nicht kommerziell betriebene Adventshüttn in der Vorweihnachtszeit sehe man im Gewerbeverbund als Treffpunkt für die Dorfgemeinschaft und eine Möglichkeit für die Kunden der Siegsdorfer Geschäfte, ihren Einkaufsbummel mit einer stimmungsvollen Einkehr abzurunden.

Andere Institutionen sollen sich beteiligen

Aus einem anderen Blickwinkel betrachtet Hanisch dagegen die Aktionsnacht. Zwar hätten einige Einzelhändler länger geöffnet, das Interesse der Dorffestbesucher gelte allerdings vorrangig den Attraktionen auf der Straße und den gastronomischen Angeboten. Es würden auch einige, dem Gewerbeverbund nicht angeschlossene Betriebe und Vereine profitieren. Haftung, Finanzierung und Organisation seien bisher alleine vom Verbund übernommen worden.

Nachdem sich die Aktionsnacht zu einem großen Dorffest gemausert habe, die Ansprüche an Haftung, Finanzierung und Organisation sich aber deutlich erhöht hätten, hielte es die Vorstandschaft für angebracht, wenn sich auch andere Institutionen, insbesondere das »Dorfmarketing« der Gemeinde, in größerem Umfang daran beteiligten.

»Dieses Jahr auf keinen Fall«, meinte Bürgermeister Kamm. Die Zeit bis zum Juli würde dem Gemeinderat nicht mehr für eine Entscheidungsfindung reichen. Der Gewerbeverbund könne aber auch heuer mit der gewohnten Unterstützung der Gemeinde rechnen und Kamm stellte die teilweise Übernahme weiterer Kosten in Aussicht. Nach einer längeren Diskussion sprach sich die Versammlung mit knapper Mehrheit dafür aus, dass der Gewerbeverbund die Aktionsnacht heuer noch einmal alleine ausrichten sollte.

Zur Umgestaltung und Belebung des Ortskerns ging Zweiter Vorsitzender Jürgen Leikert auf den, im letzten Jahr gegründeten, »Arbeitskreis Ortskernerneuerung« des Gewerbeverbundes ein. Die gesammelten Anregungen wurden in Kurzform aufbereitet. Im Juni letzten Jahres habe man die umfangreiche Liste an Bürgermeister Kamm übergeben. Bis dato sei noch keine dieser Anregungen umgesetzt worden. Leikert zeigte sich aber zuversichtlich: Alle im neuen Gemeinderat vertretenen Parteien hätten das Thema »Ortskernerneuerung« mit oberster Priorität in ihren Wahlkampfprogrammen stehen gehabt. »Der Ortskern sollte ein Spiegelbild für die gute Situation einer Gemeinde sein«, meinte Leikert.

Bürgermeister Kamm meinte dazu, dass eine weitsichtige Ortskernsanierung nicht zuletzt ein Leitthema brauche, um mögliche Investoren sowie Gebäude und Grundstückseigentümer für dieses Projekt zu gewinnen. Derzeit würde laut Kamm das Vorhaben leider noch ausgebremst durch zu viel Angst vor Veränderungen und wenig Bereitschaft, etwas gegen das Ausbluten des Dorfes zu unternehmen.

Investoren ein gutes Konzept liefern

Albert Hofmann meinte, man müsse den Investoren und Eigentümern eben einen guten Grund und ein einträgliches Konzept liefern, um für sich und damit den Heimatort etwas Gutes tun zu wollen. Für Willi Geistanger hätten Häusersanierung und die Beruhigung des Durchgangsverkehrs Priorität, während Kristina Gastager vor einer übertriebenen Verkehrsberuhigung warnte. Die kontroverse Diskussion ließ klar erkennen: Die Beauftragung teurer Verkehrszählungen und Städteplaner würde wohl erst Sinn machen, wenn sich zunächst Bürger, Firmen, Eigentümer und Gemeinde weitgehend darin einigen könnten, wie ihr Siegsdorf künftig aussehen sollte.

Der Gewerbeverbund wurde von Bürgermeister Kamm aufgefordert, weiter über Vorschläge, Themen und Ziele in dieser Sache nachzudenken und alle Ergebnisse an ihn weiterzuleiten.

Von der Versammlung wurde Stefan Przibylla einstimmig zum vorerst kommissarischen Vorstandsbeisitzer für den ausgeschiedenen Herbert Perschl gewählt. Hanisch informierte abschließend über den verkaufsoffenen Sonntag am Ostermarkt-Wochenende, die geplante Teilnahme an den Kurparkfesten, die Neuauflage der Siegsdorfer Einkaufsgutscheine und eine weitere Adventshüttn-Saison.