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Steht das Nachtleben in Traunstein vor dem Aus?

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Da das Kafka derzeit nicht die erforderliche Konzession als »Vergnügungsstätte« besitzt, droht dem Club möglicherweise die Schließung. (Foto: Artes)

Traunstein – Schon seit längerer Zeit hält sich in Traunstein das Gerücht, dass die Clubs Kafka und Metro geschlossen werden müssen. Jetzt sorgt ein Facebook-Beitrag des Jungen Union (JU) Kreisverbands Traunstein diesbezüglich im Internet für große Aufregung. Da das Kafka seit Jahren nicht die erlaubte Konzession besitzt, droht der Diskothek nun sogar die Schließung. Das bestätigte auch Carola Westermeier, Pressesprecherin der Stadt Traunstein.


Seit 2006 gibt es das Kafka in Traunstein, das von der Monta Music GmbH aus Traunstein betrieben wird. Allerdings sieht die Erlaubnis nur eine gaststättenrechtliche Konzession als Schank- und Speisewirtschaft vor und nicht als Diskothek. Aber nicht nur mit der fehlenden Genehmigung gibt es Probleme, auch die Nachbarn haben sich in der Vergangenheit immer wieder beim Ordnungsamt beschwert, weil es in den frühen Morgenstunden immer sehr laut vor dem Club ist.

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Wie Oberbürgermeister Christian Kegel im Gespräch mit dem Traunsteiner Tagblatt sagte, ist die Thematik schon seit längerer Zeit bekannt. Jedes Mal, wenn es Anwohnerbeschwerden im Ordnungsamt gegeben hat, seien Gespräche mit den Betreibern geführt und diese aufgefordert worden, das Konzept anzupassen. Da erneut Beschwerden eingegangen sind, sei es laut Kegel endlich an der Zeit, zu handeln.

Wie die JU, die sich seit Jahren für das Nachtleben in Traunstein einsetzt, auf ihrer Facebook-Seite mitteilte, fand Anfang der Woche ein gemeinsamer Ortstermin mit allen Beteiligten im Kafka statt. JU-Kreisvorsitzender Konrad Baur sagte unserer Zeitung, dass bei diesem Termin neben den Betreibern auch Vertreter der Stadt, der Polizei und der Jungen Union dabei waren. Eine Einigung wurde nicht gefunden, da Stadt und Betreiber eine unterschiedliche Auffassung der weiteren Nutzung haben würden. Allerdings sei das Thema laut Baur nun endlich an die Öffentlichkeit vorgedrungen, »vor allem, weil es immer nur Gerüchte gibt und viel gemunkelt wird.«

Konrad Baur erklärt, dass die Betreiber nun bis Mitte März ein genehmigungsfähiges Konzept vorlegen sollen, wie der weitere Betrieb bei der aktuellen Erlaubnis angepasst werden kann. Geplant ist wohl, einen Antrag auf Nutzungsänderung zu stellen. Sollte das Kafka schließen müssen, hätte es noch weitere Aufwirkungen: Aus wirtschaftlichen Gründen würde Monta Music dann auch die Metro zumachen, die eng mit dem Kafka verbunden ist.

Wie Stadt-Pressesprecherin Carola Westermeier auf Nachfrage sagte, ist bisher kein Antrag im Rathaus eingegangen. Wie sie erläutert, müssten die Verantwortlichen von Monta Music einen Bauantrag auf Nutzung als »Vergnügungsstätte« stellen. Nach der rechtlichen Prüfung, müsste sich der Bauausschuss in einer seiner nächsten Sitzungen mit dem Antrag auseinandersetzen.

Wie die weiteren Planungen von »Monta Music« mit dem Kafka aussehen, ist bisher unklar. Bei telefonischer Nachfrage wollten sich die Geschäftsführer nicht zu diesem Thema äußern.

Trotz aller Schwierigkeiten betonte Oberbürgermeister Christian Kegel aber: »Das Kafka soll erhalten bleiben, denn es ist ein wichtiger Bestandteil des Nachtlebens in Traunstein.« Auch Konrad Baur will »noch nicht in Panik verfallen«. Er ist optimistisch, dass eine Lösung gefunden wird. jar