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Stefanie Brunner ist die neue Vorsitzende

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Trachtenvereins-Urgesteine legten Ämter nieder: Josef Niederbuchner (rechts), 20 Jahre Vorsitzender des Trachtenvereins Nußdorf, stellte sich bei den Neuwahlen nicht mehr zur Wahl. Neue Vereinschefin beim GTEV Nußdorf ist nun Stefanie Brunner (Zweite von rechts). Auch Franz Zimmermann (links), der 29 Jahre die Vereinsfinanzen verwaltete, stellte sein Amt zur Verfügung. Sein Ehrenamt führt künftig Karoline Speckbacher aus. (Foto: Volk)

Nußdorf – Der Trachtenverein hat eine neue Vorstandschaft und erstmals in seiner 97-jährigen Geschichte leitet eine Frau den Brauchtumsverein:


Stefanie Brunner wurde bei der Jahreshauptversammlung zur Vorsitzenden und Nachfolgerin von Josef Niederbuchner gewählt, der sich nach zwei Jahrzehnten als Vereinschef nicht mehr zur Wahl stellte.

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Auch das Ehrenamt des Kassiers ist mit Karoline Speckbacher erstmals in weiblicher Hand. Sie folgt auf Franz Zimmermann, der die Vereinsfinanzen in den letzten 29 Jahren verwaltete. Neu zur Schriftführerin gewählt wurde Irmgard Schauer. Sie übernimmt damit die Aufgabe, die zuvor von Stefanie Brunner ausgeführt wurde. Wiedergewählt und ihren Ämtern bestätigt wurden zweiter Vorsitzender Manfred Volkmer und zweiter Kassier Georg Schauer.

Als Beisitzer unterstützen Christina Niederbuchner, Franz Niederbuchner und Christian Rauth die Vorstandschaft. Frauenvertreterin ist wie bisher Rosi Niederbuchner, das Amt als Trachtenwart hat auch künftig Christa Niederbuchner inne und Theaterleiter bleibt Anderl Osenstätter. Die neu gewählte Jugendleitung besteht aus Andreas Hunglinger und Irmi Brunner. Die Fahnenabordnung setzt sich auch künftig aus Fähnrich Hans Posch und den Fahnenbegleitern Max Eder jun. und Sepp Blaim zusammen. Als Kassenprüfer wiedergewählt wurden Hans Gnadl und Herbert Purzeller.

Josef Niederbuchner blickte auf die Höhepunkte seiner Amtszeit zurück. Als er im Herbst 1997 zum Vereinsvorsitzenden gewählt wurde, gab es bereits Pläne für den Bau eines Vereinsheims. Zwei Jahre später fand die erste Veranstaltung im neuen Bürger- und Vereinsheim bzw. Trachtenheim am Dorfplatz statt. Im Mai 2000 wurde das neue Vereinsdomizil offiziell eingeweiht. 2010 wurde das 90. Gründungsfest begangen und zwei Jahre später durfte der Trachtenverein Nußdorf am Trachten- und Schützenzug beim Oktoberfest teilnehmen – eine »ganz besondere Ehre«, so Niederbuchner. In seiner Amtszeit stieg die Zahl der Mitglieder auf 335 Personen, 102 Personen (ohne Abgänge) mehr als zu Beginn seiner Tätigkeit als Vorsitzender.

Nur zwei Kassiere in 78 Jahren

Franz Zimmermann hielt Rückschau auf seine fast drei Jahrzehnte als »Finanzchef« des Trachtenvereins. Er berichtete, dass er 1988 an seinem Arbeitsplatz am Bahnhof Übersee aufgesucht wurde und ihn die damaligen Vorsitzenden, die nach Nachfolgern suchten, zum Amt des Vorsitzenden überreden wollten. Das lehnte Zimmermann ab, ließ sich jedoch zur Übernahme der Kassenverwaltung breitschlagen. Daraus wurden 29 Amtsjahre. Damit sei er jedoch nicht Amtszeit-Rekordhalter, denn vor ihm war Franz Gnadl 49 Jahre Kassier. In den vergangenen 78 Jahren gab es somit beim Nußdorfer Trachtenverein nur zwei Kassiere.

Ereignisreiches Vereinsjahr

Stefanie Brunner berichtete über ein ereignisreiches und aktives Vereinsjahr 2016: Zum Bezirksmusikfest und Gründungsfest der Musikkapelle Nußdorf trug der Trachtenverein mit einem Festwagen mit einer »Miniatur-Ausgabe« der Nußdorfer Pfarrkirche bei, ebenso mit einem Wagen auf dem die älteren Vereinsmitglieder mitfuhren. Die Abordnung des Trachtenvereins beim Festzug bestand aus mehr als 90 Trachtlern. Besucht wurde auch das Gaufest in Peterskirchen und das 110. Jubiläumsfest des GTEV »Surtal« Lauter. Erfolgreich waren die Vereinsveranstaltungen, der Dorfhoagart, der Tanz zu Kathrein, das Weiber- und Dirndlkranzl und der Musikalische Frühschoppen. Brunner erinnerte auch an die Trachtenwallfahrt nach Maria Eck, das Vereinspreisplattln mit Dirndldrahn, den Röckefrauen-Ausflug, das Schafkopfrennen, die Jahresabschlussfeier im Advent und den Gedenkgottesdienst für die verstorbenen Vereinsmitglieder an Lichtmess. Zudem gaben die Trachtler bei verschiedenen Preisplattln, wie dem Traunstoa-Pokal, beim Gaupreisplattln oder bei Vergleichswettbewerben mit benachbarten Vereinen ihr Bestes.

Bevor Franz Zimmermann die Kassenverwaltung an Karoline Speckbacher übergab, gab er letztmalig einen ausführlichen Überblick über die wohlgeordneten Vereinsfinanzen. Die Gewinn- und Verlustrechnung ergab einen Jahresfehlbetrag von 3300 Euro, was jedoch in der Neubeschaffung von Stühlen für das Vereinsheim begründet ist. Der Verein steht finanziell auf soliden Beinen, was auch die Kassenprüfer Herbert Purzeller und Hans Gnadl bestätigten.

Jugendleiter Andreas Hunglinger blickte auf eine sehr aktive und erfolgreiche Jugendarbeit zurück und erinnerte an den Gaujugendtag in Peterskirchen, das Gaujugendpreisplattln in Saaldorf, die Jubiläumsfeier der Chieminger Trachtenjugend, den Jahresausflug mit Zeltlager, den Brauchtumstag in der Nußdorfer Grundschule und verschiedene Auftritte, zum Beispiel beim Nußdorfer Pfarrfest. Aktuell gehören 49 Buam und Dirndln der Kinder- und Jugendgruppe an.

Ihrem Namen gerecht wurde auch die Aktivengruppe. Vorplattler Tobias Purzeller berichtete von vielfältigen Aktivitäten im letzten Jahr, mehreren hervorragenden Platzierungen bei Vergleichsplattln und einem zünftigen Aktivenausflug nach Bamberg. Der Vorplattler wies auch auf die Radlbildersuchfahrt am 25. Mai (Christi Himmelfahrt) hin, die alle zwei Jahre von den Aktiven ausgerichtet wird.

Neues Theaterstück

Rosa Hylak von der Theatergruppe des Trachtenvereins freute sich über eine erfolgreiche Saison 2016. Der Dreiakter »Da Himme wart net« wurde siebenmal aufgeführt und fand beim Publikum große Anerkennung. Derzeit steht die Theatergruppe in der Probenarbeit für das neue Stück »Der verflixte Findelbrief«, das am 23. April (Weißer Sonntag) Premiere hat.

Zweiter Bürgermeister Peter Volk würdigte die ausgeschiedenen Vorstandsmitglieder für ihre langjährige, überaus engagierte Arbeit für den Trachtenverein und wünschte der neuen Vorstandsriege alles Gute für die Zukunft. Volk betonte, dass die ehrenamtliche Vereinsarbeit nicht hoch genug gewürdigt werden könne. Ehrenamt sei unverzichtbar und trage zu einem lebendigen Dorf- und Gemeinschaftsleben bei. Besonders dankte er allen, die sich um die Kinder- und Jugendarbeit verdient machen. pv.