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Stefan Baumgartner übernimmt das Amt des Vorsitzenden

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Der neue Trachtenvorstand ist gefunden: Stefan Baumgartner (Mitte) wird künftig die Geschicke des Vereins lenken. Ihm zur Seite stehen Klaus Noichl jun. (links) und Stefan Altleitner. (Foto: T. Eder)

Grassau – Der Grassauer Trachtenverein ist gerettet. Zu Beginn der außerordentlichen Versammlung stand es zwar noch schlecht um den Verein, denn wie bereits bei der Frühjahrsversammlung wurde kein Nachfolger für den Vorsitzenden Klaus Zeisberger gefunden. Schließlich, als es schon fast aussichtslos war, ergriff Stefan Baumgartner das Wort. »Nachdem sich kein anderer meldet, würde ich dieses Amt übernehmen«. Die Erleichterung und der Zuspruch waren so groß, dass Tränen flossen und lauter Beifall zu hören war.


Vor der Wahl hatte Klaus Zeisberger das Wort ergriffen. Er betonte, dass die vergangenen Wochen nicht einfach gewesen seien. Immer sei er nach einem Nachfolger gefragt worden – auch von den Nachbarvereinen. »Die Grassauer Trachtler sind wer«, betonte Zeisberger. Er meinte, die Zurückhaltung einer Kandidatur könnte an seinen Ausführungen liegen, deshalb charakterisierte er die Aufgaben des Vorsitzenden noch einmal. Natürlich beinhalte dieses Amt Arbeit, koste Freizeit, bedeute Termine wahrzunehmen, nicht immer einer Meinung zu sein und natürlich müsse man auch einmal auf eine Beerdigung von einem Mitglied. Doch auf der anderen Seite gebe es viel, die von klein auf dabei und begeistert sind. »Wenn man sich wohlfühlt im Verein, dann hat man auch eine gewisse Bringschuld und man sollte dem Verein etwas zurückgeben«, betonte Zeisberger.

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Er berichtete, wie gut der Verein sich bei Gaufesten präsentiere, lobte die Zusammenarbeit und hob die Anerkennung hervor. Gönner und Spender kommen von selbst auf den Verein zu. »Die Grassauer Trachtler sind gut aufgestellt. Sie haben keine Schulden, dafür ein bisschen Geld. Der Vereinsstadel steht gut da und auch das Trachtenstüberl ist im kulturellen Zentrum der Gemeinde angesiedelt. Zudem steht die Grassauer Gemeinde uneingeschränkt hinter dem Verein. »Wenn nicht jetzt einer aufsteht, dann müsse sich dieser Gedanken machen, ob er heute die Trachtler nicht im Stich lässt«, sagte Zeisberger mit Tränen in den Augen und man merkte, wie schwer ihm die letzten Worte nach zwölf Jahren Vorsitz fielen.

Auch Bürgermeister Rudi Jantke appellierte an die Mitglieder. Sollte sich heute keiner melden, dann müsste die Vorstandschaft den 96 Jahre alten Verein auflösen. Es sei nicht vorstellbar, dass es den Trachtenverein nicht mehr geben wird. Viele Aktivitäten in der Gemeinde, gemeindlicher und kirchlicher Art und Vereinsfeste seien ohne Trachtenverein nicht denkbar. Gerade in der schnelllebigen Zeit sei es wichtig, an Tradition und Brauchtum festzuhalten.

Zu Klaus Zeisberger meinte Jantke, dass sich dieser in den vergangenen Jahren große Verdienste erworben habe. »Er hat es persönlich nicht verdient, dass sich kein erster Vorstand findet.« Zudem sicherte Jantke jegliche Unterstützung zu. »Gebt euch einen Ruck und tut etwas für die Trachtler«, bat der Rathauschef.

Unerwartet für alle Versammlungsteilnehmer erhob sich plötzlich Stefan Baumgartner und erklärte, dass er das Amt übernehmen würde. Der Verein sei ihm zu wichtig, als dass dieser nun untergeht. Lange Jahre habe er als Jugendleiter gearbeitet. Er werde versuchen, dieses Amt so gut wie möglich zu machen.

Die Erleichterung im Saal war zu spüren. Einstimmig wurde Stefan Baumgartner schließlich zum neuen Vorsitzenden gewählt. Auch die Wahl der anderen Vorstandsmitglieder konnte somit stattfinden. Baumgartners Stellvertreter sind künftig Stefan Altleitner und Klaus Noichl Junior. Wiedergewählt wurde die Kassenführerin Ursula Wimmer und die Schriftführerin Hilde Baumgartner.

Auch der Vereinsausschuss wurde fast komplett besetzt. Zweite Kassenführerin wurde Helga Pletschacher, Jugendwarte sind Korbinian und Vroni Wandinger. Erster Vorplattler ist Sebastian Wandinger, sein Vertreter ist Andreas Nießl. Vortänzerin wurde Marilies Zeisberger, ihre Vertretung übernimmt Sophie Höger. Besitzer sind Lisa Moritz, Maria Noichl, Klaus Noichl senior und Simon Schmid.

Eine neue Röckefrauenvertreterin wie auch ein neuer erster Fähnrich konnten nicht gefunden werden. Die beiden Posten bleiben zunächst unbesetzt. Zweiter Fähnrich ist Sebastian Moritz, Dominik Pfaffinger übernimmt den Posten des dritten Fähnrichs. Die historische Gruppe wird weiterhin von Agathe Baersch geführt, die Kassenprüfung übernimmt erneut Christine Speiser.

»Ham ma froh, ham ma oan«, sagte Zeisberger und lobte Baumgartner für seinen Mut. Mit dem Hinweis auf das Kirchenpatrozinium am kommenden Montag um 10 Uhr und anschließenden Frühschoppen im Hefterstadel sowie der Einladung zum Rosenheimer Herbstfest am 4. September, Abfahrt um 17.30 Uhr am Rathaus, schloss Stefan Baumgartner die Versammlung. tb

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