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Startschuss mit drei Ausstellungseröffnungen

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Obwohl es auf den ersten Blick ganz einfach aussieht, hatten auch die Ehrengäste Landrat Hermann Steinmaßl und Bezirkstagspräsident Josef Mederer (vorne) Mühe, einen Ausweg aus dem eröffneten Labyrinth zu finden. (Foto: Rasch)

Traunreut. Nach monatelangen Planungen laufen seit Samstag im Landkreis Traunstein die 19. Oberbayerischen Kultur- und Jugendkulturtage. Die offizielle Eröffnung durch Bezirkstagspräsident Josef Mederer und Vertretern des Landkreises fand am Traunsteiner Stadtplatz statt (siehe Bericht oben). Zuvor »übte« Mederer schon mal in Traunreut und eröffnete dort drei unterschiedliche Ausstellungen, bei denen auch der inklusive und integrative Gedanke in besonderer Weise herausgestellt werden.


Im Foyer des k1 hängen ausdrucksstarke Kinderfotos an den Wänden, die der Trostberger Fotograf Klaus Stelzner in Cooperation mit dem Theaterchen »O«, der Carl-Orff-Grundschule Traunwalchen und dem Dr.-Johannes-Heidenhain-Gymnasium Traunreut in seinem Atelier aufgenommen hat. Die 26 Aufnahmen zeigen Kinder, die in der Region aufgewachsen sind, aber einen anderen kulturellen Hintergrund haben.

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Eine weitere Ausstellung im k1 beschäftigt sich ebenfalls mit der Integration, die in der Stadt Traunreut, in der über 60 Nationen leben, bekanntlich großgeschrieben wird. Die Schüler der Jugendsiedlung Traunreut haben in Zusammenarbeit mit dem Kirchenmaler Stefan Haimerl aus Rott am Inn und der Traunreuter Musikpädagogin Christiane Jung kunstvolle Köpfe kreiert, die verschiedene Nationalitäten zeigen. An dem Projekt »Kunst am Kopf« waren die Fachbereiche Holztechnik, Farb- und Raumgestaltung, Gartenbau und die Friseurabteilung beteiligt. »Eine tolle Idee, die quasi das Markenzeichen der Stadt, nämlich Internationalität, belegt«, fand Parzinger.

Ausstellungen sind noch bis Samstag zu sehen

Diese beiden Ausstellungen und eine dritte, die sich im Freien auf der Parkfläche neben dem k1 befindet, sind noch bis Samstag dort zu sehen. Die Ehrengäste und Besucher des Freiflächen-Projekts, einer begehbaren Kunstinstallation, hatten ihre liebe Müh und Not, einen Weg durch das Labyrinth aus Holzrahmen und -stäben zu finden. Das Kunstobjekt zeigt auf, wie verschlungen die Wege von Menschen mit einer psychischen Erkrankung hin zur seelischen Gesundheit sein können.

Mitarbeiter der Sozialpsychiatrischen Dienste der Caritas Traunstein, der Aktionskünstler Fabian Vogl, Neuntklässler der Walter-Mohr-Realschule Traunreut, das Selbertingerheim aus Nußdorf und die Inzeller Firma Spannring haben dieses Labyrinth konstruiert, in dem jeder die bisweilen mühsame Suche nach einem Ausweg am eigenen Leib erfahren kann.

Die Idee mit diesem Projekt zur Entstigmatisierung und Entmystifizierung von psychischen Krankheiten beizutragen, stammt von den Mitarbeitern der Sozialpsychiatrischen Dienste der Caritas Traunstein, die es jammerschade fänden, wenn aus dieser Kunst-Installation aus Kiefernholz nach den Kulturtagen wieder Kleinholz gemacht würde. »Es wäre sehr schade, wenn das Holz eingeheizt werden wird«, sagte der künstlerische Leiter des Projekts Fabian Vogl dem Traunsteiner Tagblatt.

Deshalb ist man jetzt auf der Suche, einen geeigneten Standort zu finden, wo das 4,50 Meter hohe Kunst-Objekt mit einem Durchmesser von 10,5 Metern dauerhaft aufgestellt werden könnte und somit Schulen oder Interessierten weiterhin zur Verfügung stünde. Ideal wäre ein überdachter Standort, so der Geschäftsführer des Caritas-Zentrums Traunstein, Franz Burghartswieser.

Im Anschluss an die Teileröffnung in Traunreut konnten sich die Gäste bei einem Weißwurst-Frühstück stärken, bevor es vom Traunreuter Bahnhof aus mit der Südostbayernbahn in Richtung Traunstein ging, wo die Kulturtage offiziell eröffnet wurden. ga