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Startschuss fürs Heimatbuch ist gefallen

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Schon 25 Jahre alt ist dieses vergilbte Blatt Papier, das Franz Patzelt (rechts, zusammen mit dem früheren Kreisarchivar Götz von Dobeneck) der Versammlung präsentierte: eine erste, immer wieder überarbeitete Gliederung für ein Heimatbuch. (Foto: H. Eder)

Waging am See. Der Startschuss ist erfolgt für ein Waginger Heimatbuch. Bei einem ersten Treffen, das vom Verein für Heimatpflege und Kultur anberaumt war, trafen sich im Gasthaus Bräukeller knapp 20 Interessierte, die sich verschiedene Arten von Mitarbeit vorstellen konnten. Vorsitzender Franz Patzelt hatte sich, wie er berichtete, zudem auch die Mitarbeit von Fachleuten gesichert: Zugesagt haben demnach Professor Heinz Dopsch aus Salzburg, Hans Roth aus Laufen, der frühere Kreisarchiv Götz von Dobeneck und Claudia Schemmer, die derzeit an einer Doktorarbeit über »Waging nach 1945« arbeitet.


Erste mögliche Gliederung vorgestellt

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Patzelt hatte zudem eine erste mögliche Gliederung mitgebracht, die in regem Gespräch der Anwesenden zwar in einzelnen Teilen verändert oder verschoben wurde, die im Großen und Ganzen aber als Gerüst für die weitere Arbeit bleibt. Da soll die Waginger Geschichte von den Anfängen der Besiedlung in der Region bis zum heutigen Tag erfasst werden. Ein besonderes Augenmerk soll auf der jüngsten Vergangenheit liegen: mit Gebietsreform, Verwaltung, Wirtschaft, Tourismus, Gewerbe und Landwirtschaft. Auch der Kirche solle ein größeres Kapitel gewidmet sein. Letzter Teil des Buches soll den Alltag der Menschen schildern, das Brauchtum, die Vereine und einzelne Personen. Und da sollen auch Geschichten erzählt werden.

Wie Patzelt schilderte, sei die Erstellung eines Heimatbuches eine »Mit-Gründungsidee« des Heimatpflegevereins gewesen. Aber da seien zahlreiche andere Aktivitäten – Archäologie, Bajuwaren, Pfarrhof, Bajuwarenmuseum und -haus – dazwischen gekommen. Zur Erheiterung der Besucher zog er ein großes Blatt Papier aus der Tasche, völlig vergilbt, gedruckt auf Lochstreifenpapier: Das war Patzelts ursprüngliche Gliederung gewesen, fast ein Vierteljahrhundert alt, die er im Laufe der Zeit immer wieder mal herausgezogen und bearbeitet hatte. »Das fängt bei Adam und Eva an«, scherzte er, »und hört bei Herbert Häusl auf.« Der Waginger Bürgermeister war bei dem Treffen auch mit dabei, begrüßte die Idee ausdrücklich und bezeichnete sie auch für ihn als »lang gehegten Wunsch«. Im Rahmen seiner Jahreshefte habe der Heimatpflegeverein ja schon sehr viele Informationen angesammelt, sagte Häusl. Daher gehe es jetzt wohl darum, »zu sammeln, zu ordnen und lesbar zu machen«. Seitens der Gemeinde werde man an dem Projekt sicherlich mithelfen. Möglicherweise werde man auch dem Verein als Zentrale für die umfangreichen Materialien, die sicherlich zusammenkommen werden, einen Raum im Seniorenheim zur Verfügung stellen können.

Kulturreferentin Witzleben ist Ansprechpartnerin

Auch die neue Kulturreferentin Hedwig Witzleben bezeichnete ein Heimatbuch als eine gute Sache; denn die Informationen über die Heimat solle auch für die Kinder und Enkel erhalten bleiben. Sie finde es toll, dass sich hier so viele Menschen dafür engagieren wollen. Und am Schluss des Abends hatte sie auch selber gleich eine Aufgabe übertragen bekommen: Sie agiert zunächst als Anlaufstelle für alle, die Informationen und Materialien per Mail weiterreichen wollen – unter der neuen Mail-Adresse heimatbuchwaging@web.de.

Eine weitere wichtige Aufgabe werde es sein, wie von Dobeneck vorschlug, eine Literaturliste aller über Waging vorhandenen Veröffentlichungen zu erstellen. Christl Hötzendorfer erklärte sich bereit, Interviews mit alteingesessenen Wagingern zu machen. Wichtig sind natürlich auch Fotos: Und dazu kam einmal mehr Patzelts intensiver Appell an alle Bewohner der Marktgemeinde Waging – zu denen selbstverständlich auch alle eingemeindeten Orte dazugehören – doch alles an interessanten Fotos oder Unterlagen herauszusuchen und dem Verein für das Buch zur Verfügung zu stellen.

Gesucht werden auch noch Leute, die sich mit der notwendigen Technik am Computer gut auskennen, und solche, die organisatorisch versiert sind. Patzelt fasste den künftigen Arbeitsauftrag am Schluss kurz und knackig zusammen: »Fangen wir einfach das Sammeln an und werfen alles in einen Korb. Dann überlegen wir, wie wir das unter die Leute bringen. Es sollte nicht zu viel palavert werden.« he