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Startschuss für eine neue Amtsperiode

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Die neuen Gemeinderäte (von links): Markus Entfellner, Manfred Enzinger, Thomas Ager, Matthias Schweigl, Johannes Weber, Hermann Minisini und Thomas Sachenbacher. (Foto: vom Dorp)

Unterwössen. Eine besondere Stimmung herrschte bei der ersten Sitzung des neu gewählten Gemeinderates im Unterwössener Rathaussaal. Anspannung gab es beim neuen Bürgermeister Ludwig Entfellner (CSU) und dem 16-köpfigen Gemeinderat, darunter sieben »Neue«. Neugier dagegen herrschte bei den rund 30 Bürgern auf den Besucherstühlen, unter ihnen der bisherige Bürgermeister Hans Haslreiter. Nach gut zwei Stunden waren alle Formalitäten der konstituierenden Sitzung abgeschlossen und damit die Weichen für die nächste Amtsperiode gestellt.


Dass der neue Bürgermeister in seiner Begrüßungsansprache betonte, für ihn gelte nicht das Sprichwort »aller Anfang ist schwer«, sondern das Hermann Hesse-Wort »jedem Anfang wohnt ein Zauber inne«. Er wolle nicht verwalten, sondern die Zukunft gestalten. Dabei setze er auf eine sachorientierte, mannschaftliche und möglichst vertrauensvolle Zusammenarbeit im Gemeinderat. »Es geht um das Wohlbefinden der Bürger und der Gemeinde.« Unmissverständlich stellte er klar, dass bei einer mangelnden Deckungsgleichheit beider Interessen stets das Gemeinwohl vorrangig sei.

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Eine große Bedeutung attestierte Entfellner der Rathausverwaltung. Auch Geschäftsleiter Thomas Müllinger, der besonders die neuen Gemeinderäte »in der kommunalen Familie« willkommen hieß, bewertete Bürgermeister, Gemeinderat und Verwaltung als eine Einheit.

Nachdem sich alle Gemeinderäte vorgestellt hatten, vereidigte »Alterspräsident« Manfred Enzinger (Freie Wählergemeinschaft, FWG), den neuen Bürgermeister, der kurz darauf sieben neuen Gemeinderäten einzeln den Eid abnahm.

Einig war sich das Gremium, nur einen weiteren Bürgermeister zu wählen. Von den vorgeschlagenen Kandidaten Sandra Sonntag (FDP), Claudia Schweinöster und Barthl Irlinger (beide Oberwössener Wählergruppe, OWG) erhielt der bisherige Zweite Bürgermeister Irlinger mit mehr als der Hälfte der Stimmen wieder den Zuschlag. Für den Fall der gleichzeitigen Verhinderung beider Bürgermeister wählte das Gremium einstimmig Schweinöster zur weiteren Stellvertreterin.

Hinsichtlich der Bildung von Ausschüssen und deren Besetzung kam das Gremium nach längerer Diskussion überein, sich damit noch etwa ein halbes Jahr Zeit zu lassen, »bis sich alle gefunden haben«. Tendenziell will man aber die Zahl der Ausschüsse reduzieren und den vorbereitenden Haushaltsausschuss durch eine Klausurtagung ersetzen. Als vorerst einziger Ausschuss wurde der der Rechnungsprüfung unter der Leitung von Schweinöster mit Markus Entfellner (FDP), Manfred Enzinger, Johannes Weber und Hermann Minisini (beide CSU) bestellt.

Im Abwasserzweckverband Achental vertreten künftig Andreas Voit (OWG), Anton Aberger (CSU) und Thomas Beilhack (SPD) die Gemeinde. Einstimmig zum Ortsheimatpfleger wurde wieder der jetzt ausgeschiedene Gemeinderat Anton Greimel gewählt. Er bekleidet dieses Amt seit 30 Jahren.

Um Spekulationen den Wind aus den Segeln zu nehmen und als Zeichen von Transparenz hatte der neue Bürgermeister die Höhe seiner Entschädigung als ehrenamtlicher Bürgermeister auf die öffentliche Tagesordnung gesetzt. Der gesetzliche Rahmen für eine solche Entschädigung liegt bei Gemeinden in der Größenord-nung von Unterwössen zwischen 3500 und 4 800 Euro monatlich. Der bisherige Bürgermeister hatte rund 4000 Euro erhalten.

Mit einem Mehrheitsbeschluss von elf zu fünf Stimmen wurde die Entschädigung auf 4400 Euro festgelegt. Die Begründung: Das Bürgermeisteramt sei ein Fulltime-Job und lasse keine andere Tätigkeit mehr zu. Während Manfred Enzinger den gesetzlichen Rahmen mit 4800 Euro voll ausschöpfen wollte, plädierte Sonntag dafür, ein Zeichen der Sparsamkeit zu setzen und es bei dem bisherigen Betrag von 4000 Euro zu belassen.

Einstimmig beschlossen wurden außerdem eine Entschädigung von 440 Euro für den Zweiten Bürgermeister und ein  Ehrensold für den ausgeschiedenen Bürgermeister von 37 Prozent seiner Entschädigung. bvd