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Startschuss für ein weiteres Wohnbaugebiet

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Im Westen von Traunreut, im Anschluss an das Unternehmen SCA Packaging, soll ein Wohnbaugebiet ausgewiesen werden. Um das Verfahren einzuleiten, hat der Bauausschuss einer Änderung des Flächennutzungsplans  und  der Aufstellung eines Bebauungsplans zugestimmt. Die Empfehlung muss aber noch vom Stadtrat abgesegnet werden. (Foto: Rasch)

Traunreut – Der Stadtrat hat bereits im letzten Jahr grundsätzlich grünes Licht erteilt, im Zuge der geplanten Erweiterung des Wohngebiets »Abdeckerfeld« in St. Georgen, westlich von Traunreut ein weiteres Wohnbaugebiet auszuweisen. Dieses Wohnbaugebiet im Anschluss an des Verpackungsunternehmen SCA Packaging könnte über die geplante Ampelanlage bei der Einmündung der Gemeindestraße zur Poschmühle in die Kreisstraße TS 42 angebunden werden.


Um das Bauleitverfahren für dieses neue Baugebiet »Stocket« einzuleiten, beschloss der Bauausschuss einstimmig, den Flächennutzungsplan für eine Wohnbebauung zu ändern und einen Bebauungsplan aufzustellen. Die Empfehlung muss aber noch vom Stadtrat in seiner Sitzung am Donnerstag nächster Woche abgesegnet werden.

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Zunächst klärte Stadtbaumeister Thomas Gätzschmann das Gremium darüber auf, was es mit dem Namen »Stocket« auf sich hat. Das Stadtbauamt orientiere sich bei der Namenvergabe neuer Baugebiete an der Historie, sagte Gätzschmann. In den 1930er Jahren habe der Flurname Waldfeld-Stocket geheißen. Damit keine Irritationen zum Wohngebiet »Weisbrunn-Waldfeld« auftreten, habe er sich für »Stocket« entschieden. Auf dem zehn Hektar großen Gelände soll ein reines Wohngebiet entstehen. Vorstellbar seien Einzel- und Doppelhäuser, sagte Gätzschmann. Möglich wäre auch ein gemäßigter Geschoßwohnungsbau. An den Detailarbeiten müsse aber noch gefeilt werden. Über die Grundstücksgrößen könne er zum jetzigen Zeitpunkt noch keine Angaben machen. Aufgrund der hochwertigen Lage wären aber auch größere Bauparzellen vorstellbar. »Auf dem Areal sind je nach Grundstücksgrößen 70 bis 80 Grundstücke möglich.« Vom Bauausschuss wurde angeregt, von einer weiteren Baugebietsausweisung im Bereich des sogenannten Schlittenberges abzusehen. Dieser Bereich sollte so lange wie möglich nicht bebaut werden, lautete der Tenor. Der Anregung schloss sich auch Bürgermeister Klaus Ritter an. Er könne allerdings heute nicht sagen, wie es in 20 Jahren ausschaut, so Ritter.

Neben einer Anbindung über die Kreisstraße soll das neue Wohnbaugebiet zusätzlich über die Kolpingstraße in Richtung Innenstadt erschlossen werden. Weiter teilte Ritter mit, dass durch die Ausweisung dieses Baugebietes im Zuge der Abdeckerfeld-Erweiterung die Kosten für die geplante Büstra-Anlage auf mehrere Baugrundstücke verteilt und somit deutlich reduziert werden könnten. Wie wiederholt berichtet, musste das Verfahren der Baugebietserweiterung »Abdeckerfeld« in St. Georgen wegen der problematischen Anbindung auf Höhe des Bahnübergangs abgebrochen werden. Mehrere Varianten, die Kreisstraße und die Gemeindestraße aufzuweiten, wurden geprüft. Alle Varianten haben sich aber wegen des hohen Flächenverbrauchs als problematisch herausgestellt. Als weiteres nicht gelöstes Problem hatte sich auch das Bahngleis herausgestellt. Laut Experten sei deshalb eine Ampelanlage für Bahn und Straße (Büstra-Anlage) erforderlich, deren Kosten zum Teil auch auf die Grundstückseigentümer umzulegen sind. Isoliert auf die mögliche Erweiterung des Baugebiets »Abdeckerfeld« bezogen, hätte dies allerdings zu unrealistischen Grundstückspreisen geführt. Deshalb hat man überlegt, im Westen von Traunreut ein weiteres Wohngebiet auszuweisen, das ebenfalls über die Einmündung der Gemeindestraße zur Poschmühle in die Kreisstraße TS 42 angebunden werden könnte. Die auf die einzelnen Baugrundstücke entfallenden Anbindungskosten könnten damit deutlich reduziert werden. Der Landkreis Traunstein hatte als Straßenbaulastträger für die Kreisstraße der Maßnahme zwar zugestimmt, jedoch mitgeteilt, dass eine Kostenbeteiligung vonseiten des Landkreises nicht angeboten werden könne, da sich die Notwendigkeit aus der geplanten Erschließung zum »Abdeckerfeld« ergebe.

Die Kostenschätzung für die Ampelanlage beläuft sich auf insgesamt 800 000 Euro. Davon entfallen auf den Straßenbau 320 000 Euro, auf die Bahntechnik 300 000 Euro und auf den Kabeltiefbau 180 000 Euro. Baunebenkosten, Grunderwerb und gegebenenfalls eine Sicherung des Hanges sind in der Kostenschätzung nicht enthalten. Die Entwurfsplanung (Ausweitung der Kreuzung TS 42/Gemeindestraße Poschmühle mit Einbau einer Lichtzeichenanlage und Halbschranken), wurde seinerzeit vom Stadtrat einstimmig gebilligt. Ebenso genehmigt wurden die für die weitere Planung notwendigen Haushaltsmittel in Höhe von 100 000 Euro in den Haushalt 2015 einzustellen. Die laut Kostenschätzung für den Bau erforderlichen Haushaltsmittel in Höhe von 800 000 Euro sollten im Finanzplan 2016 berücksichtigt werden. ga