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Startschuss für »das Zukunftsprojekt« der Gemeinde

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Dr. Elmar Walter (von links), der Dirigent der Musikkapelle Nußdorf, Schulleiterin Sabine Pfaffenzeller und Nußdorf Bürgermeister Hans Gnadl, befüllten die Kupferrolle mit der aktuellen Ausgabe des Traunsteiner Tagblatts, einer Urkunde, Bauplänen, Euro-Münzen und einem Dirigentenstab, bevor diese in die Grundplatte einbetoniert wurde. Pater Gabriel Budau (rechts) spendete den Segen für eine unfallfreie Bauzeit. (Foto: Volk)

Nußdorf – Die Bauarbeiten für den Neubau der Grundschule Nußdorf im Ortsteil Baumgarten sind seit einigen Wochen bereits in vollem Gange. Mit der symbolischen Grundsteinlegung am gestrigen Freitag wurde nun offiziell der Startschuss für die seit Jahren die größte Baumaßnahme der Gemeinde Nußdorf gegeben. Bürgermeister Hans Gnadl, Schulleiterin Sabine Pfaffenzeller und Dr. Elmar Walter, Dirigent der Musikkapelle Nußdorf, legten eine Kupferkassette, die eine Urkunde, Baupläne, aktuelle Euro-Geldstücke, eine Ausgabe des Traunsteiner Tagblatts und einen Dirigentenstab enthält, in eine Aussparung der bereits fertigen Bodenplatte und verschlossen diese mit Beton.


»Unsere Schule wird eine neue, wir freuen uns schon richtig drauf – der erste Stein wird gelegt nun heute, alle Leute sind da und feiern mit. Hurra!« Mit diesem Lied begrüßten die Buben und Mädchen der Nußdorfer Grundschule die vielen Ehrengäste, die zur Grundsteinlegung auf die Baustelle in Baumgarten gekommen waren und brachten damit ihre Vorfreude auf das künftig neue Schulhaus zu Ausdruck. Mit freudig-schneidiger Blasmusik eröffnete zudem die Musikkapelle Nußdorf die Feier, denn auch sie wird im neuen Schulgebäude ihr künftiges Domizil haben.

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Pater Gabriel und sein Ordensbruder gleichen Namens spendeten den Segen für alle, die auf der Baustelle arbeiten, ebenso für alle, die im künftigen Haus leben und lernen. Mit Fürbitten, vorgetragen von den Schülern, und Gebeten wurde um eine unfallfreie Bauphase und den Schutz der Menschen gebeten.

Bürgermeister Hans Gnadl blickte auf die vergangenen Jahre zurück und berichtete, wie es zu der Entscheidung gekommen war, eine neue Grundschule zu bauen. Die ehemalige Schulleiterin Gabriele Willeke habe schon vor Jahren auf die Notwendigkeit der Sanierung des alten Schulhauses am Dorfplatz hingewiesen. Eine Gegenüberstellung der Kosten von Sanierung und Neubau habe gezeigt, dass eine Sanierung, deren Ausmaße unwägbar sind, deutlich teurer wäre, als der Bau eines neuen Schulhauses. Gnadl betonte, dass vor allem die Bereitschaft der Geschwister Blaim, ein Grundstück nördlich der Sportanlagen an die Gemeinde zu verkaufen, die Basis für einen Neubau gelegt habe.

Bauarbeiten dauern noch bis Sommer 2018

Im April begannen die Bauarbeiten für das 3,4-Millionen-Euro-Projekt. Bis zum Sommer 2018 sollen die Bauarbeiten beendet sein; das Schuljahr 2018/2019 soll für die rund 80 Grundschüler das erste in der neuen Schule sein.

Mit dem Neubau der Schule werde die Attraktivität der Gemeinde Nußdorf gewahrt. Im Wettbewerb mit anderen Gemeinden könne Nußdorf durchaus bestehen, betonte Gnadl. »Die Kinder, die heute in die Grundschule gehen, werden irgendwann einmal Verantwortung übernehmen in Kommune oder Vereinen.« Deshalb müsse heute der Grundstock gelegt werden, dass die Jugend am Ort bleibe und Wurzeln schlage. »Die Kinder sollen die Gemeinde lieben und schätzen und hier leben wollen«, so Gnadl. »Kinderlärm ist für uns Zukunftsmusik – mit der neuen Schule wird die Zukunft der Gemeinde gesichert!« Gnadl freute sich auch darüber, dass die Musikkapelle Nußdorf in der neuen Grundschule einen großen Musik- und Probenraum und damit eine Heimstatt erhalten wird.

Architekt Thomas Baron, selbst dreifacher Familienvater, berichtete den gespannt zuhörenden Kindern, wie die neue Schule im Innern aussehen wird und von der großen Besonderheit, der Aula mit großer Treppe, die sich schnell zur Zuschauertribüne, zum Beispiel für eine Theateraufführung, umnutzen lassen wird. Und er erklärte, was es mit der Kupferkassette auf sich hat, die mit diversem Inhalt in den Boden einbetoniert wird: Bei einem Hausbau einen Grundstein – ein Fundament – zu legen gehe bis zu den Griechen und Römern, eigentlich bis zur Steinzeit zurück. Damit wollte man böse Geister einmauern, sodass nur noch gute Geister im Haus verbleiben. Baron sprach die Hoffnung aus, dass der Bau gut und ohne Probleme vollendet und termin- wie kostengerecht der Schlussstein gesetzt werden könne.

Wunsch: Schulhaus, in dem sich alle wohl fühlen

Schulleiterin Sabine Pfaffenzeller schloss sich den Erwartungen an die neue Schule an. Sie wünsche sich, dass es ein Freundlichkeit ausstrahlendes Schulhaus werde, in dem sich alle wohl fühlen, Spaß und Freude haben und gerne darin leben und lernen. »Das beste Zeichen dafür, dass die Gemeinde gedeiht und lebt, ist das für die Zukunft der Kinder ein Grundstock gelegt wird«, hob die Schulleiterin hervor.

Zum Abschluss der Grundsteinlegung sangen die Schulkinder ein Lied, mit dem sie erklärten, was zu einem Dorf gehört, das eine neue Schule baut, vom Architekt über den Maurer bis zum Koordinator. Und sie zeigten, groß auf Schilder geschrieben, was sie sich für die neue Schule wünschen: »Viele Kinder, helle Zimmer, eine gute Organisation, Freude am Lernen, nette Lehrer...« Aus der Schar der Kinder heraus rief eines laut nach vorne »Nettere Lehrer« und hatte damit die Lacher der Festversammlung auf sich vereint. pv

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