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Starker Start für kleine Helden

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Für Chefarzt Priv. Doz. Dr. Gerhard Wolf mit seinem Team der Kinderklinik Traunstein liegt einer der Schwerpunkte der Kinderintensivstation in der »Neonatologie«, also der Versorgung von Früh- und Neugeboren.

Traunstein – In Deutschland kommt jedes zehnte Kind zu früh auf die Welt – für Eltern eine unerwartete Herausforderung. »Die Familien verbringen Wochen und oft sogar Monate auf der Kinderintensivstation«, sagt Chefarzt Priv. Doz. Dr. Gerhard Wolf, Leiter der Kinderklinik am Klinikum Traunstein.


»Für viele ist dies eine lange, schwere Zeit, aber auch eine voller schöner Momente wie zum Beispiel dem Erreichen der 1000-Gramm-Gewichtsgrenze, den ersten Still- und Fütterversuchen oder dem ersten Bad.« Die Neonatologie, also Versorgung von Früh- und Neugeborenen, ist einer der Schwerpunkte der Kinderintensivstation. Diese macht am Welt-Frühgeborenen-Tag auf die besondere Situation für Frühchen aufmerksam.

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Frühgeborenen und ihren Eltern eine Stimme geben

Unter dem Motto »Starker Start für kleine Helden« will die Gründerin des Welt-Frühgeborenen-Tages, die European Foundation for the Care of Newborn Infants (EFCNI), Frühgeborenen und ihren Eltern eine Stimme geben sowie die Leistungen von Ärzten und Pflegekräften würdigen.

Wie vielfältig deren Engagement ist, zeigt das Beispiel der Kinderintensivstation der Kinderklinik am Klinikum Traunstein. Als Verbund-Perinatalzentrum mit dem Klinikum Rosenheim hat die Neonatologie der Kinderklinik Traunstein die höchste mögliche Versorgungsstufe, also Level 1. Seit über 25 Jahren versorgt sie auch kleinste Frühgeborene, die bis zu 17 Wochen zu früh auf die Welt kommen und deren Geburtsgewicht unter 500 Gramm sein kann, umfassend. An der Kinderklinik ist daher auch durchgehend ein Facharzt mit der Zusatzqualifikation Neonatologie, also Neugeborenenintensivmedizin, verfügbar.

»Die gute Versorgung und Betreuung dieser kleinen Patienten und ihrer Familien stellen wir durch ein Team von erfahrenen Kinderärzten, Fachkinderkrankenschwestern mit Qualifikation Intensivmedizin, Psychologen und Sozialpädagogen sowie in Zusammenarbeit mit der Klinikseelsorge sicher«, erklärt Chefarzt Dr. Wolf.

Ein besonderes Anliegen ist dem Team die entwicklungsfördernde Pflege der kleinen, empfindsamen Babys. Ihre Eltern werden von Anfang an ermutigt, so oft und so lange wie möglich bei ihren Kindern zu sein und zum Beispiel durch das »Känguruhen« – die Kinder liegen dabei auf der Brust der Eltern – in Hautkontakt zu treten. Ebenso werden die Eltern so früh wie möglich in die Pflege ihrer Kleinen eingeführt. Steht dann endlich die Entlassung an, blicken die Eltern diesem Termin mit großer Freude, aber oft auch mit großer Unsicherheit entgegen.

Zwei Nachsorgemodelle für den Übergang nach Hause

Diesen Familien bietet die Kinderklinik zwei Nachsorgemodelle an: Aus dem Team der Kinderintensivstation wurde 2009 die sozialmedizinische Nachsorgeeinrichtung »Der Bunte Kreis« gegründet. Nachsorgeschwestern, die die Eltern bereits vom Klinikaufenthalt gut kennen, betreuen die Frühchen auch noch in den ersten zwölf Wochen daheim. Sie beraten bei Pflege und Ernährung, begleiten bei Bedarf zu Kontrollterminen und Therapien.

Um den Übergang nach Hause optimal zu gestalten, wird schon vor der Entlassung ein dichtes Netz aus weiterbetreuenden Ärzten, Therapeuten, Kinderkrankenschwestern und Psychologen geknüpft. Auch bei der Bewältigung von oft hinzukommenden finanziellen und sozialrechtlichen Problemen bietet der »Bunte Kreis« seine Hilfe an.

Ein Kooperationsprojekt zwischen Kinderklinik, Diakonischem Werk Traunstein und Frühförderstellen ist das diagnoseunabhängige Modell »Harl.e.kin-Nachsorge«. Hier werden die Familien von einer Kinderkrankenschwester und einer Mitarbeiterin der Frühförderstelle begleitet. Dieses Projekt gibt es im Landkreis Traunstein seit fünf Jahren. In dem Team der Harl.e.kin-Nachsorge arbeiten zwei Kinderkrankenschwestern, drei Pädagogen und eine Koordinatorin. Seit September sind eine Pädagogin als Koordinatorin und eine Sozialpädagogin neu zu dem Team dazu gestoßen.

Elterncafé am Samstag im evangelischen Gemeindesaal

Jedes Jahr werden alle Eltern und Kinder, die von dem Team der Harl.e.kin-Nachsorge betreut wurden und werden, zum Austausch ins Elterncafe eingeladen. So auch dieses Jahr. Für die Eltern, wie auch für das Team sind diese Treffen besonders wertvoll, da die positive Entwicklung der Kinder im Vordergrund steht und betroffene Eltern sich untereinander austauschen können. Am Samstag findet zwischen 15 und 18 Uhr das Elterncafé im evangelischen Gemeindesaal der Auferstehungskirche in Traunstein statt. fb