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Stadtwerke übernehmen Stromversorgung

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Traunstein – Die Traunsteiner Stadtwerke übernehmen zum Jahreswechsel die Stromversorgung von Kammer und Rettenbach sowie von Teilen des Hochbergs. Bisher wurden diese Stadtteile von der Bayernwerk AG versorgt. Die Umstellung erfolgte bereits am Montag. Für das Leitungsnetz mussten die Stadtwerke einen hohen sechsstelligen Betrag bezahlen.


18 Trafostationen und 35 Kilometer Spannungsnetz

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Das neu zu den Stadtwerken hinzugekommene Netz umfasst 18 Trafostationen, 3 Kilometer Mittelspannungskabel, 3,5 Kilometer Mittelspannungsfreileitung und 35 Kilometer Niederspannungsnetz (Kabel und Freileitung). Es kommen rund 650 Kunden sowie ungefähr 100 Einspeiseanlagen (überwiegend Fotovoltaikanlagen) hinzu. Das berichtete Geschäftsführer Stefan Will in einem Gespräch mit dem Traunsteiner Tagblatt.

Die Übernahme durch die Stadtwerke war möglich geworden, weil im Juni 2013 der Konzessionsvertrag der Stadt Traunstein mit der E.ON Bayern AG für die Versorgung der betreffenden Ortsteile mit Strom ausgelaufen ist. Die Stadt hat die Neuvergabe der Konzession rechtzeitig vorher ausgeschrieben und nach einem Auswahlverfahren die Stadtwerke Traunstein als neuen Vertragspartner ausgewählt. Neben dem der Stadt gehörenden Stromversorgungsunternehmen hatte sich auch der bisherige Betreiber beworben. Der Vertrag zwischen der Stadt und den Stadtwerken wurde nach dem diesbezüglichen Stadtratsbeschluss am 29. November 2012 unterzeichnet. Danach haben die Stadtwerke mit der Bayernwerk AG (früher E.ON Bayern) Verhandlungen zur Übernahme des Stromnetzes aufgenommen. Der Vertrag über den Kauf der Stromversorgungsanlagen wurde heuer im Mai unterzeichnet. Seit dem Frühjahr wurden die Baumaßnahmen (Verlegung eines Mittelspannungskabels) zur Anbindung an das Stadtnetz vorgenommen. Die Entflechtungsmaßnahmen der Bayernwerk AG begannen in der zweiten Jahreshälfte. Parallel dazu wurde die Übernahme des Netzes in der Verwaltung der Stadtwerke vorbereitet. Die Umschaltung am Montag war mit einer kurzen Unterbrechung der Stromversorgung verbunden, da zunächst die Einspeisung der Bayernwerk AG abgeschaltet und dann die von den Stadtwerken Traunstein zugeschaltet werden musste. Wegen der Umschaltung müssen außertourlich auch die Zähler abgelesen werden. Angekündigt worden war, dass der durch das Umschalten bedingte Stromausfall bis zu einer halben Stunde dauern könnte. Tatsächlich waren es aber nur knapp zehn Minuten, in denen die Versorgung unterbrochen war.

An der Trafostation in Roitwalchen in der ehemaligen Gemeinde Kammer fand eine symbolische Schlüsselübergabe statt. Dabei überreichte der Netzmeister der Bayernwerk AG, Wolfgang Benje, dem Netzmeister der Stadtwerke Traunstein, Albert Geisreiter, symbolisch den Schlüssel für das Stromnetz.

Weitere Baumaßnahmen sind notwendig

Mit von der Partie waren unter anderem auch Zweiter Bürgermeister Hans Zillner, der Geschäftsführer der Stadtwerke und Oberbürgermeister Christian Kegel. Er würdigte den Einsatz aller Beteiligten, die für einen reibungslosen Übergang der Versorgung gesorgt haben.

Im kommenden Jahr sind weitere Baumaßnahmen notwendig, um das Netz endgültig zu trennen. Dabei werden die Trafostationen in Neuhausen und Kronacker in das Netz der Stadtwerke eingebunden. Außerdem wird die Verbindung von Kaltenbach bis Kammer geschlossen. -K.O.-