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Stadtrat sprach sich für neues Gewerbegebiet aus

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Traunstein. Keine ruhige Weihnachtssitzung hatte der Traunsteiner Stadtrat in diesem Jahr. Zunächst gab es einige hitzige Diskussion wegen der Güterhalle (wir berichteten bereits), dann sorgte ein weiterer Punkt für viel Gesprächsstoff – und zwar ein neues Gewerbegebiet im Bereich der Südspange und den bestehenden Kiesgruben westlich der Hochstraße. Das Gebiet ist für produzierendes Gewerbe oder Handwerk vorgesehen.


Der Stadtrat hatte dafür bereits in einer nicht öffentlichen Sitzung im Oktober den Grundsatzbeschluss zur Einleitung des Flächennutzungsplanänderungsverfahrens gefasst. Dennoch gab es deswegen noch einmal eine Debatte. Das Gremium stimmte am Ende mit 19:5 Stimmen dafür.

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Simon Steiner von der Traunsteiner Liste kritisierte das Vorgehen scharf. »Wir haben genügend Vorratsflächen in der Stadt«, betonte er. »Es kann nicht sein, dass wir uns einen Flächenkannibalismus unterlegen«, fügte er hinzu. Man müsse sich nicht ständig dem Wettlauf der Gemeinden hingeben, wer den billigsten Grund habe. »Grund hat seinen Preis, das ist keine Ramschware«, sagte er.

»Ich weise nachdrücklich zurück, dass es sich um eine Vorratsflächenausweisung handelt«, erwiderte Kösterke. Schließlich habe man bereits Interessenten, betonte er.

Burgi Mörtl-Körner (Bündnis 90/Die Grünen) sprach sich ebenfalls gegen das neue Gewerbegebiet aus. »Ich sehe große Probleme, wenn sich Traunstein weiter Richtung Süden ausweitet.« Es tue ihr in der Seele leid, wenn man so viele Flächen verbaue. Zumal noch »Gewerbeflächen vorhanden sind«. Sie würde sich ein besseres städteplanerisches Vorgehen für die Zukunft wünschen, fügte sie hinzu.

Gerade diese Aussage rief den Zweiten Bürgermeister Hans Zillner (CSU) auf den Plan. Man sage immer städteplanerisches Vorgehen, »aber dafür muss auch eine Verkaufsbereitschaft da sein«, betonte er. »Das muss zusammenpassen.« Es sei seiner Meinung nach ein Glücksfall, wenn Unternehmen entscheiden, nach Traunstein zu kommen.

Wilfried Schott (Bündnis 90/Die Grünen) sah das wieder anders. »Jede weitere Ausweitung eröffnet ein neues Fass«, gab er zu bedenken. »Erst sollten alle offenen Flächen so gut genützt werden wie möglich. Wenn wir an unsere Grenzen stoßen, dann kann man neu überlegen«, sagte er.

Kösterke fragte ihn: »Ich weiß nicht recht, welche Flächen Sie konkret meinen?« Man habe nicht mehr so viele Alternativen, fügte er hinzu.

Karl Schulz (CSU) sprach sich ausdrücklich für das neue Gewerbegebiet aus. »Aus meiner Sicht ist es in Ordnung, die nächste Entwicklung zuzulassen.« Traunstein sei ein hochattraktiver Standort – auch wegen der Anbindung zur Autobahn. Konrad Obermaier (SPD) ergänzte, dass der Stadtrat sich bereits bei seiner Klausurtagung dafür ausgesprochen hat, an der Stelle das Gewerbe weiterzuentwickeln.

Zur Vorsicht rief Wolfgang Lenz (UW) auf. »Die Innenstadt blutet aus, wenn wir nicht aufpassen«, betonte er. »Gewerbe ja, Einzelhandel auf keinen Fall«, lautete sein Fazit. Zillner betonte zum Abschluss, dass man es den Traunsteiner Firmen schuldig sei zu helfen, wenn sie sich in der Fläche erweitern wollen. Zudem beantragte er das Ende der Debatte. Der Stadtrat stimmte den Antrag zu und sprach sich dann auch mehrheitlich für das Gewerbegebiet aus.

In den nächsten Monaten wird das Thema Gewerbegebiet den Stadtrat übrigens noch mehrfach beschäftigen. Denn auch östlich der Hochstraße soll ein Gewerbegebiet entstehen – doch dies ist sehr umstritten. SB