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Stadtrat lehnt Ausbau der Straße »Frühlinger Spitz« ab

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Durch einen Ausbau der Frühlinger-Spitz-Straße hätten auch die beengten Stellen auf Höhe Berufsschule der Jugendsiedlung beseitigt werden können. Der rund 1,1 Millionen Euro teure Ausbau mit Anbindung an das BSH-Werk wurde jedoch vom Stadtrat abgelehnt. (Foto: Rasch)

Traunreut – Mit knapper Mehrheit von 14 zu 11 Stimmen hat sich der Traunreuter Stadtrat bei den Haushaltsberatungen gegen den Ausbau der Straße »Frühlinger Spitz« ausgesprochen. Rund eine Million Euro sollten für den Grunderwerb und die Baukosten eingestellt werden, außerdem 100 000 Euro für die Planung der neuen Straße.


Der Ausbau der Straße sollte Teil der neuen Ostumfahrung um Traunreut werden und die Anbindung einer möglichen Ostzufahrt des BSH-Werks verbessern. Vorbereitend für den Haushalt 2018 und die Finanzplanung für 2019 sollten insgesamt rund 1,1 Millionen Euro vorgesehen werden. Vor allem die aus Traunwalchen kommenden CSU-Stadträte Reinhold Schroll, Hans Jobst und Hans Kneffel sowie Verkehrsreferent Roger Gorzel (BL) argumentierten gegen den Ausbau der Straße, bevor auch nur eine Aussicht auf die neue Ostumfahrung und die ebenfalls geplante, neue Anbindung der Kreisstraße TS bei Frühling in Sicht ist.

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Wie Bürgermeister Klaus Ritter erklärte, sollte der Ausbau der desolaten und engen Straße an der Berufsschule vorbei die Anbindung für den Verkehr verbessern, der über die Nordtangente (Staatsstraße 2104) kommt und eine gewünschte Ostzufahrt zum BSH-Werk zum Ziel hat. Wie mehrfach berichtet, baut BSH dort gerade sein Logistikzentrum aus und es laufen Verhandlungen zwischen der Stadt und BSH, um dort eine Zufahrt zu schaffen. Dazu hätte BSH auch Straßengrund zur Verfügung gestellt, um die bestehende Straße zu verbreitern und mit einem Geh- und Radweg auszustatten.

Reinhold Schroll erinnerte aber daran, dass er schon bei den Entscheidungen zur Ostumfahrung darauf hingewiesen habe, dass für ihn dort alle Straßenbauten möglichst zeitgleich erfolgen müssten. Da der Bau der Ostumfahrung noch sehr unsicher ist, führe der jetzt geplante, alleinige Ausbau am Frühlinger Spitz zu einer Mehrbelastung von Traunwalchen und Frühling: »Das kann ich nicht mittragen.« Hans Jobst unterstützte diese Ansicht: »Traunwalchen ist schon jetzt an der Grenze und verträgt nicht mehr. Durch den Ausbau der Straße würde der Verkehr aber steigen.«

Bürgermeister Ritter wollte diese Einschätzungen nicht teilen: »Über Frühling sehe ich dabei keine Mehrung und auch in Traunwalchen wird der Verkehr auf dem jetzigen Stand bleiben.« Besser werde aber die Anbindung von Norden und durch den Gehweg könne die Gefährdung vor der Schule abgebaut werden. »Zudem ist die Straße für die Industrie wichtig.«

Verkehrsreferent Roger Gorzel (BL) teilte die Einschätzung der CSU-Stadträte und warnte auch vor zunehmendem Verkehr auf der Kreisstraße TS 1 zwischen Palling und Traunstein, da Lastwagen mit Einführung der Lkw-Maut auf der Bundesstraße 304 ab Juli 2018 vermehrt auf solche Wege ausweichen würden: »Und die fahren dann durch Frühling. Wir verlagern damit das Problem nur nach Traunwalchen.« Gabriele Liebetruth (BL) pflichtete bei, dass die Straße am Frühlinger Spitz schon jetzt beim Schichtwechsel von BSH überfüllt sei: »Wenn wir die Straße ausbauen, ziehen wir dort noch mehr Verkehr hin.«

Auf den Vorschlag von Hans Jobst, eine alternative Straße zu planen, die nicht auf der bisherigen Trasse an der Berufsschule vorbeiführt, sondern zwischen Möbel Jobst und Berufsschule und durch den Wald Richtung Osten verläuft, warb Ritter dafür, zumindest Geld für einen Verkehrsplaner einzuplanen, um erörtern zu lassen, wie sich die Lage entwickeln würde. Doch auch diese Option lehnte der Stadtrat mehrheitlich ab. ga

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