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Stadtrat bewilligte weitere 320 000 Euro

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Die Philipp-Reis-Straße im Gewerbegebiet Äuglwald ist die neue Adresse des Traunreuter Bauhofs. Laut einer aktuellen Kostenrechnung werden sich die Mehrkosten bei rund 800 000 Euro bewegen und somit die Gesamtkosten 11,3 Millionen Euro betragen. (Foto: Rasch)

Traunreut – Der Stadtrat genehmigte weitere 320 000 Euro um die rund 800 000 Euro Mehrkosten, die beim Bau des neuen Bauhofes entstanden sind, abzudecken. Der Betrag soll laut einstimmigem Beschluss im Haushalt 2016 berücksichtigt werden. Eine endgültige Schlussrechnung des Neubaus liegt noch nicht vor. Es ist aber davon auszugehen, dass sich die Gesamtkosten bei 11,3 Millionen Euro bewegen werden.


Nach Angaben der Kämmerei seien in den Haushaltsplänen von 2012 bis 2015 insgesamt 11,02 Millionen Euro für das Projekt veranschlagt worden. Der Haushaltsansatz für das laufende Jahr sei bisher noch nicht verbraucht worden und könne daher in das nächste Jahr übertragen werden. Um aber die zwischenzeitlich entstandenen Mehrkosten von rund 800 000 Euro abzudecken, sind weitere 320 000 Euro erforderlich.

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Mehrere Gründe für Mehrkosten

Diese Mehrkosten seien etwa durch ein Bodengutachten und eine notwendige Kampfmittelerkundung entstanden und durch die Errichtung eines zusätzlichen Außenlagerplatzes, für den man sich erst zu einem späteren Zeitpunkt entschieden habe. Nachträglich angeschafft wurden unter anderem auch eine Stiefelwaschanlage und eine Kühlzelle. Während bei einigen Gewerken die Kosten nach unten korrigiert werden konnten, erhöhten sich bei einigen Gewerken die Auftragssummen. Teurer als ursprünglich angenommen sind etwa die Fassaden und die Wärmedämmung, ebenso die Elektro- und Heizungsarbeiten sowie die Schlosser- und Stahlarbeiten. Die Mehrkosten beinhalten auch eine Steigerung der Ingenieurhonorare.

Im Stadtrat wurde diese massive Honoraränderung heftig kritisiert. »Die Honorarerhöhung macht mich schon stutzig«, sagte Ernst Ziegler (SPD). Auch Reinhold Schroll (CSU) konnte die Anpassung der Architekten- und Ingenieurhonorare nicht nachvollziehen. Das Gremium war von einem verbindlichen Honorar ausgegangen, musste sich aber von Christian Auerbach von der kplan AG eines Besseren belehren lassen. Nach seinen Aussagen sei die Erhöhung auf eine neue Honorarordnung für Architekten und Ingenieure zurückzuführen, die 2013 gesetzlich festgelegt worden sei. Auerbach: »Das ist eine reine Rechtsordnung.«

Auf Anfrage von Martin Czepan (Grüne) teilte Bauhofleiter Josef Bernhofer mit, dass sich die Unterhaltskosten im Vergleich zum alten Bauhof alleine schon wegen der neuen Richtlinien erhöhen werden. Gleichzeitig könnten aber durch die Zusammenführung der Bereiche an einen Standort nicht unerhebliche Einsparungen getätigt werden. Den Vorwurf von Christian Stoib (SPD), der Bauhof würde angesichts der kürzlich in den Haushalsberatungen genehmigten Beschaffungen für den allgemeinen Betrieb zu viel fordern, wies Bernhofer entschieden zurück. Die Anschaffung von neuen oder Ersatzfahrzeugen hätte nichts der Baumaßnahme zu tun, konterte der Bauhofleiter. »Wir könnten uns locker vier Fahrzeuge sparen und damit auch Personal einsparen, dann aber auch keinen Schnee räumen.« Als Mitglied im Bauhof-Ausschuss bestätigte Gabi Liebetruth (Bürgerliste), dass die Bauhofleitung die Kosten von Anfang an im Griff gehabt habe. Bei jeder Steckdose sei überlegt worden, »ob sie sein muss oder nicht«. »Der Bauhof ist ein Zweckbau und kein Luxus und war schon lange notwendig«, so Günther Dzial (SPD).

Der Neubau an der Philipp-Reis-Straße 1 im neuen Gewerbegebiet Äuglwald wurde nach gerade mal 15 Monaten Bauzeit bereits bezogen. Auf dem rund 17 000 Quadratmeter großen Gelände entstanden sechs Einzelgebäude: Ein Verwaltungsgebäude, Magazin- und Werks- hallen, KFZ-Werkstatt und eine beheizte Fahrzeughalle mit elektronisch gesteuerten Toren sowie eine über 800 Quadratmeter große Lagerhalle. Voraussichtlich am 15. April nächsten Jahres soll das Großprojekt im Rahmen eines »Tag der offenen Tür« eingeweiht werden. ga

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