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Stadtentwicklung und Verkehrsanbindung

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Traunstein. »Verkehr und Stadtentwicklung hängen eng zusammen, da gibt es in Traunstein noch Handlungsbedarf«, sagte OB-Kandidat Christian Kegel bei der Gesprächsrunde der Traunsteiner SPD mit Bürgern im Sailer-Keller.


Seit Freigabe der Nordumfahrung könne nicht nur der Schwerlastverkehr Traunstein zügig umfahren, auch für die lärmgeplagten Anlieger von der Wasserburger Straße bis zum Hallabrucker Berg und für die Innenstadt bedeute das eine große Entlastung. Dass das Staatliche Bauamt für die Anlieger am Schwimmbad, der Daxerau und der Salzburger Straße nach geltenden Richtlinien keinen Lärmschutz planen konnte, werfe die Frage auf, ob solche Richtlinien den tatsächlichen Belastungen noch entsprechen. Man müsse immer wieder »nachbohren«, meinte Kegel.

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»Eine barrierefreie Fußgänger- und Radfahrerbrücke über die Salzburger Straße ist nach wie vor dringend notwendig«, sagte Stadtrat Peter Forster. Diese Brücke habe die Fraktion seit Jahren gefordert. Zum Beispiel müssten viele Schüler von Hallabruck aus jeden Tag im Berufsverkehr diese Straße überqueren. Demnächst könne mit dem Bau begonnen werden, wenn eine Lösung mit den Nachbarn gefunden werden könne und die Weiterführung der Fußwege von der Salzburger Straße Richtung Innenstadt ebenfalls eingeplant sei.

Die Verkehrsuntersuchung Traunstein-West solle klären, ob die Verlängerung der Südspange vom Kreisverkehr bei Axdorf bis zur Chiemseestraße einen bedeutenden Beitrag zur Verbesserung der Verkehrsverhältnisse leisten kann, so die Fraktionsvorsitzende Ingrid Bödecker. Vor allem gehe es um die Entlastung der Chiemseestraße, der Wohnstraßen in Oberhaid, Unterhaid und Haslach. Mittels Verkehrszählung und Befragung der Autofahrer würden die Verkehrsströme analysiert und eine Prognose für 2025 erstellt. Wenn diese Zahlen vorlägen, könne fundiert beraten werden. Dringend notwendig sei auch eine Verbesserung der Situation an der Wegscheidbrücke. Für die Planung soll ab 2015 Geld zur Verfügung stehen, hieß es beim Staatlichen Bauamt. Da sei nach langen Jahren des Wartens endlich Bewegung erkennbar, stellte Christian Kegel erfreut fest.

»Wann geht es weiter mit dem Bahnhofsumbau?« wollte Otto Blaß wissen. Große Fortschritte habe es ja bereits gegeben, machte Stadtrat Sepp Hinterschnaiter deutlich. Inzwischen seien die Umbauarbeiten einen Riesenschritt vorangekommen: Aufzüge stünden an der Güterhallenstraße, an Gleis 1 und 2 sowie an Gleis 3 und 4, sie dienten den Reisenden wie dem allgemeinen Fußgängerverkehr innerhalb der Stadt. Der Zentrale Omnibusbahnhof wurde umgebaut, der Mittelbahnsteig erhöht und damit ein barrierefreies Einsteigen möglich.

»Leider ist das Ein- und Aussteigen an Gleis 1 und 2 immer noch eine Plage«, beklagte Ernst Holl. »Der Zugverkehr in Richtung Salzburg muss auf Gleis 1 verlegt werden, der Bahnsteig erhöht und neue Technik am Stellwerk und den Signalen eingebaut werden«, betonte Hinterschnaiter. Die SPD setze sich weiter dafür ein, dass Traunstein der Hauptbahnhof des Chiemgaus bleibe. »Das leere Gütergleisgelände muss unbedingt wieder einer Nutzung zugeführt werden«, forderte Dritte Bürgermeisterin Traudl Wiesholler-Niederlöhner.

Die Projektentwicklung für ein Kompetenzzentrum für alpines Bauen ziehe sich jetzt schon sehr lange hin. Das Projekt sei vielversprechend: Für Handwerk und Gewerbe, ein Hotel oder eine Jugendherberge sei das Gelände genau der richtige Standort. Wenn Traunstein den Zuschlag für die Landesgartenschau bekomme, könne auch in diesem Rahmen eine Entwicklung des Geländes erfolgen. Dringend gebraucht werde ein Parkhaus, wenn die zahlreichen »wilden« Parkplätze nach der neuen Nutzung des Geländes nicht mehr zur Verfügung stehen. Weiter müsse die Güterhallenstraße ausgebaut und versucht werden, diese besser an die Wegscheid anzubinden.

Ob-Kandidat Christian Kegel begrüßte die Planungen und sagte, er werde sich für die Verwirklichung hartnäckig einsetzen. Traunstein als Standort mittelständischer Betriebe und als Schulstadt könne so seinen Status als Oberzentrum weiterentwickeln. Kegel lobte besonders den Seniorenbeirat, der sich aktiv mit dem innerstädtischen Busverkehr auseinandersetze. Dabei sei eine Diskussion über einen Versuchsbetrieb für eine Ergänzung nötig, etwa durch einen Rufbus.

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