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Stadt Traunstein kauft »Hans-Mayer-Haus«

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Das »Hans-Mayer-Haus« am Maxplatz neben dem Heimathaus hat die Stadt Traunstein für die Stiftung Heimathaus erworben. Damit besteht die Möglichkeit, das Stadt- und Spielzeugmuseum zu erweitern. (Foto: Buthke)

Traunstein – Eine höchst erfreuliche Mitteilung machte Oberbürgermeister Christian Kegel den Mitgliedern des His-torischen Vereins für den Chiemgau zu Traunstein bei deren Jahreshauptversammlung im Heimathaus: Der Stadt ist es gelungen, das auf dem Maxplatz an das Stadt- und Spielzeugmuseum anschließende Haus des bekannten, bereits verstorbenen »Radlmachers« Hans Mayer von dessen Erben zu erwerben.


Das Haus werde zu großen Teilen der Stiftung Heimathaus zur Verfügung gestellt, kündigte Kegel an. Dies sei eine einmalige Chance, das Museum zu erweitern. »Dies ist absolut im Sinne von Hans Mayer«, sagte er. In absehbarer Zeit könne hier etwas Großartiges entstehen. Der Historische Verein und die Stiftung Heimathaus nähmen ein extrem wichtiges Angebot wahr, denn eine Stadt ohne Geschichte sei keine Stadt. »Was wäre eine Stadt ohne Historie? Um das Heimathaus beneiden Traunstein andere Städte«, so der Rathauschef.

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Der Vorsitzende Hans Helmberger wies auf den starken Mitgliederzuwachs des Vereins hin – 150 Neuzugänge in den vergangenen vier Jahren. Alleine im vergangenen Jahr seien es 34 gewesen. Dies beweise den guten Ruf des Vereins und die Tatsache, dass er bei den Leuten gut ankomme. Helmberger berichtete von sechs Vorträgen, darunter einer über »Napoleon in Bayern« sowie einigen Exkursionen. Er erwähnte dabei die Fahrt zur Landesausstellung »Napoleon und Bayern« in Ingolstadt. Der Max-Fürst-Preis ging an Hans Lauber.

Max-Fürst-Preis geht heuer an Hubert Steiner

Zugleich gab er den Max-Fürst-Preisträger 2016 bekannt. Es ist Hubert Steiner, der Vorsitzende des Heimathauses Chieming und Ortsheimatpfleger von Chieming. Die Übergabe des Max-Fürst-Preises wird am 22. Juni erfolgen. Steiner erklärte, der Preis unterstütze ihn in seiner Arbeit. »Ich hoffe, dass ich dadurch bei der Gestaltung im Ort mehr Gehör fin-de.« Vielleicht sei dies ein Anlass, das eine oder andere verwirklichen zu können.

Erstmals habe der Verein mit viel Erfolg einen Sommerstammtisch durchgeführt, an dem jeder, wie ihm der Schnabel gewachsen sei, habe reden können, sagte Helmberger. Wie sehr das von Stadtarchivar Franz Haselbeck und seinen Autoren zusammengestellte Jahrbuch des Vereins gefragt sei, belegten die steigenden Verkaufszahlen. Sein Dank galt dabei den vielen Sponsoren.

In den Medien sei der Verein sehr gut vertreten. Immer wichtiger werde das Internet. Die Internetseite des Vereins habe in den vergangenen vier Jahren weit über 100 000 Klicks verzeichnet.

Die Landesgartenschau sei eine gute Gelegenheit, die Stadtentwicklung voranzutreiben und gleichzeitig das historische Gesicht zu wahren, so Helmberger. Leider bleibe das historische Gesicht oft auf der Strecke. Der Historische Verein müsse daher seine Stimme erheben. Die Landesgartenschau biete eine Möglichkeit, das Stadtbild weiterzuentwickeln und Traunstein als liebenswürdige Stadt in der Region zu zeigen.

Eine Arbeitsgruppe arbeite bereits am Jubiläum »400 Jahre Salz in Traunstein« 2019. Geplant seien Ausstellungen, Vorträge und Publikationen. Ein großes Projekt sei die Errichtung des Salinenparks in der Au.

Der Erwerb des »Hans-Mayer-Hauses« für die Stiftung Heimathaus sei auch für den Historischen Verein ein gewichtiger Schritt nach vorne. Für eine Erweiterung müsse man zunächst ein inhaltliches Konzept erstellen. Dann müsse man zusammen mit der Stadt ein bauliches und technisches Konzept vorlegen. »Das dauert eine Zeit lang«, meinte der Vorsitzende.

Schüler mit historischem Interesse

Die Beschilderung von historischen Gebäuden sei leider nicht vorwärtsgekommen. Ein Praxisseminar des Chiemgau-Gymnasiums habe die Idee aufgegriffen und werde eine Beschilderung mit QR-Code durchführen. »Im Frühjahr wird dies in Angriff genommen«, erklärte Helmberger. Er freue sich, dass das Interesse an historischen Themen in den Schulen ausgeprägt sei. Dies sei ein Indiz, dass die Geschichte noch nicht aus den Köpfen der Schüler verschwunden sei.

Laut Schatzmeisterin Silvia Fröhler machte der Verein 2015 einen Überschuss von rund 3300 Euro. Der Verein machte eine Rückstellung von 10 000 Euro, mit der er sich am Ausbau des »Hans-Mayer-Hauses« beteiligen will. Der aktuelle Mitgliederstand beträgt laut Fröhler 361.

Archivverwalter Werner-Paul Hellmuth berichtete, die Bücherei sei 2015 um 53 Straßenbücher gewachsen. Bald seien die ganze Stadt und ihre Nebengemeinden vollständig bearbeitet. Mit dem Angebot, die Fotobücher einzusehen, kämen jetzt auch die Einheimischen ins Museum. Über 100 Bücher, Broschüren sowie etliche Exponate habe der Verein erwerben können.

Heimathausleiter Dr. Jürgen Eminger gab einen Überblick über die Museumsarbeit wie etwa die durchgeführten Sonderausstellungen. Außerdem wurden die Inventarisierung fortgesetzt, die Fotosammlung sortiert und die Waffenkammer neu eingerichtet. Dazu ist es wieder gelungen, einige wertvolle Exponate zu erwerben. Doch auch außen tat sich einiges: Das Haus erhielt eine Dachrinnenheizung, teilweise eine neue Fassadenfarbe und neue Dachschindel.

Immer wieder, so Eminger, würden aus dem Heimathaus hochkarätige Leihgaben zu Ausstellungen geschickt. Und in der Zieglerwirtstube führte der Verein wieder eine Reihe an Veranstaltungen durch, wobei das »Erzählcafé« mit großem Erfolg weitergeführt in die nächste Runde ging. Bjr