Stadt genehmigt Neubau Süd des Klinikums Traunstein

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Im Bauabschnitt (BA) 1 errichtet die Kliniken Südostbayern AG den Neubau Nord, der Rohbau steht inzwischen. Im BA 2 geht sie dann an den Neubau Süd. (Foto: Kliniken Südostbayern AG)

Traunstein – Genehmigt hat die Stadt die Pläne für den Neubau Süd des Klinikums Traunstein. Einstimmig hat der Ausschuss für Planung, Bau und Digitalisierung des Stadtrats dem Vorhaben der Kliniken Südostbayern AG grünes Licht gegeben. Der Neubau Süd bildet den zweiten Bauabschnitt im Rahmen der Rundumerneuerung des Klinikums.


Die Kliniken AG hat vor über einem Jahr ein Mammutprojekt in Traunstein gestartet: Schritt für Schritt erneuert sie nun das Krankenhaus in der Kreisstadt. Inzwischen schon weit vorangetrieben hat sie den Neubau Nord, den sie im ersten Bauabschnitt errichtet. Die voraussichtlichen Kosten betragen 34,8 Millionen Euro. Dieser Tage hat sie den Rohbau vollendet. Voraussichtlich Ende des Jahres ist das Gebäude bezugsfertig, die Stationen ziehen schließlich ein. Und dann eröffnet sie den zweiten Bauabschnitt und steigt ein in den Neubau Süd. Die Kosten in diesem Fall: 47,9 Millionen Euro.

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Die Kliniken AG setzt sich zum Ziel, den Neubau Süd in der Zeit von Herbst 2022 bis Frühjahr 2025 zu schaffen. Dieser neue Trakt des Klinikums wird einmal, so die Planung, die Pflegestationen Kinder- und Jugendmedizin, die Kinderintensivstation, die Intensivmedizin für Neugeborene und Frühchen, die Medizinischen und Chirurgischen Intensivstationen, die Kindertagesklinik, die Tagesklinik Psychosomatik und Personalumkleiden beherbergen.

Oberbürgermeister Dr. Christian Hümmer (CSU) sagte in der Ausschusssitzung, für viele Bürger sei die sehr gute medizinische Versorgung in Traunstein nicht der Rede wert. Doch dass eine Stadt wie Traunstein über ein Krankenhaus einer so hohen Qualität verfüge, sei keineswegs selbstverständlich.

Der Landkreis Traunstein investiere in der Kreisstadt sehr viel Geld, so Hümmer weiter. Der Oberbürgermeister erinnerte an die Pläne, den Campus Chiemgau zu errichten, die weiterführenden Schulen um- und auszubauen – und an das Mammutprojekt der Erneuerung des Klinikums. Der Rathauschef führte aus, dass der Landkreis eine halbe Milliarde Euro in Traunstein investiere.

Mit rund 2000 Arbeitsplätzen sei das Klinikum Traunstein »für unsere Stadt ein ganz großer Gewinn«, erinnerte der Oberbürgermeister daran, dass die Kliniken Südostbayern AG für Beschäftigung in Traunstein sorgt. Er brach eine Lanze dafür, die Kliniken AG und das Krankenhaus Traunstein »gut zu behandeln« – was der Ausschuss dann auch insofern machte, als dass er Überschreitungen der Abstandsflächen, die im zweiten Bauabschnitt unumgänglich sind, genehmigte.

»Was dort in den nächsten Jahren entsteht, kann man gar nicht hoch genug einschätzen«, würdigte Karl Schulz (CSU) die Baumaßnahmen, die der Klinikenverbund in Traunstein ergreift. Die Investitionen seien ein »Quantensprung« auf dem Weg, die Standorte zu erhalten. Jetzt zahle sich aus, dass sich die beiden Landkreise Traunstein und Berchtesgadener Land vor Jahr und Tag dazu entschieden hatten, die Kliniken in öffentlicher Trägerschaft weiterzuführen – und sie damit nicht zu privatisieren. Den damaligen Entscheidungsträgern zollte Schulz Mut und Verantwortung, als sie beschlossen, eben diesen Weg einzuschlagen.

Im Gremium bestand große Einigkeit, dass diese Weichenstellung voll und ganz richtig war. So sagte auch Oberbürgermeister Hümmer, er sei »sehr froh«, dass die Krankenhäuser seinerzeit in kommunaler Trägerschaft geblieben sind. Zweite Bürgermeisterin Burgi Mörtl-Körner (Bündnis 90/Die Grünen) stieß in dasselbe Horn und sprach im Rückblick von einer »sehr guten Entscheidung«, die sechs Klinken unter einem kommunalen Dach zusammenzufassen, um Synergieeffekte zu nutzen. Schließlich stünden die Krankenhäuser unter enormem Druck, wirtschaftlich arbeiten zu müssen. Und auch Robert Sattler (SPD/Die Linke) war froh, wie er sagte, dass die Kliniken nicht privatisiert worden sind. Gleichwohl erinnerte er auch daran, dass das kleinere Haus in Waging aufgelöst worden sei.

Auch nach dem Neubau Süd wird das Klinikum Traunstein eine Baustelle bleiben. So beabsichtigt die Kliniken Südostbayern AG, dann noch weitere Bauabschnitte folgen zu lassen.

Schon in den Umrissen steht die Planung des dritten Bauabschnitts. Voraussichtlich von 2025 bis 2029 errichtet sie in weiteren neuen Trakten ein Mutterkindzentrum mit Kreißsälen und Wochenstation, die Zentrale mit zwölf OP-Sälen, die Radiologie, die Herz-/Kreislaufdiagnostik, das Herzkatheterlabor, die Angiographie und die Schule für kranke Kinder. Die Kosten bewegen sich voraussichtlich in einer Größenordnung von 100 Millionen Euro.

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