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Stadt gegen Lkw-Sperrung der Staatsstraße 2096

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Traunreut. Im Rahmen der Anträge der Gemeinden Nußdorf und Chieming, den Schwerlastverkehr in Richtung Autobahn umzulenken, wurde die Stadt Traunreut vom Landratsamt jetzt um eine Stellungnahme gebeten. Wie es in dem Schreiben des Landratsamtes heißt, haben die beiden Gemeinden Maßnahmen beantragt, um den Verkehr zur Autobahn über die Bundesstraße 304/B306 statt wie derzeit über die Staatsstraße 2096 zu führen.


Im Fokus der beantragten Maßnahmen steht die verkehrsrechtliche Sperrung der Staatsstraße 2096 für den Schwerlastverkehr zwischen der Abzweigung von der B 304 bis zur Autobahn oder auch lediglich die Änderung der wegweisenden Beschilderung an der Kreuzung Staatsstraße 2096/B304, wodurch über die B 304 auf die Anschlussstelle Traunstein/Siegsdorf hingewiesen wird. Eine verkehrsrechtliche Auswirkung hätte die Änderung nach Angaben des Landratsamtes nicht. Eine Änderung der Beschilderung würde auf jeden Fall auf dem Traunreuter Stadtgebiet im Ortsteil Matzing erfolgen. Die Stadt sei Ziel und Endpunkt der Staatsstraße 2096. Ein Großteil des Verkehrs aus dieser Richtung komme von der Autobahn bzw. fahre dort hin, heißt es in dem Schreiben, in dem gleichzeitig darauf hingewiesen wird, dass sich die Straßensperre für den Schwerlastverkehr auf die Betriebe und Unternehmen, die über diese Straße angefahren werden, auswirken könnte.

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Elsen: »Problem wird damit nur verlagert«

Diese Befürchtung teilt auch die Stadt Traunreut. Die Stadt habe zwar vollstes Verständnis für die Anliegen der Gemeinden Nußdorf und Chieming, gleichzeitig sei der Wirtschafts- und Industriestandort Traunreut aber auf eine gute Verkehrsanbindung auch wegen der vielen Arbeitsplätze angewiesen, heißt es in einer Stellungnahme, die vom Stadtrat bei sieben Gegenstimmen abgesegnet wurde. In der Stellungnahme wird auch darauf hingewiesen, dass damit ein Bezugsfall für andere Staats-, Kreis- und Gemeindestraßen geschaffen werde. Das Problem werde dadurch nur verlagert, betonten Michael Elsen (CSU) und Günther Dzial (SPD), die den Vorschlag der Stellungnahme der Verwaltung neben vier Gremiumsmitgliedern ablehnten, in dem es weiter hieß, dass eine Änderung der Beschilderung an der Einmündung der Staatsstraße 2096 in die B 304 bei Matzing mit der generellen Verkehrsführung in Richtung Autobahneinfahrt Traunstein/Siegsdorf als vorrübergehende Notlösung im Sinne der Entlastung der Ortsdurchfahrten an der Staatsstraße 2096 akzeptabel sei. Zwingend notwendig sei auf jeden Fall der Hinweis auf Traunreut bei der Beschilderung vor der Autobahnausfahrt Traunstein/Siegdorf. Auf Anregung von Hans Kneffel (CSU) soll in der Stellungnahme auch auf die in Matzing fehlende Beschilderung zur Autobahn hingewiesen werden.

Auch Firmen wurden um eine Stellungnahme gebeten

Im Zuge der Stellungnahme durch die Stadt, wurden auch die in Traunreut ansässigen Firmen Bosch-Siemens-Hausgeräte GmbH (BSH), Heidenhain und Siteco um eine Stellungnahme gebeten. Die BSH schreibt dazu: »Die neugestaltete Umgehung der Stadt Traunstein über den Ettendorfer Tunnel ist aus unserer Sicht durchaus geeignet, um den Schwerlastverkehr von und nach Traunreut über die Anschlussstelle Siegsdorf umzuleiten. Der etwas weitere Weg (zirka 9 Kilometer) sollte in der Gesamtbilanz zu verkraften sein. Die Ortsdurchfahrten Chieming und Sondermoning könnten dadurch deutlich entlastet werden. Die BSH hat daher keine Einwände gegen eine Umleitung des Schwerlastverkehrs.« Nach Angaben der BSH wurde die Stellungahme mit der Logistikabteilung und der Standortleitung abgestimmt.

In der Stellungnahme der Firma Siteco wird darauf hingewiesen, dass der wesentliche Verkehrsstrom für Siteco auf der Autobahn stattfinde, wobei sich der Anteil aus dem Westen und aus dem Osten in etwa die Waage halte. Der aus dem Osten führende Verkehrsstrom nehme mittlerweile den Weg über den Ettendorfer Tunnel auf die B 304 zu Siteco. Der Verkehr aus dem Westen befahre durchaus die Staatsstraße 2096, wobei aber mittlerweile einige auch den Weg über den Ettendorfer Tunnel nehmen würden. Somit sei für Siteco die Verhinderung der Sperrung der Staatsstraße 2096 für den Schwerlastverkehr nicht zwingend. Von der Firma Heidenhain lag in der Stadtratssitzung noch keine Stellungnahme vor. Dies werde noch nachgereicht, hieß es. ga