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Stadt erzeugt künftig Strom auf dem Rathausdach

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Auf dem Dach des Rathauses errichtet die Stadt eine Solarstromanlage. (Foto: Pültz)

Traunstein – Die Stadt errichtet eine Solarstromanlage auf der Südseite des Rathausdachs. Auf Antrag der Traunsteiner Liste (TL) hat der Ausschuss für Planung, Bau und Digitalisierung des Stadtrats die Verwaltung einstimmig beauftragt, ein Konzept für die Stromerzeugung auf dem Rathausdach auszuarbeiten.


Auf Vorschlag von Oberbürgermeister Dr. Christian Hümmer (CSU) lässt die Stadt außerdem alle ihre Gebäude untersuchen und klären, ob sie da oder dort möglicherweise weitere Photovoltaikanlagen bauen kann.

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Hümmer berichtete, dass vor rund zehn Jahren schon einmal ein ähnlicher Antrag für den Bau einer Solarstromanlage auf dem Rathausdach zur Vorlage gekommen sei. Mehrheitlich habe man sich damals dann aber gegen die Errichtung ausgesprochen. Den Ausschlag für die Ablehnung hätten Bedenken aus Sicht des Denkmalschutzes gegeben. So liege das Rathaus im Bereich zweier Ensembles. Zum einen sei auf der Südseite die ehemalige Salinenanlage, zum anderen im Norden der Stadtplatz mit der Pfarrkirche St. Oswald.

Die Bedenken des Landesamts für Denkmalpflege bestünden nach wie vor, so der Oberbürgermeister weiter. Ein Vertreter der Behörde habe sie dieser Tage bei einem Besuch in Traunstein erneut zu Protokoll gegeben. »Gleichwohl sind wir zehn Jahre weiter«, betonte aber der OB. Und er erinnerte daran, dass nun Gebote wie der Klimaschutz mehr denn je Beachtung finden.

Simon Steiner (TL) verwies auf den Klimawandel. »Wir sind aufgefordert, zu handeln.« Und der Fraktionsvorsitzende der TL schlug vor, dass die Stadt die Sonnenenergie nutzt. Die Voraussetzungen, auf dem südlichen Teil des Rathausdaches eine Solarstromanlage zu errichten, seien gut. Insbesondere sei der Einfallswinkel der Sonnenstrahlen günstig.

Mit dem Bau einer Anlage gebe die Stadt ein Beispiel, so Steiner. Er hoffe, dass die Bürger diesem Beispiel folgen und dann auch »etwas machen«. Und er meinte auch, dass die Technik in der Vergangenheit immer besser geworden sei. Seinen Angaben zufolge haben die Anlagen mittlerweile eine Laufzeit von 25 bis 30 Jahren.

Steiner schlug vor, Strom für den Eigenverbrauch im Rathaus zu gewinnen. In dieser Ausrichtung sei auch die Einrichtung eines Speichers in Erwägung zu ziehen. Sollte sich aber herausstellen, dass er sich – ökonomisch betrachtet – nicht rentiert, sei die Traunsteiner Liste »jederzeit bereit, darauf zu verzichten«.

Konrad Baur (CSU) sagte, dass der Bau der Photovoltaikanlage auf dem Rathausdach ökologisch und ökonomisch Sinn mache. Der Vorsitzende der CSU-Fraktion sah keinen Grund, dem Vorhaben nicht zuzustimmen. Baur sprach von einem »Symbolprojekt« – und er unterstrich, dass der Umweltschutz mit wirtschaftlichen Interessen »perfekt vereinigt« werden können.

Zweite Bürgermeisterin Burgi Mörtl-Körner (Bündnis 90/Die Grünen) freute sich, dass der von den Grünen seinerzeit gestellte Antrag »nach neun Jahren nun wieder auf dem Tisch liegt«. 11.000 Euro hätte damals die Errichtung der Anlage gekostet. Und Mörtl-Körner forderte dazu auf, alternative Energieträger zu nutzen. »Es ist an der Zeit, dass wir umdenken.« Der Bau der Anlage auf dem Rathausdach sei ökologisch und ökonomisch sinnvoll – und zwar einschließlich der Installation eines Stromspeichers.

Auch Robert Sattler (SPD) befürwortete das Vorhaben, ebenso Georg Osenstätter (Initiative Traunstein). Und auch dritter Bürgermeister Sepp Kaiser (UW) war »absolut dafür« – mit der Ergänzung, dass der Denkmalschutz zwar schon wichtig sei, aber nicht an dieser Stelle. pü

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