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Stadt baut trotzdem Duschen am ehemaligen ESV-Platz

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Die Tribüne auf dem ehemaligen ESV-Sportgelände wird abgerissen. Der Landkreis baut hier eine Schulsportanlage, die auch von den Vereinen genutzt werden kann. Die Stadt steuert zum Funktionsgebäude für 60 000 Euro Duschen bei.

Traunstein. In Ergänzung zum Sportzentrum Empfing wird auf der anderen Seite der Traun der ehemalige ESV-Sportplatz (Brunneranlage) zu einer wettkampftauglichen Leichtathletikanlage umgebaut.


Damit erweitert der Landkreis einerseits das Angebot für den Schulsport; er ermöglicht es aber auch, dass hier Breiten- und Leistungssport betrieben wird und Meisterschaften auf genormten Anlagen ausgetragen werden können. Der Kreisausschuss hat zuletzt beschlossen, für knapp 900 000 Euro ein Funktionsgebäude bauen zu lassen. Duschen für Schüler und Sportler sind darin jedoch nicht vorgesehen. Jetzt springt die Stadt in die Bresche und macht 60 000 Euro für den Bau von Duschen locker.

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Der Landkreis wird das Funktionsgebäude ausschließlich für den Schulsport nutzen für die Schüler seien Duschen »entbehrlich«, hatte es im Kreisausschuss geheißen. Weil die Stadt und verschiedene Sportvereine das Gebäude auch für den Freizeitsport nutzen wollen, liege es nahe, dass es mit den diesbezüglichen Einrichtungen ausgestattet wird. In dem Mehrzweckgebäude auf der anderen Seite der Traun gibt es zwar Duschräume; angesichts der Entfernung ist es aber unpraktisch, diese zu nutzen, wenn man auf der Leichtathletikanlage Sport getrieben hat. Deshalb übernimmt die Stadt die Kosten für die Erweiterung des Landkreisgebäudes und den Einbau der Duschen – sowie deren Unterhalt. Als einziger dagegen war Jugendreferent Wolfgang Lenz: »Der Landkreis rühmt sich mit einem tollen Funktionsgebäude, aber die Duschen muss die Stadt machen.« Er vertrat die Ansicht, der Einbau von Duschen wäre Sache vom Landkreis gewesen, denn »da geht es um Jugendarbeit«.

Diese Aussagen riefen heftigen Widerspruch hervor. Josef Häusler machte klar, dass man diese Kosten nicht auf den Landkreis abwälzen könne, der enorm viel in der Stadt investiere. Die Stadt habe ja auch mitinvestiert, als es um die Tribüne in der Turnhalle an der Wasserburger Straße ging.

Noch drastischer formulierte es Karl Schulz: »Man kann doch nicht den prügeln, der freiwillig etwas macht.« Ein solches Signal in öffentlicher Sitzung auszusenden, sei schädlich. Dem stimmte Oberbürgermeister Manfred Kösterke zu: »Wir pflegen ein gutes Miteinander mit dem Landkreis«. -K.O.-