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Stadt baut neue Brücke am Viadukt über die Traun

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Traunstein: Stadt baut neuen Steg über die Traun – alter am Viadukt wird abgerissen
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Gezählt sind die Tage des alten, schadhaften Stegs am Viadukt. Die Stadt bricht ihn ab und baut stattdessen etwa 40 Meter flussabwärts eine neue kleine Brücke. (Foto: Pültz)

Traunstein – Ein neuer Übergang über die Traun nördlich des Viadukts kommt in Sicht: Die Stadt entfernt den alten, baufälligen Steg und errichtet etwa 40 Meter flussabwärts einen neuen. Die Kosten belaufen sich auf insgesamt schätzungsweise rund 470 000 Euro. Einstimmig hat der Stadtrat die Weichen gestellt.

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Eine Überprüfung des alten Bauwerks am Viadukt im Juni hatte die Schäden schwarz auf weiß zutage treten lassen. Um die Standsicherheit zu gewährleisten, müsste die Stadt, so das Ergebnis der damaligen Untersuchung, die Widerlager des Stegs kurzfristig sanieren. Außerdem wären an anderen Stellen weitere Sanierungen unumgänglich. Das Ingenieur-Büro Haumann & Fuchs schätzte die Kosten für die Sanierung auf 400 000 Euro.

Der Steg ist eineinhalb Meter breit – und damit schmal. Wenn sich Fußgänger und Radfahrer oder auch Rollstuhlfahrer begegnen, dann wird's eng. Die Brücke könnte jedoch nicht verbreitert werden, sagen die Fachleute. Und sie verweisen auf die Statik, die eine Ausweitung nicht erlauben würde.

Im Falle einer weiteren Nutzung des bestehenden Stegs wäre außerdem noch eine weitere teure Maßnahme erforderlich: Um dauerhaft eine Gefährdung durch Gesteinskörner auszuschließen, die möglicherweise aus dem über dem Steg liegenden Viadukt herausfallen und hinunterfliegen könnten, müsste die Stadt die Brücke überdachen. Die Einhausung würde eine Stange Geld kosten: Rund 200 000 Euro müsste die Stadt in die Hand nehmen. Für die Sanierung des bestehenden Stegs müsste sie also alles in allem über 600 000 Euro ausgeben – und damit mehr als für einen Neubau.

Das Ingenieurbüro Dietrich erstellte eine kostengünstige Konstruktion und schlug vor, einen 27 Meter langen Spannbandsteg zu bauen. Als Breite stellte das Büro zweieinhalb Meter zur Diskussion – womit auf dem Übergang ein kombinierter Geh- und Radweg dargestellt werden kann.

Das Ingenieurbüro schätzte die Kosten für den neuen Steg auf etwa 400 000 Euro. Hinzu kommt der finanzielle Aufwand, den die Stadt betreiben muss, um den alten abzubrechen. Der Rückbau schlägt schätzungsweise mit 70 000 Euro zu Buche.

In sicherer Entfernung vom Viadukt ist der neue Übergang geplant. Rund 40 Meter abgerückt muss er nicht vor möglicherweise hinunterfliegenden Gesteinskörner mit einem Dach geschützt werden. In Betracht kommt damit die Überquerung der Traun an einer Stelle, die dem Vernehmen nach in früheren Zeiten schon einmal als Standort für eine Brücke gedient hatte.

Im Stadtrat bestand Einigkeit, den alten Steg durch einen neuen zu ersetzen. Oberbürgermeister Christian Kegel (SPD) betonte, dass die Stadt zum Handeln gezwungen sei. Angesichts der Schäden sei jederzeit damit zu rechnen, dass sie den alten Viaduktsteg sperren muss. Kegel sprach sich für einen Neubau aus – auch und gerade, weil er billiger sei als die Sanierung.

Thomas Stadler (Bündnis 90/Die Grünen) sagte, dass der neue Steg etwas breiter werde – und dass er damit von Fußgängern und Radfahrern besser genutzt werden könne.

Karl Schulz (CSU) meinte: »Man sieht, Ingenieurskunst kann helfen, Kosten einzusparen.« Ein Neubau müsse nicht immer teurer sein als die Sanierung eines Altbaus. Das Projekt sei »klasse«, so Schulz. 

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