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St. Michael soll Einrichtung für Jungenpädagogik werden

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Viele Projekte stehen im Studienseminar St. Michael noch an. Bereits abgeschlossen ist die Errichtung eines Naturbadeteichs, bei dessen Bau die Seminaristen fleißig mitgeholfen haben.

Traunstein – »Mit Herz, Hirn und Hand«: Unter diesem Motto sowie einer umfassenden inhaltlichen Neuausrichtung für das Internat und das Gesamtareal präsentiert sich das Studienseminar St. Michael in Traunstein am morgigen Samstag ab 14 Uhr beim Sommerfest der Öffentlichkeit. Der Festabend für geladene Gäste beginnt um 17 Uhr.


Neue Wege beschreiten

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Während hinter den Kulissen weiter fleißig an dem neuen Konzept gearbeitet wird, zeigen nicht nur die überarbeitete Homepage und das neue Logo, dass in dem seit 1929 bestehenden Jugendinternat künftig ganz neue Wege beschritten werden. Nach dem »Zukunftskonzept St. Michael« soll sich das Internat – getragen vom christlichen Geist – zu einer bayernweit führenden »Einrichtung für Jungenpädagogik« weiterentwickeln. Im Rahmen einer Neuorganisation des Gesamtareals als »Bildungscampus« sollen dort auch ein Bauernhof-Kindergarten und ein nachhaltiges Familienzentrum entstehen.

Die Vorstellung und Einweihung der zukunftsweisenden Projekte am Samstag zeigt bereits erste Stationen des neuen Weges auf: die Enthüllung eines künstlerischen Gemeinschaftswerkes in Form eines Herzens und die offizielle Eröffnung eines neuen Naturbadeteichs anstelle des alten Freibads. Bei beiden Arbeiten haben die Seminaristen tatkräftig mitgewirkt. Im wahrsten Sinne des Wortes reiche Früchte trägt aktuell auch der neu angelegte Schöpfungsgarten. Im Zusammenwirken mit rund 25 Interessierten hat die Gartenfachfrau Karin Frank aus Bernau auf dem Seminargelände seit März einen rund 700 Quadratmeter großen Gemeinschaftsgarten angelegt. Er soll als Referenz- und Studienprojekt für weitere Gärten in der Region dienen. Radieschen, Salat, Tomaten, Brokkoli und Zucchini, aber auch Mais, Kartoffeln und Bohnen wachsen dort nach Prinzipien des ökologischen Landbaus.

»Ziel ist, das Studienseminar St. Michael zu einem attraktiven und zukunftsweisenden katholischen Bildungsstandort weiterzuentwickeln, der Qualität hat und an dem christlicher Geist spürbar wird«, so Seminardirektor Wolfgang Dinglreiter. In St. Michael sollten Menschen nicht kopflastig, »sondern ganzheitlich mit Herz, Hirn und Hand gebildet werden.« Im christlichen Geist geprägte Lebenskunst und Persönlichkeitsbildung, Gemeinschaftsgeist, Talentförderung, Sport und musisch-künstlerische Bildung, individuelle Lernkompetenz und schulische Erfolge sowie die Vermittlung lebenspraktischer Fähigkeiten seien Kernpunkte, die in St. Michael vermittelt würden. »Gerade Jungen kommen mit ihren speziellen Fähigkeiten und Eigenheiten in unserem heutigen Bildungssystem häufig zu kurz. Darauf wollen wir mit unseren Angeboten reagieren«, betont Dinglreiter. Die ersten Reaktionen würden Hoffnung machen: Im Schuljahr 2014/15 hat sich die Zahl der Internatsschüler um 20 Prozent erhöht. Passend dazu hat sich das bisher nur für Gymnasiasten vorgesehene Studienseminar auch für die Zusammenarbeit mit allen Schularten geöffnet.

Für die Erarbeitung des neuen Leitbilds bzw. Seminarprofils hat sich St. Michael Anregungen aus dem Jesuiten-Kolleg St. Blasien im Schwarzwald, dem Aufseesianum in Bamberg, dem Werkschulheim Felbertal im Land Salzburg sowie der Höheren Lehranstalt für Umwelt und Wirtschaft in Yspertal in Niederösterreich geholt. Dazu kam die enge Zusammenarbeit mit der Bildungsbeauftragten Dr. Sandra Krump von der Erzdiözese München-Freising und die Beratung durch die in christlicher Bildungsarbeit erfahrenen Beratungsfirmen SPES und Ideenkreis.

Café, Familienzentrum und Bauernhof-Kindergarten

Zusätzlich zur Neuausrichtung des Internats soll auf dem 44 000 Quadratmeter großen Gesamtareal ein Campus St. Michael entstehen, der sich mit zukunftsorientierter Bildung beschäftigt. Konkret geht es um die Themen Schöpfungsverantwortung, Wirtschaft und Konsum sowie Beziehung, Kultur und Beratung. In Zusammenarbeit mit dem benachbarten Kreisbildungswerk gibt es in St. Michael ab Oktober ein Repair Café. In konkreter Vorbereitung ist ein nachhaltiges Familienzentrum. Dazu ist ein Beratungszentrum mit verschiedenen kirchlichen Einrichtungen vorgesehen. Passend zur Idee des Schöpfungsgartens soll auf dem Grundstück in Zusammenarbeit mit der Pfarrei St. Oswald bald ergänzend ein Bauernhof-Kindergarten entstehen. Den Gedanken der Integration greift die seit Mai existierende Wohneinrichtung für sieben unbegleitete männliche Flüchtlinge auf. fb