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Sprache, Land und Leute kennenlernen

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Bei einem Geländespiel auf der Terrasse des Staatlichen Landschulheims lernen die Kursteilnehmer des Goethe-Instituts spielerisch Deutsch. (Foto: re)

Marquartstein – »Wie wird man Bürgermeister?«, »Was ist Ihr Lieblingsessen?« und »Wird Angela Merkel wieder Bundeskanzlerin?«


Diese und viele weitere Fragen beantwortete Bürgermeister Andreas Scheck geduldig beim Besuch von knapp zehn, schon gut Deutsch sprechenden Jugendlichen vom Kurs des Goethe-Instituts im Marquartsteiner Rathaus. Denn nach einer Pause von zwei Jahren wegen Bauarbeiten am Staatlichen Landschulheim gibt es heuer wieder einen zweiwöchigen Kurs.

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Bis Samstag leben 90 Jugendliche aus 26 Nationen im Landschulheim, um hier die deutsche Sprache und Kultur besser kennenzulernen. Der Besuch beim Bürgermeister war ein wichtiger Programmpunkt, damit sich die jungen Leute mit ihrem Aufenthaltsort ein wenig vertraut machen und die Sprache in der Praxis üben können.

Die meisten Jugendlichen im Alter zwischen 12 und 15 Jahren kommen aus europäischen Ländern, den USA, Russland und Georgien, aber auch aus China, Taiwan und Hongkong, Japan und Mexiko. Viele haben deutsche Verwandte und wollen ihr Deutsch nun vervollkommnen.

Vormittags stehen jeden Tag vier Stunden Deutschunterricht auf dem Programm, wobei die jungen Leute je nach ihrem Kenntnisstand in Gruppen eingeteilt sind. Nachmittags und manchmal abends gibt es Projektunterricht. Dabei kann jeder nach Neigung zum Beispiel in einer Theatergruppe, beim Herstellen der Kurszeitung oder als »Interviewer« mitarbeiten und im Ort kleine Gespräche mit Leuten auf der Straße führen. Abends und am Wochenende bietet das weitläufige Gelände des Landschulheims viele Möglichkeiten, Sport zu treiben, wobei Fußball bei vielen Buben an oberster Stelle steht.

In Gruppen unternehmen die Jugendlichen kleinere Ausflüge – auf die Hochplatte, zum Kletterpark in Übersee, zur »Wasserwelt der Adelholzener Alpenquellen oder zum Wössner See. Größere Ausflüge führen zum Salzbergwerk nach Berchtesgaden oder auf die Herreninsel.

»Bei so vielen Jugendlichen ist es schon eine logistische Aufgabe, alle Ausflüge und Unternehmungen zu organisieren«, sagt Florian Walz aus Berlin, der zusammen mit Mattheo Blazevic den Kurs führt. Sechs weitere Lehrer und zehn Betreuer sorgen neben dem Unterricht für ein ausgewogenes Freizeitprogramm. »Die Jugendlichen sollen spielerisch Deutsch lernen und der Kurs soll vor allem Motivation sein, um die Sprache hinterher weiter zu lernen«, erklärt Walz.

»Man merkt, dass der Ort und die Heimschule viel Erfahrung mit internationalen Jugendgruppen haben«, sagt er, unter anderem mit Blick aufs Essen. »Das Essen ist abwechslungsreich und international«, lobt der Kursleiter. Aber die Gäste lernen auch bayerische Spezialitäten kennen wie Schweinsbraten und Kaiserschmarrn. gi

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