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Sperre auf unbestimmte Zeit

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Der Fußweg von Stein nach Burgberg entlang der Traun wurde vom Hochwasser im Juni teilweise weggeschwemmt und ist deshalb auf längere Zeit gesperrt. Schulleiter Sebastian Ziegler zeigt eine der Gefahrenstellen. (Foto: Mix)

Traunreut. Das Hochwasser Anfang Juni hat in Stein an der Traun bleibende Schäden verursacht. Der Fuß- und Radweg entlang der Traun von Stein nach Burgberg wurde unterspült und zum Teil weggeschwemmt. Er musste aus Sicherheitsgründen gesperrt werden. Eine Sanierung des Weges ist derzeit nicht in Aussicht und auch die Frage nach den Zuständigkeiten in diesem Bereich scheint strittig. Die Stadt Traunreut, die Schlossbrauerei Stein und das Wasserwirtschaftsamt Traunstein besprachen nun die Situation.


Viele Schüler nutzen den Weg

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Der Weg von Stein nach Burgberg wurde 1961 vom Landratsamt Traunstein als sogenannter »Eigentümerweg« gewidmet. Er wird von vielen Bewohnern und Spaziergängern sowie von Schülern eifrig genutzt – doch nun ist der Weg erst einmal gesperrt. Besonders hart trifft die Sperrung die Schule Schloss Stein. Die Außensportanlagen der Schule befinden sich außerhalb des Schulgeländes auf einem Grundstück in Burgberg. Bisher konnte dieses über den Fußweg in kürzester Zeit erreicht werden.

Der nun notwendige Umweg ist laut Schulleiter Sebastian Ziegler zu aufwändig und würde zu viel Zeit kosten. Der Sportunterricht im Freien kann aus diesem Grund seit der Sperrung nur noch mit viel Improvisation und Einschränkungen durchgeführt werden. Wie Ziegler betonte, seien schon in der Vergangenheit Schäden an der Uferverbauung festgestellt und an das Wasserwirtschaftsamt gemeldet worden.

Walter Raith vom Wasserwirtschaftsamt betonte im Gespräch mit dem Traunsteiner Tagblatt, dass es natürlich im Interesse des Amtes sei, den Weg und die »Erlebbarkeit des Gewässers« auf Dauer zu erhalten. Er versicherte, dass sich das Amt hier auch einbringen werde. »Was, wann und von wem gemacht werden wird, kann zum jetzigen Zeitpunkt aber noch nicht gesagt werden«, betonte er. Die Uferverbauung der Traun sei an mehreren Stellen zerstört und müsse erst instandgesetzt werden, ehe der Weg wieder hergestellt werden kann. Allerdings sei nach seinen Worten das Wasserwirtschaftsamt nicht für den Unterhalt und die Wiederherstellung des Fußweges zuständig, sondern die Stadt Traunreut, da der Weg öffentlich gewidmet sei.

Dem widerspricht der Geschäftsleitende Beamte der Stadt, Josef Maier. »Die Stadt Traunreut ist nicht Baulastträger für den Weg zwischen Stein an der Traun und Burgberg«, sagte er. »Mit der Widmung bestimmte das Landratsamt damals die Schlossbrauerei Stein zur Baulastträgerin für den Wegabschnitt von Burgberg bis einschließlich der Brücke über den Mühlbach. Neben der Schlossbrauerei ist der Freistaat Bayern Miteigentümer des Weges. Unabhängig davon kann der Weg erst wieder hergestellt werden, wenn die Uferbefestigung der Traun gesichert ist. Dies ist ausschließlich Aufgabe des Freistaats Bayern beziehungsweise des Wasserwirtschaftsamtes.«

Der Geschäftsführer der Schlossbrauerei Stein, Stefan Haunberger, führt aus, dass genau der betroffene Abschnitt vor wenigen Jahren von der Schlossbrauerei an das Wasserwirtschaftsamt verkauft wurde: »Eigentümer von diesem Teilabschnitt Traunuferweg ist das Wasserwirtschaftsamt und somit ist das Wasserwirtschaftsamt für die Wiederherstellung beziehungsweise Verkehrssicherungspflicht verantwortlich.« In einem Schreiben an das Amt macht Stefan Haunberger die Dringlichkeit der Angelegenheit deutlich. »Es ist mit großer Wahrscheinlichkeit nicht zu verhindern, dass Schüler des Internates trotz einer Sperrung diesen lebensgefährlichen Weg zum Bolzplatz nutzen. Sollte hier ein Unfall geschehen, wäre dies für die Schule Schloss Stein eine Tragödie.«

Brauerei setzt Geologen ein

Laut Braumeister Markus Milkreiter wird die Brauerei nun zunächst von einem Geologen prüfen lassen, welche Maßnahmen erforderlich und sinnvoll sind. Sie werde sich dann mit einem Vorschlag an das Wasserwirtschaftsamt wenden, fügte er hinzu.

Bei allen Unklarheiten über die Zuständigkeit steht eines fest: Bevor der Fußweg instandgesetzt werden kann, muss die Uferverbauung der Traun in diesem Gebiet wieder hergestellt und befestigt werden. Das Wasserwirtschaftsamt habe nach dem schlimmen Hochwasser zunächst jedoch andere, vordringlichere Aufgaben zu erledigen, betonte Raith. In diesem Jahr gar nicht mehr und im nächsten Jahr nur eventuell könne das Amt in Stein tätig werden. Für Schulleiter Sebastian Ziegler sind das keine guten Nachrichten: »Wenn sich das tatsächlich bis nächstes Jahr hinzieht, haben wir ein echtes Problem.« mix