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SPD will Nahverkehr »strategisch voranbringen«

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Die Kreistagfraktion der Traunsteiner SPD will den Nahverkehr »strategisch voranbringen«. In einer Sitzung wurde der öffentliche Personennahverkehr (ÖPNV) als ein Sorgenkind im Landkreis bezeichnet. Mit einem Gutachten soll nun die Situation verbessert werden. Die SPD-Kreistagsfraktion sieht sich darin bestätigt, bereits vor Jahren einen festen Haltepunkt nahe der ehemaligen Kaserne in Traunstein gefordert zu haben.


Auch wenn das nun vorliegende Gutachten auch diskussionswürdige Punkte enthält, so finden sich dort auch Aspekte, welche die SPD im Kreistag schon vor 2000 gefordert hatte; etwa einen eigenen Halt in der Nähe der ehemaligen Kaserne. Zum einen, so Fraktionsvorsitzende Waltraud Wiesholer-Niederlöhner, könne man damit den Schülerverkehr zu den nahegelegenen Berufsschulen einschließlich Fach- und Berufsoberschule abdecken; zum anderen wäre man von hier aus auch schnell beim Traunsteiner Klinikum. Gerade für ältere und gehbehinderte Menschen wäre das ein Vorteil, der schon lange auf der Wunschliste der Kreistagsfraktion stehe.

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Entscheidend, so Josef Konhäuser, ist die Entwicklung der sogenannten Magistrale, der direkten Bahnverbindung von München über Mühldorf nach Freilassung. Mit ihr steht und fällt der Fortbestand der Regionalstrecke von Trostberg nach Mühldorf. Die Verbindung von Trostberg nach Mühldorf sei strategisch für die Anbindung an den Münchner Flughafen von großer Bedeutung. Mit der neuen Taktung zwischen Traunreut und Trostberg sei Trostberg jedoch von Traunstein her »abgehängt«.

Auch Traunreuts Zweiter Bürgermeister, Ernst Ziegler, hatte Bedenken, ob mit der neuen Lösung die Anbindung von Traunstein oder Traunreut nach Trostberg besser werde.

Im Rahmen der fraktionsoffenen Sitzung berieten die Teilnehmer auch über die Standortsuche für Windkraftanlagen in der Region. Alle SPD-Kreisräte begrüßten die Festlegung einer Mindestentfernung von 800 Metern zur nächsten Wohnbebauung. Man müsse auch beim Schaffen von regenerativen Energiequellen wie Windkraftanlagen den Menschen in den Mittelpunkt stellen und ihn schützen, wo es möglich und sinnvoll ist, hieß es dazu.

Josef Konhäuser fügte hinzu: »Für Fledermäuse ist gleich ein Schutzargument gefunden, aber bei Menschen wird das gerne übersehen.« Er plädierte dafür, bindende rechtliche Voraussetzungen zu schaffen, um die Grundlage für einheitliche Bedingungen für den Bau von Windkraftanlagen zu etablieren. »Sonst ändern sich die Stellungnahmen, wie man das haben möchte, quasi ständig«. Ausgespart solle seiner Meinung nach aus ästhetischen Gründen der Alpenraum bleiben. »Endlich Windkraftanlagen realisieren«, forderte Waltraud Wiesholer-Niederlöhner ein. Während immer noch Kriterien gesucht werden, hätte schon längst mit dem Aufstellen von Windrädern an bereits bekannten, festgelegten Standorten begonnen werden können.