weather-image
34°

SPD Übersee will Politik auf Augenhöhe mit dem Bürger

0.0
0.0

Übersee. Die Strategen der Ortsverbände von CSU und SPD bescherten den Überseern zwei Wahlveranstaltungen zur gleichen Zeit im Wirtshaus D' Feldwies. Während im Wirtshaussaal die CSU tagte, traf sich in der Gaststube die SPD mit ihrem Landratskandidaten Josef Konhäuser und Bürgern. So saßen in der Gaststube gut zehn Teilnehmer, die durch Springer zwischen den Veranstaltungen auf bis zu 20 Teilnehmer aufgefüllt wurden, die in Wortmeldungen Eindrücke vom Nachbarn übermittelten.


SPD-Ortsverband gestärkt mit jungen Leuten

Anzeige

Volker Eidner erklärte, noch im November habe der Ortsverband in einem tiefen Tal mit wenig Perspektive gesteckt. Dann sei ein Ruck durch den Ortsverband gegangen. Er habe sich neu aufgestellt und vor allem um Jugendliche verstärkt. So schaue die SPD selbstbewusst in die Zukunft. Im Verbund mit den übrigen Parteien und Gruppierungen um den Bürgermeisterkandidaten Anton Stefanutti werde die SPD eine Politikänderung für Übersee erreichen. Kreistagsmitglied Franz Gnadl, Vorsitzender des SPD-Ortsverbands, sagte, er sehe gute Aussichten, wieder in den Kreistag einzuziehen.

Konhäuser teilte diese Zuversicht. Seine Stärken sieht er in der langen politischen Erfahrung seit Juso-Zeiten und seiner Tätigkeit seit 2002 als stellvertretender Landrat, seit sechs Jahren als erster Stellvertreter des Landrats. Er wolle darauf hinwirken, dem öffentlichen Personennahverkehr ein neues flächendeckendes System zu geben, etwa mit Modellen wie dem Bürgertaxi in entlegenen Regionen. In der Bildung seien Kreis und Gemeinden nur für Gebäude und Einrichtungen zuständig. Dennoch sei er für den Erhalt von Schulen am Ort, nicht zuletzt wegen der Betreuung im sozialen Umfeld. Er wolle lieber hohe Beträge dafür investieren, als in den Schülerbusverkehr in die Schulzentren.

Konhäuser warnte davor, Jugendliche ohne Unterstützung des Familienverbunds allein zu lassen und forderte eine bessere Betreuung. Im Gesundheitswesen eines Flächenkreises mit immer weniger Bereitschaftsärzten käme den Krankenhäusern besondere Bedeutung zu. Deshalb sei er ausdrücklich für deren Erhalt. Er sei stolz, mit der Fusion der Kliniken der Kreise Traunstein und Berchtesgaden einen Sockel geschaffen zu haben. Auch wolle er mit den Wohnungsbaugesellschaften Wohnungen für Familien, junge Leute und finanzielle schwache Bürger schaffen.

Die Gemeinden im Landkreis finanziell entlasten

Beim Tourismus verwies er auf über 15 000 verschwundene Gästebetten. Hier setze er auf Qualität, auch in gehobenen Hotels, aber vor allem beim kleinen Vermieter. Für die wolle er ein Unterstützungsprogramm entwickeln. Er sei gegen den sofortigen Zusammenschluss der Tourismusverbände – erst müsse man in täglicher Zusammenarbeit in Arbeitsgruppen Strukturen schaffen, die dann in einer Fusion münden könnten. Finanziell wolle er die Gemeinden weniger belasten, die das schwächste Glied am Ende der Kette seien.

Die SPD-Bewerber für die Gemeinderatswahl stellten sich kurz vor. Durch ihre Wortmeldungen zog sich die Absicht, die Entwicklung Übersees sorgfältig geplant und strukturiert wiederzubeleben und Politik auf Augenhöhe mit dem Bürger zu betreiben. Christian Keller etwa kritisierte die seiner Meinung nach fehlende Menschlichkeit. Er selbst wolle offen auf die Überseer zugehen. Der Ort sei seiner Meinung nach grau geworden und mit Luxusbauten zugepflastert worden. Dem Wahlprogramm der Überseer SPD entsprechend sei auch er für ein Baukonzept, in dem geregelt sei, »wo wir bauen und wie«. Yvonne Schenzinger wünschte ein Tourismuskonzept und will im Sozialbereich tätig werden. So regte sie an, bis zur Realisierung eines Seniorenheims wenigstens übergangsweise schon einmal eine Kurzzeitpflege zu installieren.

Jens Kirchner sagte, er kandidiere, weil er »nicht nur meckern, sondern mitmachen« wollte. Er wolle vor allem den Ort beleben und Veranstaltungen und Attraktionen mitgestalten. Maria Steinert sagte, sie wünsche sich einen niveauvollen Gemeinderat, der den Bürgern wirklich auf Augenhöhe begegne. Weitere SPD-Anhänger nannten Vorkommnisse zur Erklärung. Konhäuser meinte abschließend, er habe schon von den Spannungen in Übersee gehört. Heute sehe man, wo so etwas hin führe. »Es ist wichtig, im Ort gemeinsam zu arbeiten und zusammenzuhalten. Ich habe den Eindruck, dass das in Übersee nicht so passiert. Deshalb unternehmt einen Neuanfang!« lukk