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Spagat zwischen Bauland und Flächensparen

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Marquartstein – Einen Schwerpunkt seines Berichts legte Bürgermeister Andreas Scheck in der Bürgerversammlung auf die bauliche Entwicklung. 2015 wurden im Gemeinderat 20 Bauanträge behandelt, davon elf Neubauten und sieben Aus- und Umbauten. Zehn Bauanträge wurden genehmigt, einer abgelehnt, acht freigestellt, einer ist noch nicht entschieden. Bei 12 Bauvoranfragen wurde sieben nicht zugestimmt.


Was die flächenmäßig sehr kleine Gemeinde besonders betreffe, sei der Flächenverbrauch, das heißt die fortschreitende Versiegelung der Grundflächen, sagte Scheck. Landwirtschaftliche Flächen würden immer knapper, aber auch der Wohnraum sei knapp. Für die Gemeinde bedeute das einen Spagat zwischen Einnahmedruck (zum Beispiel durch die Ausweisung neuer Gewerbeansiedlungen und Baugebiete) und Flächensparen.

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Allerdings sei es fraglich, ob neue Baugebiete am Ortsrand mit fehlenden Einkaufsmöglichkeiten in Zeiten des demografischen Wandels noch richtig seien. In Einzelfällen könne sicher ab und zu ein Baurecht »auf der grünen Wiese« ausgewiesen werden, aber grundsätzlich müsse der Trend in Richtung Verdichtung des Innenbereichs gehen.

Das solle aber nicht bedeuten, dass jeder freie Quadratmeter eines Grundstücks baulich versiegelt wird, wie es derzeit von manchem Bauwerber gesehen werde. »Unser Dorf soll schon noch seine Bewohnbarkeit und eine aufgelockerte Bebauung behalten«, sagte Scheck. Doch sollten die bebauten Flächen intensiver für Wohnraum genutzt werden oder weitere Möglichkeiten der Bebauung auf großen Grundstücken in der Bauleitplanung berücksichtigt werden. Um geeignete Planungen einzuleiten, müsse eine Bestandsanalyse gemacht werden, was die Gemeinde beabsichtigt, kündigte Scheck an.

Weitere Schwerpunkte in diesem Jahr waren der Hochwasserschutz und die Entwässerung, berichtete er. Gemeinsam mit Staudach-Egerndach wurde der Schnappenbach von Freiweidach bis Staudach ausgebaggert und mit einem Gefälle versehen, sodass der saubere Ablauf gesichert ist. Gemeinsam mit Grassau wurde die Untersuchung des Angerbachs in Piesenhausen in Auftrag gegeben. Ziel ist ein Abflussmodell bei Hochwasser- und Starkregen. Erste Ergebnisse würden demnächst dem Gemeinderat präsentiert, kündigte Scheck an.

Für den Hochwasserschutz wurde heuer ein 20 Meter langes Schlauchwehr gekauft. Als Einsatzort ist im Notfallplan zum Beispiel das E-Werk Gränzmühle, falls am Landschulheim wieder Wasser über die Kreisstraße laufen sollte. Das Schlauchwehr kann aber auch andernorts eingesetzt werden. Östlich der Achen ist auch die Planung für die Entwässerung unterhalb der Alten Dorfstraße abgeschlossen. Derzeit läuft die Ausschreibung. Die Arbeiten sollen noch heuer vergeben werden, kündigte Scheck an.

Weitere wichtige Vorhaben sind unter anderem die weitere Instandsetzung des Söllgrabens, die Renovierung und Umgestaltung des Friedhofs, ein Verkehrskonzept und die Bauleitplanung für das Zentrum, Photovoltaikanlagen auf dem Feuerwehrhaus, der Grundschule und dem Haus Burgstraße 4 sowie die Umrüstung der Beleuchtung an Rathaus und Schule auf LED. gi

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