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»Späher beobachten das Wetter«

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Das Streusalz wartet auf seinen ersten Einsatz in diesem Jahr. Insgesamt lagern über 10 000 Tonnen in verschiedenen Hallen. Bei Bedarf können sowohl das Staatliche Bauamt als auch die Autobahnmeisterei und der Städtische Bauhof auf weitere »Notlager« zurückgreifen.

Der Winterdienst ist für den ersten Schnee gerüstet: Beim Staatlichen Bauamt stehen 18 eigene und 30 angemietete Räum- und Streufahrzeuge bereit. Insgesamt lagern 8800 Tonnen Salz in sieben Hallen und zwei Silos. Für den Winterdienst der Stadt werden zehn eigene Fahrzeuge sowie acht fremde Fahrzeuge von Landwirten oder Fuhrunternehmer bei Schnee und Eis im Einsatz sein. Im Städtischen Bauhof lagern 150 Tonnen Streusalz, bei der Autobahnmeisterei Siegsdorf sind es 2000 Tonnen.


Die Räumung und Streuung der Straßen im Stadtgebiet erfolge nach Dringlichkeit, erklärt Carola Westermeier, die Pressesprecherin der Stadt. Zunächst würden Durchgangsstraßen (Bundes- und Staatsstraßen wie Wasserburger Straße oder Salinenstraße) und Berge (zum Beispiel Klosterberg, Salinenberg oder Kniebos) geräumt – wobei das Staatliche Bauamt den Winterdienst auf Staats- und Bundesstraßen übernimmt. Danach würden der Innenstadtbereich und Verbindungsstraßen von Schnee befreit und zuletzt Anliegerstraßen und Wohngebiete.

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»Es fehlen die finanziellen Mittel«

Die Mitarbeiter des Städtischen Bauhofs würden ständig beobachten, wie sich das Wetter entwickelt und ob Glätte oder Schneefall vorhergesagt sind, so Westermeier. Ab 2 Uhr nachts habe die erste Schicht der Schneepflugfahrer Bereitschaft, ab 3 Uhr seien sie – vorausgesetzt es schneit oder ist glatt – im Einsatz. Je nach Bedarf sei die zweite Schicht dann bis 21 Uhr am Abend unterwegs. Doch trotz all dieser Bemühungen haben viele Autofahrer jeden Winter wieder den Eindruck, dass es in anderen Städten und Gemeinden besser klappt als in Traunstein. Woran liegt das? »Die Mitarbeiter im Winterdienst tun wirklich ihr Möglichstes, um die Straßen und Wege im Traunsteiner Stadtgebiet zeitnah von Schnee und Eis zu befreien. Dies ist besonders schwierig, wenn innerhalb kurzer Zeit sehr viel Schnee fällt«, sagt Carola Westermeier. Leider sei es dann nicht möglich, alle Straßen und Wege im Stadtgebiet gleichzeitig frei zu halten. »Dazu fehlen schlicht und ergreifend die Kapazitäten sowie letztlich die finanziellen Mittel.«

Außerdem sei Traunstein eine Stadt, in der es sehr viele »Einpendler« gebe, also Menschen, die in Traunstein arbeiten, aber dort nicht wohnen. Deshalb gebe es zu den Stoßzeiten sehr viel Verkehr auf den Straßen, was die Arbeit des Winterdienstes generell erschwere, so Westermeier. Der Winterdienst der Stadt ist insgesamt für 140 Kilometer Straßen und Wege zuständig.

Das zu betreuende Straßennetz des Staatlichen Bauamts umfasst 380 Kilometer Bundesstraßen, 380 Kilometer Staatsstraßen, 89 Kilometer Kreisstraßen und weitere 56 Kilometer Geh- und Radwege in den Landkreisen Traunstein, Berchtesgadener Land und Altötting. Hinzu kommt die Autobahn zwischen Ampfing und Marktl mit einer Länge von rund 45 Kilometer, die von Schnee und Eis befreit werden muss. Den vier bauamtlichen Straßenmeistereien Traunstein, Freilassing, Bischofswiesen und Neuötting stehen 92 Mitarbeiter zur Verfügung, deren Aufgabe es ist, die Autobahn rund um die Uhr und die übrigen Straßen in der Zeit von 6 Uhr bis 20 Uhr befahrbar zu halten. »Um dies zu gewährleisten, wird in der Regel bereits vor 3 Uhr Früh der Straßenzustand von sogenannten Spähern erkundet, die bei Bedarf den Einsatz der Räum- und Streufahrzeuge veranlassen«, erklärt Sebald König, der Leiter des Staatlichen Bauamts.

»Wenn sich die Wetterlage verschärft....«

Für den Autobahnabschnitt zwischen Bernau und dem Grenzübergang am Walserberg ist die Autobahnmeisterei Siegsdorf zuständig. Sie lagert in ihrer eigenen Halle 2000 Tonnen Salz. 24 Mitarbeiter sind für den Winterdienst auf der A 8 in diesem Bereich zuständig, zur Verfügung stehen fünf Räum- und Streufahrzeugen sowie ein Unimog. »Wenn sich die Wetterlage verschärft, dann rufen wir noch ein Fremdunternehmen, das uns unterstützt«, sagt Andreas Pham, der Leiter der Autobahnmeisterei in Siegsdorf. Im Unterschied zu Bundesstraßen oder Kreisstraßen wird auf der Autobahn rund um die Uhr geräumt. »Wir sind dann 24 Stunden im Einsatz, wenn es nötig ist.« KR