weather-image
20°

Sozialtherapeutisches Reit- und Erholungszentrum geplant

0.0
0.0
Bildtext einblenden
Das Anwesen in der Meisau soll in ein sozialtherapeutisches Reit- und Erholungszentrum umgebaut werden. Laut Aussage des neuen Eigentümers ist auch der Weiterbetrieb des Skiliftes gesichert.

Siegsdorf. Das Anwesen Meisau 9 wurde vor Kurzem veräußert und die neuen Besitzer planen dort ein sozialtherapeutisches Reit- und Erholungszentrum. Die frühere Landwirtschaft wurde mit dem Betrieb des Skiliftes in der Meisau zum Gasthaus Hirschklause, danach nutzte das Anwesen ein Tiefbauunternehmen als Garage, Lagerplatz, Büro und Wohnraum.


Eine Umwidmung zurück zu einer Landwirtschaft ist im Grunde rechtlich nicht mehr möglich. »Wir behandeln hier etwas, was jeder will, aber rechtlich nicht geht«, so Siegsdorfs Bürgermeister Thomas Kamm. Daher wurde er persönlich bei der Regierung von Oberbayern vorstellig, um eine Lösung zu finden.

Anzeige

Notwendig ist nun die Änderung des Flächennutzungsplans und Aufstellung eines Bebauungsplanes, sodass die Maßnahme als »maßvolle Erweiterung im Rahmen einer bestandsorientierten Ausweisung« angesehen werden kann und somit auch den Zielen des neuen Landesentwicklungsprogramms nicht entgegensteht.

Bei einer Besprechung im Landratsamt wurde der Bereich um die Gebäude und der geplanten Reithalle als Sondergebiet festgelegt, die Wiesen, die als Pferdeweide dienen, werden im Flächennutzungsplan als »Grünfläche/Wiese« dargestellt. Im Parallelverfahren soll ein entsprechender Bebauungsplan aufgestellt werden.

Die neuen Eigentümer wollen möglichst bald mit ihren Pferden einziehen. Dazu ist jedoch der Umbau der Maschinenhalle in einen Pferdestall notwendig und die Weideflächen müssen eingezäunt werden. Darüber hinaus ist der Bau einer Reithalle mit Ausmaßen von 30 mal 15 Meter geplant. Einem Weiterbetrieb des Skiliftes in der Meisau steht nach Angaben des neuen Eigentümers nichts entgegen. Er soll wie gewohnt weiter laufen. Der Gemeinderat stimmte dem Vorhaben ausnahmslos zu.

Ein weiterer Punkt war die Änderung des Bebauungsplans »Hörgering«. Die Kaufinteressenten für das Grundstück Hörgeringer Straße 65 wollen ein Doppelhaus mit Walmdach bauen. Der westliche Teil soll dabei quer zum östlichen Teil gebaut werden, wodurch eine Gesamtlänge von 22 Metern entsteht. Die Grundfläche des Hauses liegt dann bei 266 Quadratmetern – das bedeutet eine Überschreitung um 74 Quadratmeter. Somit weichen einige Punkte vom Bebauungsplan ab: Doppel- statt Einzelhaus, Walm- statt Satteldach, Überschreitung der festgesetzten Wandhöhe (5,20 statt 4,20 Meter), zwei Vollgeschosse (Überschreitung der Geschoßflächenzahl um mehr als das Doppelte).

Für die Mitglieder des Gemeinderats war es nachvollziehbar, dass im Hinblick auf den Leitsatz »Nachverdichtung im Innenbereich« ein größeres Gebäude geplant wird, doch beim Walmdach schieden sich die Geister. Man kam bis auf eine Gegenstimme zu dem Entschluss, dass ein Walmdach nicht möglich ist. Zudem wurde wegen der Größe des Objekts vorgeschlagen, mit dem Grundstücksnachbarn und den Antragstellern ein gemeinsames Gespräch zu vereinbaren.

Verkündet wurde außerdem, dass für den gemeindlichen Bauhof eine neue Kehrmaschine beschafft werden soll. Die derzeitige ist seit 2001 im Einsatz und muss oft repariert werden. Drei Angebote wurden eingeholt und wegen der Ähnlichkeit zum Vorgängermodell entschied sich der Gemeinderat, die Kehrmaschine der Firma Schmidt (Henne) anzuschaffen. Die entsprechenden Haushaltsmittel werden im Haushalt 2014 dafür bereitgestellt. hw

Mehr aus der Stadt Traunstein