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Soldatinnen begrapscht

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Trotzt eines Geständnisses werden die betroffenen Soldatinnen als Zeuginnen gehört.

Laufen – Er langte den Frauen an den Hintern und zwischen die Beine, nannte sie Hure, Schlampe und Fotze. Wegen entwürdigender Behandlung in sieben Fällen steht der 38-jährige Hauptfeldwebel der Reichenhaller Hochstaufenkaserne vor dem Laufener Amtsgericht.


Weil er in allen Anklagepunkten geständig war, hatte Richterin Mona Peiß die beiden betroffenen Frauen nicht als Zeugen geladen. Das war ein Fehler, wie sich herausstellte, denn Staatsanwältin Vanessa Wiegner erachtete für eine angemessene Strafzumessung durchaus wichtig, was die Frauen zu den Taten in den Jahren 2013 bis 2015 sagen und wie es ihnen später und heute damit geht. »Aber mein Mandant hat doch alles eingeräumt«, versuchte Rechtsanwalt Sebastian Weber einen neuen Termin zu vermeiden.

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Der Hauptfeldwebel hatte erklärt, die Taten seien stets unter Alkohol bei oder nach Feiern in der Kaserne passiert. »Ich kann es mir nicht erklären«, versicherte der Angeklagte, »das entspricht überhaupt nicht meiner Natur. Ich schäme mich dafür.« Er hat sich inzwischen psychologisch beraten lassen und verzichtet nach eigener Aussage seither gänzlich auf Alkohol.

Ein gerichtliches Disziplinarverfahren ist eingeleitet. »Es wird aber abgewartet, was hier passiert«, erläuterte der Verteidiger den Stand der Dinge.

Wiegner blieb bei ihrer Forderung nach einer Anhörung beider betroffenen Frauen, worauf Richterin Mona Peiß einlenkte: »Vielleicht brauchen wir sie doch.« Ein neuer Termin wird festgelegt. höf