weather-image
16°

Solche Mitbürger kann man sich wirklich nur wünschen

5.0
5.0
Bildtext einblenden
»Seine« Jugendlichen überreichten Günter Wimmer ein Geschenk für seinen großen Einsatz, seine Ideen und sein stetes, unkompliziertes Mitmachen. (Foto: H. Eder)

Kirchanschöring. Das »Im-Grünen«-Festival in Kirchanschöring ist wirklich etwas Besonderes. Es ist zum einen heuer mit dem »Deutschen Bürgerpreis« in der Kategorie U 21 ausgezeichnet worden. Zum zweiten hat jetzt die Gemeinde Kirchanschöring eigens einen Abend ausgerichtet, an dem zurückgeblickt wurde und an dem jeder der gut 60 aktiven Jugendlichen eine Urkunde für sein Engagement bekommen hat. Drittens zeigte der große Applaus für den Ideengeber und unermüdlichen Motivator Günter Wimmer die Verbundenheit untereinander. Umrahmt wurde die kleine Feier von Filmbeiträgen, unter anderem einer Sendung des Bayerischen Fernsehens. Auch darauf ist man natürlich stolz: Gleich zweimal hat der BR über das »Im-Grünen«-Festival berichtet.


Besonders ist neben der enormen Beteiligung von Jugendlichen, die vor, während und nach dem Festival wirklich schuften müssen, auch die gute Akzeptanz der Nachbarn. Trotz der doch sehr üppigen Beschallung, dem Menschenauflauf und mancher einfach nicht vermeidbarer Belästigungen stehen die Kirchanschöringer zu »ihrem« Jugendfestival. Das zeigte sich auch bei der kleinen Feier: Dazu waren die Umwohnenden eingeladen, und viele von ihnen sind der Einladung auch gerne gefolgt.

Anzeige

Bürgermeister Hans-Jörg Birner, der das Festival seit seinen Anfängen 2005 – damals als Jugendbeauftragter – begleitet, wies darauf hin, dass die Urkunde, die die Gemeinde für alle beteiligten Jugendlichen ausgestellt hat, unbedingt bei Bewerbungen beigefügt werden sollte. Denn diese Urkunde stehe für ein beeindruckendes Engagement. Das Festival sei »eine große Klammer für unsere Jugend, für verschiedene Cliquen und verschiedene Altersstufen, die sonst wohl niemals etwas miteinander unternommen und organisiert hätten«, so Birner. Um dieses Festival werde die Gemeinde Kirchanschöring von »Jugendlichen aus mindestens fünf Landkreisen beneidet«.

500 Besucher waren beim ersten »Im-Grünen«-Festival – benannt nach dem grünen Charakter des Achenparks – gekommen, schon 2008 waren es über 3000 Besucher, die sich von der Atmosphäre und den Bands anziehen ließen. Dank der guten Verbindungen von Jugendpfleger Günter Wimmer kamen nach Kirchanschöring immer gute Bands, die teilweise – wie etwa LaBrassBanda – am Beginn einer erfolgreichen Karriere standen und so noch bezahlbar waren, aber tolle Musik boten. Das hatte sich schnell herumgesprochen, und so musste man in Kirchanschöring nach 2008 eine Richtungsentscheidung treffen. Wenn noch mehr Leute kämen, müsste man das Festival verlegen. Das wollte aber letztlich niemand. Und auch die Jugendlichen waren bei diesen Menschenmassen so eingespannt, dass sie selber keine freie Minute mehr hatten, um das Fest auch selber wenigstens ein Stück weit genießen zu können. Man einigte sich also darauf, die Karten zu begrenzen. Seitdem werden etwas über 2000 Karten ausgegeben, und das Fest hat damit einen Rahmen gefunden, mit dem alle gut leben können.

Festivals gibt es inzwischen viele. Das Besondere in Kirchanschöring aber ist der Zusammenhalt so vieler junger Leute – und das über fast ein Jahrzehnt hinweg. Bürgermeister Birner weiß, was er hier in seiner Gemeinde hat: »Es ist eine nicht komfortabel genug einzuschätzende Situation bei uns in Kirchanschöring«, sagte er, »dass sich, neben all der Jugendarbeit in den Vereinen, die Jugendlichen selbst in einer Art und Weise organisieren, dass wir ein Ergebnis, das Festival 'Im Grünen', bekommen, das bayern- vielleicht sogar deutschlandweit seinesgleichen sucht. Junge Menschen engagieren sich, gestalten ihr Lebensumfeld selbst und nutzen den von der Gemeinde und dem Gemeinderat vorgegebenem Rahmen hervorragend aus. Für einen Bürgermeister und einen Gemeinderat beinahe wie im kommunalpolitischen Schlaraffenland. Solche Mitbürger kann man sich wirklich nur wünschen.«

Und zum Schluss, ehe er an alle Jugendlichen, die mittlerweile alle nicht mehr so ganz jung sind (die Palette reicht inzwischen etwa von zehn bis etwa 30 Jahren), die Urkunden überreichte sprach er noch einen weiteren Wunsch aus: »Bitte macht weiter und haltet dieses coole Festival am Leben, trefft euch jedes Jahr bei uns in Anschöring und helft auch in Zukunft so zusammen, wie ihr es jetzt fast ein Jahrzehnt vorgemacht habt.« he

Blattl Sonntag Traunstein