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Solarregion Traunstein bundesweit im Spitzenfeld

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Traunstein – Der Landkreis Traunstein gehört auch weiterhin zu den führenden Solarregionen in Deutschland. In der aktuellen Solarbundesliga, an der rund deutsche 2500 Kommunen teilnehmen, belegte er den dritten Platz hinter den Landkreisen Schwäbisch Hall und Ostallgäu. In dem sportlichen Wettstreit für den Klimaschutz wird die Solarwärme- und Solarstromnutzung pro Kopf gewertet.


Sehr erfreulich sind auch die Erfolge einzelner Kommunen: Die Gemeinde Kienberg gewann die Meisterschaft in der Gesamtwertung der Kommunen bis 5000 Einwohner, Engelsberg belegte einen hervorragenden 10. Platz. Bei den Kommunen bis 20 000 Einwohner belegte Tacherting den 2. Platz, die Stadt Tittmoning den sehr guten 10. Platz. In der Spezialkategorie Solarwärme belegte Tacherting zudem den ersten Platz und wurde Deutscher Meister. Die Stadt Traunreut erreichte in der Kategorie Mittelstädte den 6. Platz.

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Jetzt wurden im Traunsteiner Landratsamt auch die besten Gemeinden der Solar-Regionalliga Chiemgau ausgezeichnet. In den einzelnen Kategorien gelangten folgende Kommunen in die »Top 3«: Engelsberg, Grassau, Inzell, Kienberg, Obing, Palling, Pittenhart, Ruhpolding, Schnaitsee, Siegsdorf, Taching und Trostberg.

Abteilungsleiter Florian Amann dankte bei der kleinen Feier im Namen des kurzfristig verhinderten Landrats Siegfried Walch vor allem der Initiative »Sonnenkreis Traunstein« und dem Forum Ökologie Traunstein für deren langjähriges Engagement auf dem Gebiet der Erneuerbaren Energien.

In einem Impulsvortrag stellte Architektin Helga Meinel, Leiterin des Arbeitskreises Bauen und Sanieren des Forums Ökologie, konkrete Beispiele vor, wie man sowohl in der Gebäudesanierung als auch im Neubau Solarenergie effizient einsetzen kann. Regionale Projektbeispiele rundeten den Vortrag ab.

Diplomingenieur Peter Rubeck, Arbeitskreisleiter im Sonnenkreis, stellte die ökologischen und wirtschaftlichen Effekte der Solarinitiativen der Bürger heraus: Im Landkreis Traunstein gibt es aktuell 92 500 Quadratmeter Kollektorfläche, die Sonnenwärme einfangen. Diese Fläche reicht aus, um jedes Jahr 23 130 Tonnen CO2 zu vermeiden. Die Öleinsparung summiert sich inzwischen auf 4,6 Millionen Liter Heizöl pro Jahr, das entspricht einer Menge von rund 150 Tanklastzügen. »Mit der Nutzung von Solaranlagen können wir sehr effizient Wärme und Strom ernten. Das hilft nicht nur dem Klima, sondern stellt auch eine exzellente Wirtschaftsförderung in der Region dar! Zusätzlich sparen mit den Solarwärmeanlagen die Haushalte pro Jahr über 3,3 Millionen Euro ein an Energiekosten. Das ist ein echter Kaufkraftgewinn«, so Rubeck.

Beim Solarstrom sind die Weichen ebenfalls weiter klar auf eine langfristige Vollversorgung mit Erneuerbaren Energien gestellt: Im Landkreis Traunstein sind aktuell über 10 000 Solarstromanlagen mit 172 Megawatt an Anlagenleistung überwiegend auf den Dächern installiert. Diese Solarkraftwerke decken inzwischen rund ein Viertel des Jahresstromverbrauchs der Haushalte und des Gewerbes ab. »Die regionale Wirtschaftskraft durch die Strom- und Wärmeerzeugung und das besondere Fachwissen des Handwerks im Chiemgau sind unsere besondere Stärke«, fasste Birgit Seeholzer, Energiebeauftragte des Landkreises, zusammen. Neben der künftigen Nutzung von Solarstrom für die Mobilität ist die Speicherung von Strom ein zentrales Anliegen des Sonnenkreises. fb