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Sofortgeld: 807 000 Euro sind bereits ausgezahlt

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Unbürokratisch geht die Auszahlung des Sofortgeldes über die Bühne. In den Rathäusern kümmern sich Mitarbeiter um die möglichst rasche Bearbeitung der Anträge. (Foto: Brenninger)

807 000 Euro Sofortgeld haben die Gemeinden inzwischen an die Hochwasseropfer im Landkreis Traunstein ausbezahlt. Das teilte Landratsamts-Sprecher Roman Schneider dem Traunsteiner Tagblatt gestern auf Nachfrage mit. Die erste Antragsflut ist damit zwar bewältigt. Doch auf der Suche nach finanzieller Hilfe kommen immer noch neue Geschädigte in die Rathäuser.


Gut 150 Anträge gingen alleine in Übersee ein

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227 500 Euro Sofortgeld vom Freistaat Bayern hat alleine die Gemeinde Übersee inzwischen an ihre Flutopfer ausbezahlt. 127 Anträge hat Rathaus-Mitarbeiter Florian Griesbeck damit bearbeitet. Zwischen 25 und 30 weitere, so schätzt er, liegen noch auf seinem Schreibtisch. In den vergangenen beiden Wochen hat sich Griesbeck ausschließlich darum gekümmert, der Antragsflut Herr zu werden. »Es standen eigentlich durchgehend Leute bei mir herinnen und dauernd klingelte das Telefon«, erzählt der Rathaus-Mitarbeiter. Das verwundert nicht, wenn man weiß, dass Übersee landkreisweit die Gemeinde mit den meisten vom Hochwasser beschädigten Gebäuden ist: Rund 400 Wohngebäude und 30 Betriebsgebäude sind betroffen.

»Die Antragsflut flaut noch nicht ab«, sagt Florian Griesbeck. Der Rathaus-Mitarbeiter ist erstaunt, wie gelassen die meisten Flutopfer sind, wenn sie zu ihm kommen. »Viele sagen, dass sie froh sind, dass es sie nicht so schlimm erwischt hat wie die Menschen in Passau oder Deggendorf.«

Das Sofortgeld des Freistaates, das Geschädigte seit knapp zwei Wochen beantragen können, soll helfen, die größte Not zu lindern. Ganz unbürokratisch, ohne den Schaden nachweisen zu müssen, bekommen Privathaushalte 1500 Euro, Kleinunternehmen und Landwirte bis zu 5000 Euro. Das einzige, was die Rathaus-Mitarbeiter kontrollieren, ist die Adresse der Betroffenen. »Viele sind froh über das Geld«, erzählt Florian Griesbeck. Er weiß, dass die 1500 Euro oftmals reichen werden, um den Schaden zu beheben. 30 Überseer, die stärker betroffen sind, hat er inzwischen auf eine zweite Förderliste gesetzt, darunter »vor allem die Gewerbebetriebe am See, die alle abgesoffen sind«. Wer nach dem Sofortgeld auch die Soforthilfe beanspruchen will, der muss einen Schadensnachweis erbringen.

»Die Antragsflut ebbt langsam ab«, sagt Gabriele Heinrich von der Gemeinde Marquartstein. Ihre Kommune hat mit rund zwei Millionen Euro den höchsten Schaden an Gebäuden zu verzeichnen. 143 500 Euro Sofortgeld sind in Marquartstein ausgezahlt, 79 Anträge damit abgearbeitet. Neun weitere Anträge warten noch auf ihre Bearbeitung; heute Nachmittag will sich Gabriele Heinrich darum kümmern. Das Sofortgeld hält auch sie seit zwei Wochen auf Trab.

Im Traunsteiner Rathaus geht es relativ ruhig zu

In der Stadt Traunstein geht es da vergleichsweise ruhig zu. 14 Anträge sind im dortigen Rathaus inzwischen eingegangen, 13 000 Euro schon ausbezahlt. »Und es gehen nach wie vor Anträge bei uns ein«, erklärt die zuständige Mitarbeiterin Gabi Hartkopf.

Wie viel Sofortgeld an die Bürger im Landkreis Traunstein gehen wird, wird sich zeigen. Der Freistaat hatte anfangs mit einer Million Euro allein für den Landkreis Traunstein kalkuliert – aber auch von Anfang an betont, dass es keine Deckelung geben würde. san