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So wird gewählt

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In der Wahlkabine müssen sich die Landtagswähler entscheiden: Mit der Erststimme können sie den jeweiligen Direktkandidaten bestimmen, die Zweitstimme gilt der Parteiliste. Allerdings kann auch mit der Zweitstimme ein einzelner Kandidat gewählt werden.

Es ist eine Herausforderung für die bayerischen Wähler: Am Sonntag ist Landtagswahl, nur eine Woche später Bundestagswahl – und beide Wahlen funktionieren zwar irgendwie ähnlich, folgen aber doch einigen sehr unterschiedlichen Regeln.


Jeder Bürger hat bei der Landtagswahl ebenso wie bei der Bundestagswahl zwei Stimmen. Der zentrale Unterschied aber: Bei der Bundestagswahl entscheidet allein die Zweitstimme über die Sitzverteilung im Parlament. Bei der bayerischen Landtagswahl dagegen werden Erst- und Zweitstimmen addiert und in Mandate umgerechnet – auch die Erststimme entscheidet also maßgeblich über die Sitzverteilung mit.

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Erststimme entscheidet über Direktkandidaten

Mit der Erststimme können die Wähler in den 90 Stimmkreisen ihre jeweiligen Direktkandidaten bestimmen. Sieger ist, wer die meisten Stimmen bekommt, die einfache Mehrheit reicht. Voraussetzung für einen Einzug des Bewerbers in den Landtag ist allerdings – anders als bei einer Bundestagswahl – dass seine Partei landesweit mindestens fünf Prozent aller gültigen Stimmen erhält.

Die Zweitstimme gilt der Liste – wobei die Parteien nicht landesweit mit einer Bayern-Liste antreten, sondern mit bis zu sieben selbstständigen Listen in den sieben Regierungsbezirken.

Aber auch die Zweitstimme ist personenbezogen: So muss nicht eine Partei oder Gruppierung insgesamt angekreuzt werden, sondern es kann auch ein einzelner Kandidat ausgewählt werden – egal, auf welchem Listenplatz er steht. Damit können die Wähler die von den Parteien vorgegebene Reihenfolge auf den Listen gehörig durcheinanderwirbeln.

Insgesamt werden 90 Direkt- und 90 Listenmandate vergeben. Der Landtag kann aber am Ende auch mehr als 180 Mitglieder haben – durch sogenannte Überhang- und Ausgleichsmandate: Wenn einer Partei mehr Direktmandate zufallen, als ihr nach dem Stimmenverhältnis eigentlich zustehen würden (Überhangmandate), so erhöht sich auch die Zahl der Mandate der anderen Parteien entsprechend dem tatsächlichen Stimmenverhältnis (Ausgleichsmandate).

Nach der Landtagswahl vor fünf Jahren hatte es deshalb insgesamt 187 statt 180 Mandate gegeben.