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»So viel wie im Jubiläumsjahr war noch nie los«

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Vorsitzender Albert Schmied gab bei der Jahreshauptversammlung des Traunsteiner Georgivereins die Grüße von Kardinal Reinhard Marx weiter. (Foto: Effner)

Traunstein – Auf ein ereignisreiches Festjahr blickte Vorsitzender Albert Schmied bei der Jahreshauptversammlung des St.-Georgs-Vereins im Heimathaus zurück. Über 400 festlich geschmückte Pferde, weit über 10 000 Besucher und der Besuch von Kardinal Reinhard Marx verliehen der Pferdewallfahrt am Ostermontag zum 125. Jubiläum besonderen Glanz.


Wie Schmied berichtete, hatte sich Marx im persönlichen Gespräch nach der Segnung von Ross und Reiter am Ettendorfer Kircherl »tief beeindruckt gezeigt« von der Veranstaltung. Im Unterschied zu manch anderem Ritt stehe der Wallfahrtsgedanke in Traunstein deutlich im Vordergrund und sei damit eine »Demonstration des Glaubens«. Der Erzbischof von München lasse allen Verantwortlichen und Helfern deshalb ein herzliches »Vergelt's Gott« ausrichten, so der Vorsitzende.

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Wie Schmied weiter informierte, sucht der Verein aktuell auch nach einem neuen Zeugwart. Hintergrund ist der Wunsch von Hermann Winter, als Zeugwart entlassen zu werden. Die Traunsteiner Sattlerei Winter hatte sich 125 Jahre lang um die Geschirre und Sattelreparatur gekümmert. Nachdem der Georgiverein bereits eine neue Sattlerei gefunden hat, soll sich der neue Zeugwart hauptsächlich um organisatorische Aufgaben und den Geschirrtransport kümmern. Als neuer Chronist des Vereins hat sich Josef Parzinger zur Verfügung gestellt. Er betreute bisher bereits als Chronist den Schwertertanz und löste Siegi Vetter ab.

Sehr erfreut sei der Verein gewesen, dass der Georgiritt und der Schwertertanz im 125. Jubiläumsjahr des Vereins von der Deutschen UNESCO-Kommission in die Landesliste des immateriellen Kulturerbes aufgenommen wurde. Beim Festakt des Freistaats in München habe der Verein das Programm mit der Vorführung einer Figur aus dem Schwerttanz bereichert. Mittlerweile sei man auch in die Bundesliste aufgenommen worden. Die Fahrt zum Festakt in Berlin soll im Herbst erfolgen. Die Anerkennung habe den Verein sehr gefreut.

Intensive Diskussionen und die Einarbeitung einer Reihe von Änderungsvorschlägen waren der Neufassung der Vereinssatzung vorausgegangen. Wie Schriftführer Manfred Kösterke erklärte, war eine zeitgemäße Anpassung an die aktuelle Gesetzgebung in Abstimmung mit dem Finanzamt und Amtsgericht notwendig. Dies diente auch zum Erhalt der Gemeinnützigkeit. Die neue Satzung passierte die Abstimmung ohne Gegenstimmen, aber mit zwei Enthaltungen.

Eine einmalige Angelegenheit bleiben wird wohl die Teilnahme der Schäfflergruppe beim Jubiläumsritt im vergangenen Jahr. Wie Schmied berichtete, habe es längere Diskussionen über die Teilnahme von Fußgruppen und die Präsentation der Vereine auf Festwagen gegeben. Letztlich habe man aber keine Einigung erzielt. »So kompliziert wie heuer war es noch nie«, kommentierte er die Suche nach Veranstaltungsräumen zum Rittbitten. 14 Termine sind angesetzt, auf Dauer mit aufgenommen sind auch Aufham und Stein. Die Termine sind auf der Internetseite des Vereins aufgeführt.

Von »außergewöhnlichen Ausgaben und Einnahmen« aufgrund des Jubiläumsjahrs berichtete Kassier Peter Graspeuntner. Durch die späte Rechnungsstellung des Georgifilms habe es einen Überhang gegeben, was aber durch Rückstellungen und höhere Einnahmen aufgefangen wurde. Mehr als verdoppelt hat sich mit 26 000 Euro der Festzeichenverkauf. Für heuer werden noch Verkäufer gesucht. Sie können sich im Geschäft von Graspeuntner am Stadtplatz melden.

Deutlich mehr Einnahmen erzielte mit 8200 Euro auch der Hüttenverkauf. Bei den Ausgaben schlugen 30 800 Euro für Werbung zu Buche. Größere Beträge sind zudem für Reparaturen und Neuanschaffungen bei der Ausrüstung vorgesehen. Ebenfalls neu hergerichtet wird die Kutsche. Sie soll pünktlich zum Georgiritt fertig werden. Als wichtiger Termin wurde die Bittmesse im Ettendorfer Kircherl für den Ritt am 2. April um 9 Uhr genannt. Dankmesse ist am 23. April um 9 Uhr. eff