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So schön waren die Maibaumfeste im Chiemgau

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Maibaumaufstellen im Chiemgau und Landkreis Traunstein – viele Fotos
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Auch den Pettinger Ortsteil Schönram ziert seit Mittwoch wieder ein neuer Maibaum – unter weiß-blauem Himmel bei herrlichem Frühlingswetter wurde der 27 Meter hohe Baum mit vereinten Kräften aufgerichtet. (Foto: Christine Steinmaßl)

Landkreis Traunstein – Zünftige Maibaumfeste lockten am Mittwoch Tausende Menschen bei strahlendem Sonnenschein quer durch die Region zum Feiern an. Dabei wurden im Chiemgau wieder einige neue Maibäume aufgestellt. Wir haben Fotos von den schönsten Festen in den Gemeinden der Region.

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Nußdorfer Burschen stellten neuen Maibaum in Traunstein auf

Bei Bilderbuchwetter stellten die Burschen des Burschenvereins Nußdorf den neuen Maibaum im Wochinger-Biergarten in Traunstein auf. Anders als viele andere Maibäume im Landkreis war dieser aus dem Wald von Hubert Förg aus Wimpasing zuvor nicht gestohlen worden, wie Wirt Florian Baur verriet.

Mit zwei Pferdefuhrwerken brachten die Nußdorfer den 21 Meter langen Maibaum und die Taferl durch die Ludwigstraße zum Maxplatz und durch die Maxstraße bis zum Biergarten, wo die Hinterberger Musik die zahlreichen Gäste bereits musikalisch unterhielt.

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Foto: Hohler

Mit einigem Rangieren wurde der Maibaum vom Pferdefuhrwerk in den Biergarten getragen, musikalisch begleitet vom Nußdorfer Ziach-Quartett. Noch am liegenden Baum wurden die Taferln montiert, ehe er schließlich – mit jeder Menge Muskelkraft – in die Senkrechte gehievt wurde.

Maibaumfest auf gesperrter Straße in Siegsdorf

Ein besonderer Tag ist in Eisenärzt alle paar Jahre, wenn für das Aufstellen des neuen Maibaumes die Staatsstraße mehrere Stunden für den Verkehr gesperrt bleibt. Auch diesmal nutzten mehrere Hundert Eisenärzter und Besucher aus Nah und Fern die Gelegenheit, ein Fest auf der Dorfstraße zu feiern und die Trachtler beim Aufstellen des Maibaumes anzufeuern.

Zusammen mit der Musikkapelle Vogling-Siegsdorf hatten zahlreiche Mitglieder des GTEV »D' Arztberger« Eisenärzt die Maibaumdiebe und den 26 Meter langen Maibaum am Ortseingang empfangen und zum Aufstellplatz geleitet. Siegsdorfs Bürgermeister Thomas Kamm, in dessen Auftrag die Trachtler das Aufstellen durchführten, blieben die Verhandlungen mit den Maibaumdieben vom GTEV »D' Buchwäldler« Übersee vorbehalten. Unterstützt vom Eisenärzter Vorstand Alois Lankes galt es, den beiden Verhandlungsführern aus Übersee – Vorstand Herbert Strauch und Vorplattler Leonhard Ehnle – Paroli zu bieten. Nach humorvollen Wortgefechten einigte man sich schließlich auf Bier und Wein für die »Wächter«, die vier Wochen lang sorgsam auf die schöne schlanke Fichte aufgepasst hatten, und beschloss zudem, die Aktion mit einem gemeinsamen Fest abzuschließen.

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Während die Musikkapelle aufspielte, stellten die Eisenärzter und Überseer mit vereinten Kräften den neuen Maibaum in der Dorfmitte von Eisenärzt auf. (Foto: Krammer)

Gemeinsam wurde dann der Baum unter der kundigen Leitung von Hubert Hasselberger sen. aufgestellt, während die Musikkapelle Vogling-Siegsdorf zur Unterhaltung aufspielte und die Trachtenjugend mit Tänzen und Plattlern die Besucher beeindruckte. Rund um die Dorfstraße und das Trachtenheim versorgte der GTEV Eisenärzt die Gäste mit Schmankerln aus der Trachtenküche und einem reichhaltigen Kuchenbüffet. FK

Burschenverein und Trachtler packten in Lauter gemeinsam an

Surberg – An die 500 Gäste waren nach Schätzungen der Veranstalter zum Maibaumaufstellen nach Lauter gekommen. Bei traumhaftem Wetter brachten die Mannen des Surberger Burschenvereins und die Maibaumdiebe vom Vachendorfer Trachtenverein den rund 23 Meter langen Maibaum gemeinsam in exakt zwei Stunden in die Senkrechte, musikalisch begleitet von der Musikkapelle Surberg.

Gleich mit zwei Pferdefuhrwerken wurden der gestohlene Maibaum und die Taferl mit den Zunftzeichen an den Ort des Geschehens gefahren. Den Maibaum nutzten die Buam und Dirndl des Trachtenvereins »Edelweiß« Vachendorf als Sitzgelegenheit und ließen sich den Anstieg vom Feuerwehrhaus hinauf zum Gasthaus Lauter ziehen, dem gegenüber sich der angestammte Platz für den Maibaum befindet. Einen schönen Anblick bildete nicht zuletzt das Pferdegespann vor dem Maibaum: die stolzen Percheron-Rösser von Sepp Schillinger sen. und jun. aus Irlach bei Vachendorf.

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Mit Hilfe der »Schweiberl« und mit viel Kraft und Hauruck wurde der 23 Meter lange Lauterer Maibaum in die Höhe gewuchtet. (Foto: Eder)

Unter der Regie von Christian Mix galt es, den Baum mit Hilfe der »Schweiberl« Schritt für Schritt in die Höhe zu wuchten, unterstützt von dem ein oder anderen Schluck Bier und der Musik der Blaskapelle. Als dann der Baum stand, traten die Maibaumdiebe aus Vachendorf, die sich schon vor Tagen mit reichlich Bier und einer Brotzeit den Lohn für ihre Tat erhandelt hatten, in Aktion: mit Tänzen und Plattlern, für die sie von den Besuchern viel Applaus bekamen. he

Maibaumaufstellen in Waging am See

Auch in der Gemeinde Waging hat der Gebirgstrachtenerhaltungsverein »D' Mühlberger Waging« einen Maibaum aufgestellt. Unterstützt wurden die Burschen dabei von der Freiwilligen Feuerwehr mit deren Magirus-Drehleiter. Zahlreiche Festgäste waren gekommen, um das Spektakel zu verfolgen und anschließend den wunderschönen Frühlingstag im lockeren Beisammensein und mit gutem Essen zu feiern.

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30-Meter-Fichte vor Gasthaus Alpenblick in Weibhausen aufgestellt

Wonneberg – Etwa 30 Meter lang ist der Maibaum, den gut 40 Mitglieder des Arbeiter- und Burschenvereins Weibhausen-Wonneberg vor dem Gasthaus Alpenblick in Weibhausen aufgestellt haben – beobachtet von einer großen Menge an Menschen, die den wunderschönen Tag unter weiß-blauem Himmel genossen.

Bei dem aufgestellten Baum handelte es sich um eine Besonderheit: Die Fichte war ein Grenzbaum, hatte somit zwei Besitzer: Manfred Kroiß, den früheren Vorsitzenden des Vereins, und Thomas Poller. An einem geheimen Ort wurde er gelagert und schön verziert. Daniel Glaner machte den Aufriss für die harmonische spiralförmige Bemalung in Weiß und Blau, andere Vereinsmitglieder übernahmen dann das Bemalen. Und wie immer gab es am Abend vor dem Aufstellen des Maibaums an dessen Versteck einen musikalischen Heimatabend. Eine weitere Aufgabe für die Burschen bestand noch darin, neue »Schweiberl« herzustellen, waren die alten schon etwas in die Jahre gekommen.

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Gut 40 Mitglieder des Arbeiter- und Burschenvereins Weibhausen-Wonneberg wuchteten den neuen, rund 30 Meter langen Maibaum in die Höhe. (Foto: H. Eder)

Erstmals war Dominik Klammer für das Aufstellen verantwortlich. Unterstützt von den Klängen der Leada Blechmusi wuchteten die Burschen den Baum in aller Ruhe nach und nach in die Höhe. Kurz nach 16 Uhr gaben die Musikanten das akustische Signal: Der Baum steht. Mit einem gemeinsamen Prosit und einem Stamperl Schnaps begossen die Burschen ihren Erfolg. Sehr zufrieden war am Ende auch der Vorsitzende des Arbeiter- und Burschenvereins, Dominik Abstreiter. »Mit Bravour« habe Dominik Klammer seine Aufgabe gemeistert. he

Neuer Maibaum in Schönram

Petting – Bei Bilderbuchwetter und unter dem Beisein von zahlreichen Zuschauern wurde in Schönram ein neuer Maibaum aufgestellt. Unter dem Kommando von Ludwig Prechtl hievten die Männer mit Hilfe von »Schwalben« den 27 Meter langen Baum in die Höhe.

Zur Unterhaltung spielte die Musikkapelle Ringham-Petting unter der Leitung von Andi Resch zünftig auf und die Mitglieder der Schützengesellschaft sorgten für das leibliche Wohl der Gäste. Stefan Mayer brachte anschließend noch die traditionellen Zunftzeichen an und so ziert der Baum für die nächsten drei Jahre wieder die Dorfmitte.

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Foto: Christine Steinmaßl

Überseer Maibaumdiebe wurden selbst bestohlen

Wie ein Lauffeuer hatte es sich herumgesprochen: Die Diebe des Feldwieser Maibaums aus Staudach waren selbst bestohlen worden. Acht Wochen lang hatten sie die 30 Meter hohe, drei Tonnen schwere Fichte vom Westerbuchberg bewacht. Und dann gelang es vier »Kühlheisler« Buam, den Baum in der letzten Nacht heim zu holen.

Nach diesem Geniestreich gingen sie unter Androhung der Kettensäge in harte Ablöseverhandlungen mit der Feldwieser Trachtenvorsitzenden Marianne Jauernig und »Richtmeister« Martin Heigenhauser. Da schaffte auch Bürgermeister Marc Nitschke keine friedvolle Lösung. So mussten die Feldwieser mit Freibier und einem warmen Essen für alle »Kühlheisler« sowie zehn Flaschen Wein für die Dirndln tüchtig »bluten«.

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Rund 60 Feldwieser Trachtler und »Kühlheisler« stellten den Maibaum in nur 90 Minuten auf. (Foto: vom Dorp)

Der Rest war zur Freude der rund 2000 Zuschauer eine handwerkliche Meisterleistung unter dem Kommando Heigenhausers mit Martin Stephl und Christian König. Bei strahlendem Sonnenschein stellten 60 Trachtler und »Kühlheisler« den Baum in nur 90 Minuten auf sein neues Fundament – Bierpausen eingerechnet. Für Schwung sorgten die Blaskapelle Übersee und der Beifall der Zuschauer. Per Hebebühne wurden die neuen Figuren von Franz Schwaiger befestigt. bvd

Großes Fest beim Reit im Winkler Maibaumaufstellen

Mit einem großen Fest wurde die Aufstellung des Maibaums in Reit im Winkl gefeiert. Nach der Einweihung der neuen Tourist-Info mussten die vielen Besucher nicht lange warten, bis dieser hinter der Musikkapelle Reit im Winkl von den Maibaumdieben vom Ruhpoldinger Trachtenverein »D' Miesenbacher« gebracht wurde.

Dessen Vorstand Toni Senoner führte die Verhandlungen mit Günter Dirnhofer vom Wirtschaftsverband Reit im Winkl, der die Federführung bei den Vorbereitungen zusammen mit weiteren Reit im Winkler Ortsvereinen übernommen hatte. Nachdem man sich auf einen fairen Preis geeinigt hatte, stießen sie zusammen mit Bürgermeister Josef Heigenhauser mit dem ersten gezapften Bier an. Die Musikkapelle spielte auf und es folgte ein gelungenes Maibaumfest mit vorzüglicher Bewirtung. sh

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Foto: Hauser

Neuer Maibaum in Stein an der Traun

Traunreut – Auch in Stein an der Traun wurde ein neuer Maibaum aufgestellt. Der Burschenverein Eggstätt hatte den Baum gestohlen und brachte ihn mit einer ganzen Schar junger Burschen und Mädel zurück nach Stein. Nach zähen Verhandlungen mit dem katholischen Arbeiterverein und der Dirndlschaft Stein über die Auslöse begannen die Eggstätter unter dem Kommando von Ludwig Rieß aus Anning damit, den Baum mit Muskelkraft, »Stachen« und »Schweiben« in die Senkrechte zu bringen.

Stefan Haunberger von der Schlossbrauerei Stein spendierte den 40 Burschen während des Aufstellens je drei Maß Bier beziehungsweise Radler und der Arbeiterverein sorgte für die Verpflegung, die sie sich nach der Anstrengung redlich verdient hatten. Zu einem späteren Zeitpunkt bekommt der Eggstätter Burschenverein außerdem noch eine Brauereiführung mit Verkostung. Böllerschützen der Schützengesellschaft Stein verkündeten das Maibaumaufstellen weithin hörbar und die Musikkapelle Nußdorf spielte während des ganzen Nachmittages zur Unterhaltung der Besucher auf.

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Foto: P. Mix

Burschenverein stellte Maibaum am Erlstätter Dorfplatz auf

Über zahlreiche Besucher freute sich der gastgebende Katholische Burschenverein Erlstätt beim traditionellen Maibaumaufstellen am Erlstätter Dorfplatz. Bei Bilderbuchwetter dauerte es rund drei Stunden, bis der von Erwin Strohmayer gestiftete, 25 Meter lange Baum stand. Der GTEV Bergen hatte ihn vor einigen Wochen gestohlen. „Im gegenseitigen Einvernehmen“, wie der 1. Vorstand der Bergener Trachtler Martin Heigermoser verriet. Zum Artikel. mmü

Bilderstrecke vom Maibaumaufstellen:

Viele Feste auch im Berchtesgadener Land

Hier geht es zu unserem Artikel über die Maibaumfeiern im Berchtesgadener Talkessel.