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»So etwas darf es einfach nicht geben«

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Traunstein – »Das ist richtig. Das war bei uns«, bestätigte Landrat Siegfried Walch auf Anfrage des Traunsteiner Tagblatts, dass die Kreissparkasse Traunstein-Trostberg gemeint war mit der Anmerkung des Innenministeriums: Im Zuge umfangreicher Überprüfungen aller 71 bayerischen Sparkassen nach der Affäre Kreidl hatten die Prüfer moniert, dass in einer bayerischen Sparkasse der Vorstandsvorsitzende sehr günstig in einer Sparkassen-Wohnung gewohnt habe. Die Prüfer hatten eine Mieterhöhung verlangt.


Der frühere Miesbacher Landrat Jakob Kreidl (CSU) verlor Anfang 2014 sämtliche Ämter, weil er sich eine 120 000 Euro teure Geburtstagsfeier von seiner Kreissparkasse hatte bezahlen lassen. Da es weitere Unregelmäßigkeiten und fragwürdige Geschäfte anderer Führungskräfte gab, entstand der Miesbacher Sparkasse ein Schaden von gut zwei Millionen Euro – den zum Großteil die Haftpflichtversicherung zahlte. Seither gönnen sich die Chefs der bayerischen Sparkassen wesentlich bescheidenere Geschenke, wie der Ministerialbeamte Michael Ziegler am Mittwoch im Innenausschuss des Landtags berichtete.

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Das Innenministerium hatte in Sonderprüfungen Spenden und Geschenke bei sämtlichen 71 bayerischen Sparkassen untersuchen lassen. Ergebnis: »Es gibt keinen zweiten Fall Miesbach«, sagte Ziegler. Die Prüfer monierten aber drei kleinere Einzelfälle – in einem Fall wohnte der Vorstandsvorsitzende sehr günstig zur Miete in einer Sparkassen-Wohnung. Um welche Sparkasse es sich handelte, enthüllte der Beamte nicht.

Landrat Siegfried Walch bestätigte aber auf Anfrage des Traunsteiner Tagblatts, dass damit der frühere Vorstandsvorsitzende der Kreissparkasse Traunstein-Trostberg gemeint war. Keinen Hehl machte er aus seiner persönlichen Meinung zu Vorkommnissen wie diesem oder der Causa Kreidl: »So etwas darf es nicht geben. Da gehört aufgeräumt.«

Deshalb habe er auch gleich, als er im Rahmen eines Prüfberichts von der sehr günstigen Miete Kenntnis erlangte, die entsprechenden Gremien und das Rechtsamt im Landratsamt informiert. Zudem habe man zwei externe Fachanwalts-Kanzleien mit der Aufarbeitung des Falls beauftragt. Auch sei ein Ausgleich des Schadens bereits erfolgt.

Unabhängig davon ist der Mietvertrag inzwischen gekündigt, der betreffende Vorstandsvorsitzende ist auch nicht mehr im Amt. Da der Fall aber womöglich noch nicht abschließend geklärt ist, warb Walch um Verständnis dafür, dass er genauere Details derzeit nicht öffentlich machen könne. coho