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»So eine Begeisterung für ein paar Pfeifen«

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Wonneberg – »Fast genau acht Jahre nach der Gründungsversammlung haben wir mit der Einweihung heute unser Ziel erreicht«: Das war der wohl zentrale Satz der Feierstunde der Kuratie St. Leonhard im Gasthaus Gruber, nachdem am Vormittag beim Festgottesdienst die neue Orgel eingeweiht worden war (wir berichteten). Der Vorsitzende des Orgelfördervereins, Michael Frumm-Mayer, verkündete stolz: »Mia hamas gschafft.« Und damit meinte er wirklich alle, die mitgeholfen haben, »die 200 000 Euro für die neue Orgel aufzutreiben«.


Bei seinem Grußwort blickte Frumm-Mayer zurück auf den Gründungstag des Vereins am 19. September 2008. Betrieben worden war die Vereinsgründung vom Leonharder Kirchenchor, von dessen Mitgliedern damals aber wohl, so vermutete Frumm-Mayer in der Rückschau, die wenigsten dran geglaubt hätten, dass die Finanzierung in einer solch kurzen Zeit zu schaffen wäre. Und so hätten wohl viele ihn selbst für »blauäugig« gehalten, als er das Ziel ausgab, in »in sieben bis acht Jahren die neue Orgel zu kriegen«.

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Im Überblick ging Frumm-Mayer auf die vielen Veranstaltungen ein, um die 60 an der Zahl, die organisiert worden waren, um Geld in die Kasse zu bekommen, zum Beispiel zweimal Derblecken mit »Erdäpfekraut«, Ziachtreffen oder ein Abend mit »Da Bertl und i«. Besonders viel Geld gebracht haben das Kochbuch und das später herausgegebene Backbuch, der Wonneberger Jahreskalender und der Verkauf von Orgelwein. Den größten Erlös erbrachte das von Elisabeth Schachner maßgeblich erstellte Kochbuch mit einer Summe von rund 26 000 Euro. Zu den Erlösen aus all diesen Aktionen kam noch ein Spendenaufkommen in Höhe von rund 50 000 Euro dazu, inklusive zweier Großspenden von je 10 000 Euro von der Gemeinde und der Eva-Mayr-Stihl-Stiftung.

»Zu einer schönen Kirche gehört auch die entsprechende Orgel«, meinte Bürgermeister Martin Fenninger und äußerte seine Freude über die funktionierende Dorfgemeinschaft, die durch den Orgelförderverein noch lebendiger und aktiver geworden sei. Die Anschaffung des Instruments sei eine richtige und wichtige Investition gewesen, »denn irgendwann spielt für jeden einmal die Orgel«.

Pfarrer Andreas Ager meinte in seinem Grußwort, die Leonharder hätten eine ganz besondere Spezialität, »ihre Begeisterung«. Die suche ihresgleichen. Das hätten die Menschen in der Kuratie anhand der Orgel einmal mehr bewiesen: »einfach spitzenmäßig«, sagte der Pfarrer und fügte schmunzelnd an: »So eine Begeisterung für ein paar Pfeifen!« Und sollte es den Mitgliedern des Orgelfördervereins in nächster Zeit mal »fad« werden: »Ich wüsste noch eine ganz marode Orgel«, schlug er vor: »nämlich die in Waging«.

Ganz kurz fasste sich der Chef der Orgelbaufirma, Alois Linder: »Ihr seid eine tolle Gemeinde!« rief Linder den Leonhardern zu und schloss sich der Aufforderung des Pfarrers gerne an: »Hört’s nicht auf! Helfts lieber den Wagingern!« he